Fund im Glückstädter Rathaus

Was steht auf den 145 Jahre alten Zetteln?

Foto: Die Zettel in der historischen Flasche sind beschriftet. (Stadt Glückstadt)
Foto: Im Glückstädter Rathaus wird zurzeit das Foyer restauriert. (Archiv: Strandmann)

Da staunten die Restaurateure nicht schlecht. Bei Arbeiten im Glückstädter Rathaus hatten sie am 1. Oktober eine verstaubte grüne Flasche mit ungewöhnlichem Inhalt entdeckt. Das teilte die Stadtverwaltung erst jetzt mit.

Flasche lag unter einem Podest

Das Rathaus-Foyer wird seit einigen Jahren restauriert, nachdem unter dem Putz historische Wand- und Deckengemälde entdeckt worden waren. Britta Henze vom Bauamt der Stadt leitet die Restaurierung. Sie berichtet, dass die Restaurateure drei geräumige Podeste des Treppengeländers geöffnet hatten, um zu prüfen, ob darin Elektroleitungen verlaufen oder darin verlegt werden könnten. Das Gefäß lag in einem Podest, das den Eckpfosten des Geländers darstellt.

Neben der Flasche lagen weitere Zettel

Henze zufolge ist die Flasche mit beschrifteten Zetteln gefüllt. Daneben wurden Holzstücke und weitere vergilbte Papierstücke gefunden, auf denen überwiegend Namen zu lesen sind. Unter anderem ist das Jahr 1875 vermerkt. Henze geht daher davon aus, dass die Flasche ebenfalls aus der Zeit stammt. Das Gefäß soll unter Beteiligung von Experten geöffnet werden. Bürgermeisterin Manja Biel will gutachterliche Unterstützung heranziehen.

Bürgermeisterin: "2. Sensationsfund"

Die Verwaltungschefin spricht von dem "2. Sensationsfund im Glückstädter Rathaus". Zu dem 1. Fund kam es nach Angaben des Rathauses 2017. Damals plante die Verwaltung eine Umgestaltung des Rathauses. Um die ursprüngliche Farbgebung im Treppenhaus rekonstruieren zu können, legte ein Restaurator wenige Quadratzentimeter des Gemäuers frei. Unter dem weißen Wand- und Deckenanstrich trat eine historische Malerei zutage. Die Beteiligten waren von dem Fund überrascht.

Decken- und Wandmalereien stammen von 1872

Die Malereien stammen wahrscheinlich aus dem Jahr 1872, als das Rathaus wiederaufgebaut wurde. Sie bestehen aus Ölfarben auf glattem, mineralischem Putz. Darüber wurden zwei Farbschichten entdeckt. Eine stammt von 1938, die zweite aus der Zeit von 1970 bis 1990.

Kosten der Restaurierung: 410.000 Euro

Restaurator Jarek Kulicki ermittelte damals mit weiteren Freilegungen die Kosten für eine Restaurierung der gesamten Malereien im Treppenhaus: etwa 410.000 Euro. Ausgaben für eine neue Beleuchtung, neue Bodenbelage und weitere Arbeiten sind darin nicht enthalten. Das Land übernimmt 287.000 Euro.

Holzverkleidung wurde imitiert

Im Landesamt für Denkmalpflege wurde  ein historisches Foto des Innenraums von 1905 entdeckt. Darauf ist zu erkennen, dass Maler auf der Wand die Illusion einer Holzverkleidung mit Ornamenten erzeugt hatten. Sie setzten gezielt Licht und Schatten, um einen plastischen und realistischen Eindruck zu vermitteln.

(Von Jan-Hendrik Frank)

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