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Samstag, 4. Februar 2012
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Der Bokeler See steht zum Verkauf

Foto: privat

(Bokel/rs) Der Bokeler See zählt zu den bekanntesten Gewässern im Kreis Pinneberg. Aktionen wie Strandfest und Abfischen ziehen jedes Jahr zigtausende Besucher an den See. Die Familie Erich, der auch das angrenzende Ringhotel Bokel-Mühle gehört, will sich jetzt von dem  See trennen.
Denn die Familie hat Großes vor: Mit dem Verkaufserlös will sie 20 attraktive Zimmer mit Seeblick am Hotel errichten. Eine Investition in den sanften Tourismus der Region.Das Amt ist in die Pläne eingebunden. Welche Konsequenzen  ein Seeverkauf haben könnte, wird derzeit geprüft.

Seit fast 300 Jahren prägen Teich und Mühle die Region, immerhin schon seit 1880 trägt die Familie Greve (heute Erich) die Verantwortung für den See und die „Bokel-Mühle“. Kein Wunder, dass sich die Familie um Rainer Erich die Entscheidung, das 20 Hektar große Gewässer zu veräußern, nicht leicht macht. Doch die vor Jahren eingeleitete Um-orientierung von einem reinen Ausflugslokal zu einem modernen Landhotel soll konsequent weiterverfolgt werden.
Das Potential, zur Nummer 1 in Hamburgs Norden zu werden, bringe das Haus mit seiner „sensationellen Lage am See“, und dem Spitzenpersonal mit, ist die Familie überzeugt.
350.000 Euro hat sie in den vergangenen fünf Jahren bereits in dieses Ziel investiert und damit das Restaurant „Kaminzimmer“, etliche Hotelzimmer, Seeterrasse, Mahlstube und Eingangsbereich restauriert und modernisiert. Dass das Konzept, sich bewusst von gro-ßen Hotelketten abzugrenzen und auf persönliche Ansprache, historische Details und eine regionale, überraschende Küche zu setzen, aufgehe, zeigten stark anziehende Buchungszahlen. Über 500 facebook-Freunde seien auch mehr als bei jedem anderen der 130 Ringhotels in Deutschland.
Mit den vorhandenen 24 Zimmern ohne Seeblick sei das hochgesteckte Ziel jedoch nicht zu erreichen. Weitere Mittel seien nötig, um gerade Feriengästen, die länger bleiben wollten, einen angenehmen Aufenthalt zu bieten.
Wichtig ist der Familie das partnerschaftliche Verhältnis zur Gemeinde. Von dort sei auch die Anregung gekommen, den See aus dem Privatbesitz zu nehmen und die umliegenden Flächen für die Allgemeinheit noch attraktiver zu gestalten. Ein Konzept, das Hand in Hand gehen könnte mit der geplanten Renaturierung der früheren Sandabbauflächen in der Gemeinde. Amtsvorsteher Bernd Reimers will zunächst die Gespräche Anfang Februar mit der Familie Erich abwarten.  Auch im Falle eines Verkaufs bleibe der See schließlich erhalten. Allerdings: Der Pachtvertrag für das Strandbad läuft nur noch ein Jahr. Ganz hat sich auch Rainer Erich vom See noch nicht getrennt – sofern die Investitionen teilweise durch staatliche Fördermittel oder private Investoren abgedeckt werden könnten.
Schon nach dem Ersten Weltkrieg war die Bokel-Mühle ein beliebtes Ausflugsziel. Mit dem Bau des Seepavillons 1914, den ersten Sommerbällen und Fremdenzimmern wurde sie zu einem Treffpunkt für die Menschen der Region. Für ganze Generationen war der Bokeler See Lebensader und sehnsuchtsvoller Ort zugleich. Erfrischendes Baden an heißen Sommertagen in zunächst noch getrennten Badebereichen für Männer und Frauen, Schlittschuhlaufen im Winter, Hochzeiten im Seepavillon, erholsame Spaziergänge am See oder traditionelles Abfischen – die Bürger liebten und lieben Teich und Mühle.
Dabei haben die Familien Greve und Erich stets auch Aufgaben der Allgemeinheit übernommen. Den Bereich des Freibades verpachteten sie bis heute kostenlos an die Gemeinde, die Standeinnahmen vom Abfischen wurden gespendet, auch die Pflege der Parkbänke rund um den See und die Müll-entsorgung übernahmen sie.

Ansgarstraße: Umbau später?

(Elmshorn/rs) Zumindest die SPD bekommt kalte Füße, was die Baustellen im kommenden Jahr in Elmshorns Innenstadt anbelangt. Während einer Klausur-Tagung einigten sich die Sozialdemokraten darauf, für eine Verschiebung der Sanierung der Ansgarstraße um ein Jahr zu plädieren. Grund ist, dass die Stadt 2012 die Bahnunterführung im Verlauf der Hamburger Straße sanieren muss. Dazu ist sie durch ein Abkommen mit dem Bund verpflichtet. Die dort einmündende Ansgarstraße ebenfalls aufzugraben, ist aus Sicht der SPD keine gute Idee. 

Tornesch: Krügel bleibt Bürgermeister

(Tornesch/rs) Die Ära Roland Krügel in Tornesch geht weiter: Mit 62,99 Prozent der Stimmen setzte sich der Amtsinhaber klar durch. Herausforderer Andreas Bannick konnte mit 37,01 Prozent immerhin einen Achtungserfolg verbuchen. Beide gehören der CDU an. Die Wahlbeteiligung lag bei 42,63 Prozent.
Für Krügel beginnt am 1. Juli 2012 die fünfte Amtszeit. 1985 war er erstmals von der Ratsversammlung bestimmt worden, später wählten ihn die Bürger dreimal, nach diesem Sonntag nun viermal direkt wieder. Die Wahlperiode beträgt sechs Jahre, es sei denn, es kommt vorher zu einer Fusion mit  Uetersen.  Dann würden die Karten neu gemischt.

Lotto-"Faber" bald in Glückstadt?

Foto: Faber

(Glückstadt/mm) Seit 33 Jahren gibt es die Lotto-Vermittlung Faber. Doch seit Verabschiedung des Glücksspielstaatsvertrages und der damit  stark eingeschränkten Werbemöglichkeit muss Firmengründer Norman Faber (66) mit großen Umsatzeinbußen leben. Darum hat er sich entschieden, einen Standort in Schleswig-Holstein aufzubauen, über den das Internetgeschäft angeschoben werden soll. Grund dafür ist die Entscheidung Schleswig-Holsteins, ein eigenes Glücksspielgesetz zu verabschieden, das am 1. Januar 2012 in Kraft tritt. Danach ist unter anderem das Lottospielen auch über das Internet möglich.
Die Grundsatzentscheidung für einen Standort im nördlichsten Bundesland ist gefallen. „Glückstadt ist eine Möglichkeit“, bestätigte Norman Faber gegenüber unserer Zeitung. Die andere wäre die Landeshauptstadt Kiel. „Die Verbindung mit dem Namen Glückstadt hätte natürlich etwas“, so Faber. Anfang nächsten Jahres soll die Lotto-Vermittlung über das Internet dann beginnen. „Unser Wunsch ist es, noch in diesem Monat über die Standortfrage zu entscheiden“, sagt Norman Faber.

5,6 Millionen Euro: Die Kaffee-Könige vom Lönsweg

Foto: Meisberger

(Elmshorn/rs) Der weltweit größte Gefriertrockner steht bereits im Elmshorner Kraft Foods-Werk. Mit einer 5,6 Millionen Euro teuren Extraktions- und Eindampfungsanlage ist jetzt eine weitere Großinvestition hinzugekommen. Damit baut der Kaffeehersteller seine Wettbewerbsfähigkeit im Bereich der Premiumqualität im Löskaffee-Markt am Standort Elmshorn weiter aus.
Rudi Madel, Director Coffee Cluster, lobte, das Herz der Löskaffee-Produktion liege im Norden, in den Werken Elmshorn und Hemelingen. Bürgermeisterin Brigitte Fronzek  betonte, die Stadt sei stolz darauf, schon seit 50 Jahren Standort der  Kaffeeproduktion zu sein. Auch die Investition des Unternehmens in eine nachhaltige Produktion durch CO2-Reduktion und Energie schonende Herstellung passe sehr gut zu Elmshorn. Das Werk am Lönsweg erzeugt seit 2010 durch Kraft-Wärme-Kopplung die Hälfte des benötigten Stroms selbst. Seit 2005 wurden durch innovative Projekte im Werk 24 Millionen Kilowattstunden Energie pro Jahr eingespart – das bedeutet 2600 Tonnen weniger CO2.
Ein Großteil des hergestellten Löskaffees ist für den Markt in der Ukraine bestimmt. Am Standort Elmshorn produzieren rund 100 Mitarbeiter täglich etwa 13 Millionen Tassen Löskaffee für rund 135 Produkte in 28 Ländern, darunter Jacobs Krönung Momente.

Rathaus – das war's: Verwaltung soll ausziehen

Foto: Urbatzka

Die endgültige Entscheidung des Stadtverordnetenkollegiums fehlt noch – die Vorentscheidung ist aber gefallen. Dienstagabend, 30. August, beschloss der Elmshorner Hauptausschuss mit breiter Mehrheit von SPD, CDU und FDP, die Sanierung des denkmalgeschützten Elmshorner Rathauses "nicht weiter zu verfolgen". Nicht entschieden ist, ob neu gebaut, gekauft oder gemietet wird oder ein Mietkauf-Modell umgesetzt werden soll. Gegen den Auszug stimmten WGE/Die Grünen, die sich frühzeitig für einen Erhalt des Rathauses ausgesprochen hatten.

Noch im Januar dieses Jahres hatte es bei einer öffentlichen Veranstaltung starke Stimmen aus verschiedenen Fraktionen gegeben, die Stadt solle das Rathaus sanieren, um den 60er-Jahre-Bau als Denkmal zu bewahren. Die Kehrtwende brachten das Bekanntwerden der Formyldehydbelastung des Gebäudes und vor allem jüngste Erkenntnisse des Brandschutzingenieurs des Kreises. Demnach entsprach das Haus selbst zur Zeit seiner Errichtung nie geltenden Brandschutzvorschriften. Eine komplette Entkernung sei notwendig, weil sich ein Feuer durch Trennwende und Decken rasend schnell ausbreiten könne. Auch ein neues Gutachten aus Hannover kam zum Schluss, dass entkernt werden müsse. Eine nacktes Betonskelett, so die Auffassung im Ausschuss, stelle jedoch kein erhaltenswertes Denkmal mehr da.

(Von Rainer Strandmann, 31.08.11, 9:31 Uhr)

Neues Radwegekonzept für Elmshorn: Grüne testeten Vorschläge

Die vereinfachte schematische Darstellung des neuen Veloroutenplans der Berliner Stadtentwickler von Gertz, Gutsche und Rümenapp.

Die ersten Planungen zur Aktualisierung des Elmshorner Radwegekonzeptes auf Basis der Ausführungen der Berliner Stadtentwickler des Büros Gertz, Gutsche und Rümenapp lassen der Elmshorner Fraktion von WGE/Die Grünen keine Ruhe. Man wollte sich nicht nur theoretisch mit den Möglichkeiten für neue Routen auseinandersetzen und fuhr dazu in die Landeshauptstadt Kiel, um sich dort selbst ein Bild von den Neuerungen zu machen. An der Förde sind viele der Anregungen bereits jetzt schon umgesetzt.

"Für Elmshorn enthält das Konzept neben einer aktuellen Analyse der vorhandenen Radverkehrsinfrastruktur und des Unfallgeschehens viele praktische Vorschläge für mehr Sicherheit und Komfort", heißt es in einer Pressemitteilung von WGE/Die Grünen. Die Test-Gruppe, die sich vom Elmshorner Bahnhof aus nach Kiel aufgemacht hatte, setzte sich aus Fraktionsmitgliedern und Bürgern zusammen, so die Grünen weiter. Fraktionschef Peter Hölzel: "Die Statistik zeigt, dass es bei uns in Elmshorn überdurchschnittlich viele Verkehrsunfälle mit verletzten Radfahrern gibt. Darunter sind auch viele Kinder." Für Hölzel ist klar: "Das muss schnell anders werden. Und dafür müssen wir endlich neue Wege beschreiten.
Der Radverkehr muss sicherer und komfortabler werden. Mehr Attraktivität führt zu einer größeren Nutzung von Fahrrädern. Und dies führt wiederum zu größerer Sicherheit. Die Kieler Unfallstatistik belegt eindrucksvoll, dass mit einem steigenden Anteil des Radverkehrs immer weniger Radfahrer an Unfällen beteiligt sind, nicht nur prozentual sondern auch in absoluten Zahlen."

In der Landeshauptstadt erwartete Kiels Fahrradbeauftragter, Uwe Redecker, die Elmshorner Gruppe. "Zuerst gab es Ängste bei Radfahrern, die markierten Radfahrstreifen auf der Straße zu nutzen. Auch manche Autofahrer reagierten darauf genervt und ersetzten Rücksicht durch Hupen. Jetzt ist aber ein Wandel eingetreten. Die verschiedenen Verkehrsteilnehmer gehen rücksichtsvoller miteinander um. Eine neue Verkehrskultur ist im Entstehen."

Im Anschluss testeten die Radler verschiedenste Strecken. Ob Radfahrstreifen oder Fahrradstraße - das Fazit der Grünen fällt durchweg positiv aus: "Jede Radwegeführung muss auf der Basis der örtlichen Gegebenheiten individuell analysiert, aber dann auch fahrradfreundlich umgesetzt werden. Die Rechtsnormen geben dafür klare Prioritätsprüfungen vor.Die Vorschläge des aktualisierten Velorouten-Konzept sind gut."

Fraktionsvorsitzende Silke Pahl, die diese Fahrt nach Kiel organisiert hat, fasst zusammen: "In Kiel haben wir buchstäblich erfahren, dass die Vorschläge des aktualisierten Veloroutenkonzepts zu mehr Radfahr-Spaß und Sicherheit beitragen. Daraus resultiert für Elmshorn der Auftrag: Die Probleme schnell entschärfen und die Vorschläge im Gutachten zügig realisieren. Also packen wir es an - den fahrradfreundlichen Verkehr in Elmshorn!"

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