Holsteiner Allgemeine Zeitung
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Donnerstag, 9. September 2010
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Kino-Genuss auch dann, wenn‘s tröpfelt

Foto: Biehl

(Elmshorn/bcb) „Wir wollten einen Gegenpol zum lauten Hafenfest schaffen – ein ruhiges, gemütliches Kulturevent“, sagt Thomas Salzmann. Die Sparkasse Elmshorn sponsert einen Testballon: Das erste Picknick-Open-Air-Kino.
Dass als Veranstaltungsort   der Skulpturengarten am Torhaus  ausgewählt wurde, ist kein Zufall: „Wir wollen diese Fläche stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken“, sagt Stadtmanagerin Manuela Kase. Außerdem biete die Fläche Platz für zirka 200 Besucher und sei durch das Begrenzungsgrün gemütlich von der Straße abgeschottet.
Besucher müssen sich um das Thema Wetter nicht zu viele Gedanken machen. Die ausrichtende Hamburger Firma bringt außer Stühlen auch Decken und Regencapes mit.Famila-Marktleiter Andreas Westphal verlost im Vorfeld zehn Picknick-Körbe, die die Gewinner am Abend der Aufführung in Empfang nehmen können.
Wer gewinnen will, muss diese Frage beantworten: „Welches historische Gebäude grenzt unmittelbar an den Skulpturengarten?“ Die Lösung per Post senden an: Stadtmarketing Elmshorn, Königstraße 17, 25335 Elmshorn. Einsendeschluss ist der 8. September. Die Teilnehmer sollten für die Benachrichtigung eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse angeben.

Fünfte lange Kirchennacht

(Elmshorn/su) Die lange Nacht der Kirchen feiert in diesem Jahr ihren ersten kleinen Geburtstag. Flyer für die fünfte Auflage der Veranstaltung am Sonnabend, 25. September, liegen jetzt in der Krückaustadt aus. „Ganz bewusst haben wir die Elmshorner Veranstaltung in diesem Jahr von der langen Nacht der Kirchen in Hamburg abgekoppelt, um möglichst vielen Kulturliebhabern eine Teilnahme in beiden Städten zu ermöglichen“, heißt es von Hartmut Deutsch und Joachim Poelchau.

Ralph Giordano zu Gast in Glückstadt

(Glückstadt/mm) Nach der Sommerpause erwartet die Besucher der kulturellen Abende im Fortuna Teehuus in Glückstadt, Gr. Nübelstraße 1, ein echter Leckerbissen. Am Mittwoch, 15. September, um 19.30 Uhr ist Ralph Giordano zu Gast in der Elbestadt. Der berühmte Hamburger Journalist, Schriftsteller und Regisseur stellt in Glückstadt sein neues Buch vor. Karten für diesen Abend gibt es ab August direkt im Fortuna Teehuus.

Neues Herbst-Programm der Volkshochschulen Elmshorn und Uetersen

Foto: Urbatzka

40.000 neue Programmhefte für die Angebote der Volkshochschule Elmshorn/Uetersen werden gerade verteilt. Darin finden sich fast 550 Veranstaltungen. „In etwa ein gleichbleibend hohes Volumen“, erläutert Volkshochschulleiterin Karen Wurr-Feldmann. Als neue Kooperationspartner begrüßt die VHS die Ballett- und Musikschule in Uetersen sowie den Verein Selenogradsk e.V. Entsprechende Angebote wie beispielsweise eine Vortragsreihe zur Kurischen Nehrung finden sich im neuen Heft.

Aber auch die Fachbereiche Kultur und Gestalten oder Sprachen bieten Neuerungen. So stehen in einem neuen Angebot der Literaturwissenschaftlerin Susanne Warda die Vertreter des poetischen Realismus mit Fontane oder auch Storm im Mittelpunkt einer Reihe in Uetersen. Im Bereich Sprachen wird beispielsweise das Angebot in Dänisch ausgebaut. Hier wird neu ein Bildungsurlaub möglich. Auch ein neuer Integrationskurs „Deutsch als Fremdsprache“ startet im September.

Gut aufgestellt sieht sich auch der Bereich Gesundheit. Wer sich immer schon für das Tanzen oder für‘s Ballett begeistern konnte, kann jetzt mit der VHS loslegen. Auch einen interessanten Vortrag zum Thema Mammografie wird es geben. Neu ist außerdem das Angebot „Lach Dich fit?“ - ein Mix aus Atemübungen, Lachtrainings, Spiel und Spaß.

Auch die kostenlosen Einstufungstermine in Elmshorn und Uetersen finden wieder statt. Die genauen Daten können Sie hier unserem Veranstaltungskalender entnehmen...

Schüler-Austausch-Messe findet im September in Bargteheide statt

Ob Amerika, Australien, Indien oder China: Auslandserfahrungen werden bei jungen Menschen im Norden immer begehrter. Wer im Jahr 2011 ins Ausland will, sollte jetzt mit den Vorbereitungen beginnen. Dies gilt nicht nur für Schulaufenthalte im Ausland, sondern auch für Au Pair- und Work and Travel-Programme, Freiwilligendienste und Privatschulangebote. Besonders groß ist der Andrang bei den attraktivsten Zielen und Programmen.

Dies gilt natürlich auch für Förderprogramme und Stipendien. Für das Stipendienprogramm des Deutschen Bundestages für USA-Aufenthalte (Parlamentarisches Patenschaftsprogramm) endet die Bewerbungsfrist schon am 3. September. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten von Jugendwerken, Unternehmen, Stiftungen und Austauschorganisationen sowie das Auslands-Bafög für Schüler. Die Nachfrage übersteigt auch hier regelmäßig das Angebot. Bundesweit gehen jährlich rund 15.000 Schüler für ein Schuljahr ins Ausland; hinzu kommen die Teilnehmer an Au Pair- und Work and Travel-Programmen sowie an Freiwilligendiensten nach dem Abitur. Nach Erhebungen des renommierten Recherchen-Verlages werden Finanzierungsfragen an erster Stelle der Hindernisse für einen Auslandsaufenthalt genannt.

Die beste Möglichkeit zur Information und Klärung von Fördermöglichkeiten bieten persönliche Gespräche mit Austauschorganisationen, Ehemaligen und Fachleuten. Dafür richten die gemeinnützige BürgerStiftung Region Ahrensburg und die Deutsche Stiftung Völkerverständigung jährlich die SchülerAustausch-Messe aus. Hier präsentieren sich die führenden Austausch-Organisationen aus ganz Deutschland, Ehemalige stehen Rede und Antwort und anerkannte Fachleute informieren, was für die Vorbereitung wichtig ist. Anlässlich der Messe werden Stipendien im Wert von mehr als 40.000 Euro ausgeschrieben, auf die sich ehrenamtlich aktive Schüler aus Schleswig-Holstein bewerben können.

Die nächste SchülerAustausch-Messe findet am 18. September in Bargteheide bei Hamburg statt. Der Eintritt ist frei. Weitere Einzelheiten, auch zu den Stipendien, unter www.schueleraustausch-messe.de.

Landesregierung: Doppelhaushalt 2011/2012 mit Sparkurs beschlossen

Foto: Archiv

Die Landesregierung in Kiel hat am Dienstag, 13. Juli, den Entwurf für den Doppelhaushalt 2011 und 2012 sowie die Finanzplanung für die kommenden Jahre beschlossen. Danach wird das strukturelle Defizit um 125 Millionen Euro jährlich reduziert. Die Landesregierung will so bis 2020 das strukturelle Defizit von derzeit 1,25 Milliarden Euro abbauen. "Wir bringen die Finanzen unseres Landes auf einen Kurs, der es erlaubt, dass auch künftige Generationen frei über die Zukunft ihres Landes entscheiden können", sagte Ministerpräsident Peter Harry Carstensen.

Schleswig-Holstein sei das erste Bundesland, das diesen schweren Weg gehe, sagte der Regierungschef weiter. "Für diese schwierige Aufgabe haben wir nur zehn Jahre Zeit. Das geht nicht ohne tiefe Einschnitte. Das geht nicht ohne schmerzhafte Entscheidungen, die überall im Land und für jeden spürbar sein werden", so Carstensen. Schleswig-Holstein werde sich auf das Wesentliche konzentrieren müssen. "Wir werden das entschlossen tun. Und trotz aller Einschnitte werden wir weiterhin in Bildung, Forschung und Entwicklung investieren."

Mit dem vorgelegten Haushaltsentwurf werde der Fehlbetrag in der Erfolgsrechnung von derzeit 1,71 Milliarden Euro auf 1,48 Milliarden Euro in 2011 und 1,28 Milliarden Euro in 2012 abgesenkt, erklärte Finanzminister Rainer Wiegard. Der vorgesehene Abbaupfad des strukturellen Defizits werde mit 960 Millionen Euro (zulässig: 1.125 Millionen Euro) im Jahr 2011 und 933 Millionen Euro (zulässig: 1.000 Millionen Euro) in 2012 deutlich unterschritten. Dem strukturellen Defizit müsse der konjunkturelle Fehlbetrag hinzugerechnet werden. So betrage die reale Neuverschuldung 1,63 Milliarden Euro in 2011 und 1,35 Milliarden Euro in 2012.

Nach wie vor seien die Altschulden das größte Problem des Landeshaushaltes, sagte Wiegard. Die Zinslasten werden mit 1,14 Milliarden Euro im Jahre 2012 deutlich höher sein als das strukturelle Defizit mit 933 Millionen Euro. "Die Vergangenheit holt uns unerbittlich ein. Die Zinsen behindern unsere Zukunft", sagte der Finanzminister.

Bis 2020 werde das Land insgesamt rund 5.300 Stellen abbauen, um den Anstieg der Personalausgaben langfristig zu bremsen, erklärte Wiegard. Davon entfielen knapp 900 Stellen auf die beiden Haushaltsjahre 2011 und 2012. Dennoch werde das Budget für Personal und Verwaltung von derzeit 3,77 Milliarden Euro auf 3,88 Milliarden Euro in 2011 und 3,93 Milliarden Euro in 2012 steigen. Auch hier sei Vergangenheitsbewältigung ein Hauptverursacher der Steigerung, weil für den Anstieg der Versorgungsleistungen für Pensionäre in deren aktiver Beschäftigungszeit keine Vorsorge getroffen wurde.

Das Budget für Zuweisungen, Zuschüsse und Investitionen wird von derzeit 3,44 Milliarden Euro auf 3,29 Milliarden Euro in 2011 und 3,11 Milliarden Euro in 2012 gesenkt. "Das bedeutet, dass wir dieses Budget in zwei Jahren um 330 Millionen Euro reduzieren müssen, um die Lasten aus der Vergangenheit zu bewältigen", sagte der Finanzminister.

Sana AG schließt betriebsbedingte Kündigungen im September aus

Vor dem Ablauf des einjährigen Kündigungsschutzes am 15 September erhalten die Mitarbeiter der Regio Kliniken GmbH abschließend Klarheit über ihren Arbeitsplatz. „Wir wollen die Mitarbeiterzahl im Gesamtunternehmen stabil halten oder sogar leicht erhöhen“, teilte Hauptgeschäftsführer Otto Melchert Anfang Juli mit. „Es gibt definitiv keine Pläne, Arbeitsplätze abzubauen.“ Seit Januar diesen Jahres sind die Sana Kliniken mit 74,9 Prozent an der Regio Kliniken GmbH beteiligt. Mitgesellschafter ist der Kreis Pinneberg mit 25,1 Prozent. Die Regio Kliniken beschäftigen derzeit 2.300 Mitarbeiter.

„Unsere Personalanalysen haben ergeben, dass wir die richtige Anzahl an Mitarbeiter an Bord haben,“ sagte Melchert. „Wir haben auch in den patientenfernen Bereichen, wie in der Lagerführung oder beim Hauspersonal gute Grundstrukturen vorgefunden, die wir weiter verbessern wollen.“ Es wird jedoch einige einzelne Anpassungsangebote an Mitarbeiter geben, welche die Zahl der Beschäftigten an einzelnen Stellen verringern, um sie aber an anderen Stellen im Unternehmen aufzubauen, wo künftig mehr Personal gebraucht wird. Entlassungen soll es aber auch hier nicht geben. Welcher strukturelle Bedarf in den einzelnen Unternehmensteilen bestehe werde derzeit mit den Betriebsleitungen detailliert analysiert. Die Ergebnisse sollen bis Jahresende vorliegen. Konkrete Aussagen lassen sich daher zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht treffen.

Die Sana Kliniken unterhalten Tarifpartnerschaften mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der Ärztegewerkschaft Marburger Bund. Mit dem Eintritt in den Sana Klinikenverbund haben die Regio Kliniken die im Sana-Konzerntarifvertrag geltende Übernahmegarantie für Auszubildende übernommen. Diese kam erstmalig mit der diesjährigen Pflege-Abschlussklasse zum Tragen. Das gleiche gilt für interne Fortbildungsmöglichkeiten, die ab diesem Jahr zusätzlich 13 weiteren Pflegekräften offen stehen.

Die Regio Kliniken sind nach den Worten von Melchert einer der attraktivsten Arbeitgeber im Kreis und mit 900 Planbetten der zweitgrößte Klinikbetreiber in Schleswig-Holstein. „Wir sehen es daher als unsere Verpflichtung an, durch hochwertige Versorgungsangebote und durch sichere Arbeitsplätze einen Beitrag für die Erhaltung der hohen Lebensqualität in unserer Region zu leisten.“

Buttermarkt in Elmshorn: Die Schranke kommt in den Sommerferien

(Elmshorn/mm) „Es ist bekannt, dass der Boden belastet ist, aber der Milzbrand-Verdacht hat sich nicht bestätigt“, sagt Petra Langefeld, Leiterin des Flächenmanagements der Stadt Elmshorn. Demnach kann die Schrankenlösung am Buttermarkt noch in diesem Jahr umgesetzt werden. 80.000 Euro stehen für die Realisierung der neuen Park-raumgestaltung zur Verfügung. Die Zuwegung von der Schauenburger Straße bleibt so bestehen, wie sie ist. Daneben erfolgt über den beschrankten Eingang die Zufahrt zu den kostenpflichtigen Parkplätzen. An den Parkautomaten entrichten die Kunden zukünftig ihre  Gebühr erst, wenn sie von ihrem Einkaufsbummel zurückkehren. Auf der Buttermarkt-Seite zum Probstendamm richtet die Stadt „Park&Ride“-Parkplätze ein. Dieser Bereich erhält eine zusätzliche Absperrung. „In den Sommerferien wollen wir bauen“, so Petra Langefeld.

So wirbt Elmshorn um mehr Touristen

Foto: Biehl

(Elmshorn/bcb) „Wir wollen dem kleinen Pflänzchen Tourismus in Elmshorn zum Blühen verhelfen“, sagt der städtische Wirtschaftsförderer Thomas Becken. Das neueste Zahlenwerk des Statistischen Landesamtes zeigt es: Die  Arbeitsgruppe Tourismus, die sich vor einem Jahr gegründet hatte, muss noch ordentlich gießen. Mit 3049 Übernachtungen lag die Zahl auswärtiger Gäste im April dieses Jahres gerade mal ein Prozent höher als im Vorjahresmonat.
Diese Zahl könnte sich jetzt steigern: Gestern stellte der Arbeitskreis zwei neue Werbemittel vor, die Touristen nach Elmshorn ziehen soll. Eine 40-seitige Broschüre und ein Faltplan mit einem Stadtrundgang zu den Höhepunkten der City sind ab sofort an zentralen Stellen zu haben. Sie entstanden in Zusammenarbeit mit dem Klaus Merse Verlag.
Die Tourismusbroschüre sei ihnen auf dem Schleswig-Holstein-Tag in Rendsburg aus den Händen gerissen worden, so Becken – 2000 Stück der 10.000er-Auflage seien bereits weg. Das Heft beschreibt Sehenswürdigkeiten, nennt Öffnungszeiten und gibt einen Überblick über Unterkünfte und Gastronomie. Frisch gedruckt ist wiederum der Faltplan, eine Idee von Stadtmanagerin Manuela Kase. Er enthält einen Extrakt der Broschüre, passt in jede Hosentasche und wird, weil werbefrei, für einen Euro pro Stück abgegeben.
Erhältlich sind die Werbemittel unter anderem in der Tourist-Information im Torhaus, die jetzt auch sonnabends  offen ist und von 9 bis 13 Uhr ehrenamtlich von VBV-Mitgliedern betrieben wird. Sollte es sich lohnen, komme auch eine Sonntagsöffnung in Betracht, so Becken.

Schleswig-Holstein Musik-Festival: Konzerte in Elmshorn, Glückstadt und mehr...

Die Musiker der Gruppe "Kroke". Foto: Jacek-Dylag.

Christian Scheinert und Ulf Kremer vom Vorstand der Initiative Elmshorn sowie die Organisatoren des Schleswig-Holstein Musik Festivals rund um den Geschäftsführer der Sponsorengesellschaft, Andreas Eckel, freuen sich, im Juli und August 2010 wieder drei hochklassige Konzerte in der Reithalle der Reit- und Fahrschule an der Westerstraße präsentieren zu können.

Mehr zu den Konzerten in Elmshorn, Glückstadt, Haseldorf und Rellingen im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik-Festivals 2010 lesen Sie hier...

 

Knappe Kassen beim Land
So groß das Engagement von Firmen und Sponsoren auch ist, andere Töne lässt derzeit das Land Schleswig-Holstein erklingen. In Zeiten knapper Kassen möchte man im kulturellen Bereich generell 15 Prozent einsparen. "Ein Gespräch zwischen Festival-Intendant Prof. Rolf Beck und Bildungs- und Kulturminister Dr. Ekkehard Klug ist zuletzt ergebnislos verlaufen", erklärt Pressesprecherin Bettina Brinker den aktuellen Stand der Planungen zur Zukunft der Veranstaltung. Zurzeit bestreitet das norddeutsche Musik-Ereignis knapp 20 Prozent des Etats aus Landeszuschüssen. Wie die Finanzierung des Festivals nach 2010 insgesamt weitergeht, wird sich wohl erst auf den nächsten Stiftungsratsitzungen im Juli entscheiden.

Schulpolitik: Acht oder neun Jahre bis zum Abitur?

Auch Schulleiter Peter Rosteck (Bismarckschule, li.) und Uwe Lorenzen von der Elsa-Brändström-Schule haben sich direkt mit den Auswirkungen der Schulpolitik zu beschäftigen.

Acht Jahre? Neun Jahre? Oder beide Möglichkeiten zugleich an einer Schule? Gemeint ist die Zeit, in der Gymnasiasten auf das Abitur vorbereitet werden sollen. Seit vor zwei Jahren auch in Schleswig-Holstein die Gymnasialzeit von neun auf acht Jahre verkürzt wurde, will die Kritik an "G8" nicht verstummen - und zwar bundesweit. Insbesondere beklagen Schüler und Eltern eine hohe Stundenbelastung bereits in der Unterstufe. Denn zusätzlich zur langen Unterrichtsdauer kommen noch Hausaufgabenzeiten und Vorbereitungen auf Klassenarbeiten. Oftmals bleibt wenig Platz für Spiel, Sport oder musikalische Ambitionen.

Durch den Koalitionsvertrag, auf dem die neugewählte Landesregierung basiert, werden die Karten nun wieder neu gemischt. Künftig soll jedes Gymnasium selbst entscheiden, welche Schuldauer es anbietet - oder ob sogar beide Modelle möglich sind. Unsere Blitzumfrage bei Schulleitern der Region ergab: G8 wollte eigentlich keiner von ihnen. Aber der Teufel steckt im Detail.

Gymnasium Barmstedt, Wolf-Rüdiger Salbrecht:
Wenn Wolf-Rüdiger Salbrecht vom Barmstedter Weizsäcker-Gymnasium an diesen Punkt im Koalitionsvertrag denkt, kommt er um ein Schmunzeln nicht herum. Seine Schule hatte G8 schon seit 2001 als Modellversuch für Freiwillige angeboten - Turbo-Abi für besonders kluge Köpfe. "Die Wahlfreiheit war ein Erfolgsmodell", sagt er. Ein Viertel der Schüler habe sich für G8 entschieden, drei Viertel seien bei G9 geblieben. Als dann G8 flächendeckend Pflicht wurde, "haben die Leute mit den Füßen abgestimmt", so Salbrecht. "Das hat dazu geführt, dass wir in diesem Jahr erstmals nur drei - statt vierzügig gestartet sind." Zehn Prozent der Viertklässler mit Gymnasialempfehlung seien lieber auf eine Gesamt- bzw. Gemeinschaftsschule ausgewichen - dort wird weiterhin das Abitur nach neun Jahren abgelegt. Auf den Gymnasien gehe der höhere Leistungsdruck bei G8 "eindeutig in Richtung Überforderung", sagt Salbrecht. Auch in anderen Bundesländern werde diese Reform schon wieder reformiert. Zu entscheiden hat - wie an allen Schulen - die Schulkonferenz. Salbrecht will ihr vorschlagen, künftig wieder G8 und G9 anzubieten.

Elsa-Brändström-Schule Elmshorn, Uwe Lorenzen:
Auch Uwe Lorenzen, Direktor der Elsa-Brändström-Schule, konstatiert, dass "die Akzeptanz für G8 nicht vollständig vorhanden ist". Die Schulen hätten reagiert, indem Lernstoff komprimiert worden sei. An der EBS gebe es nun verstärkt Doppelstunden, "damit die Kinder nicht mehr so viele Fächer pro Tag haben." Er setze auf die Diskussion mit allen Elmshorner Schulen: "Ich meine, dass wir auch in Elmshorn ein G9-Angebot machen sollten." G8 ganz abzuschaffen sei dagegen "nicht vernünftig". Allerdings: "Die Ressourcen sind knapp." Soll heißen: Beide Modelle anzubieten hieße, die Lehrerzahl aufzustocken.

Bismarckschule Elmshorn, Peter Rosteck:
Schulleiter Peter Rosteck vom Elmshorner Bismarckgymnasium war zwar "persönlich nie für G8", findet es aber "fragwürdig, das Fass wieder aufzumachen". Wenn man das ernst meine, "dann müssten die jetzigen 5. und 6. Jahrgänge ebenfalls die Wahloption haben." Dafür müsste aber in den kommenden Wochen ein entsprechender Erlass aus Kiel kommen - im Moment liege ja mit dem Koalitionsvertrag nur eine Absichtserklärung vor. Nächstes Problem: Die Gesamtstundenzahl der Gymnasiasten sei von der Kultusministerkonferenz beschlossen worden, deutschlandweit gültig und nicht so einfach revidierbar.

Ludwig-Meyn-Gymnasium Uetersen, Michael Lohmann:
Rostecks Kollege Michael Lohmann vom Uetersener LMG hält eine "Rolle rückwärts für problematisch", doch ein Nebeneinander von G8 und G9 an derselben Schule findet er auch nicht gut. Er erinnert daran, dass bereits viel Geld in die Umstellung auf G8 geflossen sei - Lehrbücher oder der Bau von Mensen seien Stichworte. Lohmann räumt ein, "dass uns im musischen Bereich einiges wegbricht", weil viele Eltern wegen der Stundenbelastung der Kinder den Freizeit-Musikunterricht storniert hätten. Allerdings: "G8 ist zuwenig erprobt, um jetzt schon wieder zurückzugehen. Ich würde G8 gerne noch zwei Jahre testen und erst dann entscheiden." Im Übrigen könne derjenige, der glaube, dass G8 sein Kind überfordere, ja auch die Gemeinschaftsschule wählen.

Detlefsenschule Glückstadt, Hartmut W. Appel:
Dem pflichtet auch Hartmut W. Appel bei, der die Glückstädter Detlefsenschule leitet. "Wir brauchen ein positives Bekenntnis zum Gymnasium." Die Einführung von G8 sei konsequent und richtig gewesen. Wer das nicht schaffe, für den gebe es ja die Gemeinschaftsschule. Appel forderte eine bessere Kooperation mit Sportvereinen und Musikschulen im Rahmen des Ganztagsangebotes. Laut Appel stimmen an seiner Schule mittlerweile die Rahmenbedingungen für G8: mehr Räume, regelmäßige Verpflegung. Hierfür seien 6,5 Millionen Euro investiert worden. Auch an seiner Schule muss letzlich die Schulkonferenz über die Schuldauer entscheiden entscheiden. Aber: "Ich glaube nicht, dass wir das hier groß diskutieren werden." (bcb)

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