Streit zwischen Politik und Verwaltung

Baumfällungen in Langes Tannen: Bürgermeisterin will Fall klären

Foto: Dieter Schipler hat kein Verständnis für die Fällung von fünf Eichen und einem Haselnussstrauch in Langes Tannen. (Von Jan-Hendrik Frank)

Uetersen Dieter Schipler ist entsetzt. Der Uetersener SPD-Ratsherr wirft der Stadtverwaltung vor, gegen einen politischen Beschluss fünf Eichen und einen Haselnussstrauch gefällt zu haben. „Die waren so wertvoll für uns, dass wir gesagt haben: Die müssen nicht weg“, sagt er.

Gelände war zugewuchert

Die Bäume standen in Langes Tannen auf einer Wiese, die von der Heidgrabener Straße aus gesehen hinter dem Mühlenstumpf liegt und einst als Reitplatz diente. Die Fläche war Schipler zufolge zuletzt mit Büschen bewachsen.

Begehung mit Natur- und Denkmalbehörde

Laut Beschlussvorlage der Verwaltung will der Förderverein Museum Langes Tannen den Reitplatz und die Obstwiese, die sich neben einer großen Rasenfläche unterhalb einer historischen Schornsteinruine befindet, wieder herrichten. Er bietet dafür einen Zuschuss in Höhe von bis zu 20.000 Euro an. Vertreter der Forst-, Natur- und Denkmalschutzbehörde, der Stadt, eines Testamentvollstreckers und des Fördervereins unternahmen eine Begehung. Darüber wurde ein Protokoll angefertigt. Ergebnis war demnach unter anderem, dass der Reitplatz „bis zu den Baumkanten“ von Wildwuchs befreit werden sollte. Im Obstgarten sollte eine Eiche, eine Haselnuss und wild aufgewachsene Bäume gefällt werden.

Umweltausschuss wollte Bäume bewahren

Die Verwaltung übernahm diese Empfehlungen und legte sie im Oktober 2020 dem Sozial- und Umweltausschuss vor. Doch der sprach ein Veto aus. Er beschloss mit acht von elf Stimmen, die Vorschläge mit zwei Ausnahmen umzusetzen: „Die Eichen und der Haselnussstrauch werden nicht gefällt“, heißt es im Protokoll. Darin fehlt allerdings ein Hinweis, ob damit Bäume auf der Obstwiese oder auf dem einstigen Reitplatz oder an beiden Standorten gemeint sind.

Zweifel, ob auf dem Reitplatz jemals wieder geritten wird

Wie Schipler berichtet, fällten Mitarbeiter des Bauhofs Anfang vergangener Woche am Rand des ehemaligen Reitplatzes fünf ungefähr 25 Jahre alte Eichen und einen Haselnussstrauch. „Die störten doch da nicht, die standen am Rand“, sagte der Sozialdemokrat. Zudem vermutet er: „Es wird da niemand mehr reiten.“ Eine etwa 60 Jahre alte Eiche blieb stehen. Im Obstgarten sei nichts gefällt worden

SPD verlangt Ersatzpflanzungen

Schipler erwartet von der Verwaltung zum einen, neue Bäume als Ersatz anzupflanzen. Zum anderen solle sie aufklären, wie es zu der Fällung kommen konnte. Bürgermeisterin Andrea Hansen erklärte auf Anfrage: „Das prüfen wir jetzt. Wir tragen zusammen, wer wie beteiligt war.“

Förderverein: Stadt kam Pflicht zur Pflege nicht nach

Vor den Baumfällungen hatte der Förderverein die Stadt kritisiert. Laut Erbvertrag hätte sie das Gelände pflegen müssen. Dieser Pflicht sei sie aber nur teilweise nachgekommen, sodass sich das Gestrüpp auf dem Reitplatz und im Obstgarten ausbreitete. Während der Ausschusssitzung im Oktober hatte CDU-Ratsherr Helmut Schwalm angemahnt, dass der Haselnussstrauch dort gar nicht gestanden hätte, wenn die Stadt die Wiese regelmäßig gepflegt hätte. (Von Jan-Hendrik Frank)

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Foto: Urbatzka

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