Dirk Woschei gewinnt Bürgermeisterwahl in Uetersen

22.11.2020

"So ein tolles Ergebnis habe ich nicht zu erhoffen gewagt"

Foto: Dirk Woschei hat die Wahl gewonnen. (Jan-Hendrik Frank)

Uetersen Dirk Woschei zeigte sich nach dem deutlichen Sieg bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag in Uetersen glücklich: "Ich bin begeistert über diesen tollen Zuspruch", sagte er am Abend. Viele positive Rückmeldungen habe er bereits während des Wahlkampfes erhalten. "Aber dass so ein tolles Ergebnis zu erzielen ist, habe ich nicht zu hoffen gewagt", stellte er fest. Der 42-Jährige erreichte in der Stichwahl 62,77 Prozent der Stimmen und wird am 1. April Amtsinhaberin Andrea Hansen ablösen. Sein Kontrahent, der CDU-Kandidat Baris Karabacak, unterlag mit 37,23 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug 41,11 Prozent, weniger als bei der Vorwahl (43,59 Prozent).

Woschei baute Stimmenvorsprung aus

Für die Stichwahl hatten sich Woschei und Karabacak in der ersten Wahlrunde am 25. Oktober qualifiziert. Schon damals lag der SPD-Kandidat mit 29,7 Prozent der Stimmen vorn. Karabacak hatte 27,07 Prozent erhalten.

Schwieriger Wahlkampf

Woschei betonte: "Ich danke allen, die mich heute Abend zum neuen Bürgermeister von Uetersen gewählt haben." Er verspreche aber auch allen Bürgern, die nicht ihre Stimme für ihn abgegeben hatten, ein allparteilicher Bürgermeister zu sein und die Wünsche und Sorgen aller Bürger ernstzunehmen.

Sein Dank galt zudem seinen Wahlhelfern und Unterstützern. Woschei berichtete: "Es war eine sehr lange Phase bis zur Stichwahl." Der Wahlkampf in Corona-Zeiten habe sich schwierig gestaltet. Zum einen bot der SPD-Kandidat Info-Stände an, um mit Bürgern ins Gespräch zu kommen. Außerdem stellte er Videos mit Stellungnahmen zu verschiedenen Themen auf seine Internetseite. "Es war mir wichtig, mich da zu zeigen", sagt der 42-Jährige.

"Kein typische SPD-Ergebnis"

Woschei führt das Ergebnis nicht allein auf seine Parteizugehörigkeit zurück. "Das ist kein typisches SPD-Ergebnis", betonte er. Die Bürgermeisterwahl sei eine reine Personenwahl. "Das hat gezeigt, dass ich hier für breite Teile der Wähler wählbar bin."

Urlaub komplett aufgebraucht

Sein Ratsmandat hatte Woschei schon vor der Wahl abgegeben. Er darf es nicht mehr aufnehmen. Bis zum Amtsantritt werde er in seinem jetzigen Job als Abteilungsleiter bei einer Hamburger Wochenzeitung noch viel zu tun haben. Seinen Urlaub habe er schon für den Wahlkampf komplett aufgebraucht, sodass der Übergang fast nahtlos erfolgen werde. "Nun gilt es, einander noch besser kennenzulernen und für Uetersen die vielen Zukunftsprojekte zügig und professionell voranzutreiben. Wir haben zusammen viel vor." Dafür wünsche er sich die Unterstützung der gesamten Kommunalpolitik sowie der Bürger.

Karabacak: Woschei hat nur durch Grüne und BfB gewonnen

Baris Karabacak beurteilte das Wahlergebnis deutlich anders als sein überlegener Konkurrent. "Es ist klar, dass Woschei durch die Unterstützung der Grünen und der BfB gwonnen hat. Er hat nicht als Person, sondern als Parteivertreter gewonnen", sagte der 33-Jährige. Zugleich hob Karabacak hervor, dass er sein Ergebnis aus der Vorwahl verbessert hat. Er drückte seinen Dank gegenüber all seinen Wählern aus.

Karabacak will in sechs Jahren wieder antreten

Der CDU-Kandidat bezeichnete es als Erfolg, dass er sich nach viermonatigem Wahlkampf für die Stichwahl qualifizierte. "Ich hatte einen tollen Rückhalt. Uetersen ist für mich gewonnen", sagte er. Karabacak ist bereit, in sechs Jahren wieder zur Bürgermeisterwahl anzutreten. "Wenn meine Partei mich aufstellt, werde ich Ja sagen", kündigte er an und betonte: "Nach der Wahl ist vor der Wahl."

Unterlegener Kandidat kündigt Umzug nach Uetersen an

Der Pinneberger will ein Wahlversprechen wahr machen und in den kommenden Monaten nach Uetersen umziehen. "Mein Slogan lautete ,Ich komme, um zu bleiben', das wird auch so sein. Das macht einen ehrlichen Menschen aus", betonte er.

(Von Jan-Hendrik Frank)