17 Standorte in Elmshorn werden geschlossen

Längere Wege zum Container

Foto Glascontainer überfüllt in Elmshorn
Foto: Strandmann

Die Stadt Elmshorn zieht die Konsequenz aus der ständigen Vermüllung der Container-Standorte. Nach einer Befahrung der Problem-Flächen im August zusammen mit Vertretern der Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Abfallbehandlung des Kreises Pinneberg (GAB) werden in den nächsten Wochen zahlreiche Standorte geschlossen und mit anderen zusammengelegt. An den verbleibenden werden mehr Behälter aufgestellt. Einige Standorte sollen zudem eingezäunt, bei anderen soll der Untergrund gepflastert werden.

Die Stadt will, das Ordnung einkehrt. Auch sollen die Gefahren für Radfahrer oder Fußgänger durch Glasscherben minimiert werden. Für die Bürger bedeutet das: Viele haben künftig längere Wege zum nächsten Container. Denn 17 Standorte werden eingespart. Dass diese Maßnahmen nicht bei jedem auf Zustimmung stoßen werden, ist der Verwaltung bewusst. Im Flächenmanagement rechnet man ohnehin zunächst mit einer "Verschlimmbesserung", wenn Bürger zu gewohnten Standorten fahren, diese geschlossen vorfinden und Altglas oder Papier nicht wieder mitnehmen wollen. Die GAB will mit Schildern auf die jeweils nächst gelegene Entsorgungsmöglichkeit hinweisen. Die Verwaltung kündigt an, den Prozess genau beobachten zu wollen, spricht bewusst von einer Testphase.

(Von Rainer Strandmann, 22.09.17, 12:10 Uhr)

Polizei muss Vorstandsmitglieder in Elmshorn schützen

Bedrohungen bei Kleingärtnern

Foto Polizeiauto Schleswig-Holstein
Foto: Strandmann

Betrachtet man die Auslastungssituation des Elmshorner Kleingärtnervereins, ist eigentlich alles bestens: Von den 802 Parzellen sind aktuell nur 37 nicht belegt. "Vor allem Familien strömen zu uns", sagt Vereinsvorsitzender Thomas Harder.

Und doch ist etwas aus dem Ruder gelaufen. "Der Ton hat sich unheimlich verschärft", sagt Harder. Das ist eine freundliche Untertreibung. Mehrfach sind Mitglieder des Vorstands in der jüngsten Vergangenheit von einzelnen verärgerten Pächtern bedroht worden. Einige Male musste die Polizei gerufen werden. Eine Kolonieversammlung konnte erst fortgesetzt werden, nachdem mehrere Mitglieder einen Ruhestörer nach draußen befördert hatten. Einmal mussten sich Mitglieder schützend vor ein Vorstandsmitglied stellen. Sogar die Familie eines Ehrenamtlichen wurde bedroht.

Dabei geht es längst nicht immer um die Durchsetzung der Räumung einer Parzelle. "Die Anlässe sind oft klein", sagt Rechnungsführer Klaus Dieter Frohn. Aus Sicherheitsgründen würden Sprechstunden nur noch zu zweit abgehalten. Es sind nach Informationen unserer Zeitung Deutsche, die schnell an die Decke gehen. Mit Migranten, die 336 der 802 Parzellen belegen, "gebe es andere Probleme", heißt es. Etwa die Vorstellung, vieles umsonst bekommen zu wollen.

Auf der anderen Seite, betonen Harder und Frohn, gebe es viele Anlässe, die Freude bereiteten. Viele Kleingärtner gingen ihrem Hobby mit großer Wonne nach. Es gebe viel Zusammenhalt. "Sonst hätten wir längst hingeschmissen", so Harder. Dass so viele Parzellen verpachtet sind, hängt ihm zufolge auch damit zusammen, dass vielen Familien heute das Geld für Reisen fehle. Vermutlich aber auch mit der grundsätzlichen Toleranz der Vereinsführung. "Wir versuchen immer Lösungen zu finden, damit Pächter ihre Parzellen auch bei Schwierigkeiten behalten können", sagt Frohn. Und selbst das sporadische Übernachten wird geduldet. Die Politik weiß die Arbeit des Vorstands zu schätzen. Einstimmig empfahl der Kleingartenausschuss, den Verein 2018 mit 19.900 Euro für Wegeunterhaltung und anderes zu unterstützen.

(Von Rainer Strandmann, 15.09.17, 13:10 Uhr)

Elmshornerin Caroline Hartig (20) stand schon oft vor der Kamera

Eine junge Frau mit vielen Talenten

Foto Caroline Hartig Elmshorn
Foto: Strandmann

Ihre erste richtige Hauptrolle habe sie in "Helen Dorn" gespielt, sagt Caroline Hartig. An der Seite der bekannten Schauspielerin und Sängerin Anna Loos. Ohnehin liest sich die Liste der Schauspieler, mit denen sie bereits am Set gearbeitet hat, beeindruckend: Heino Ferch, Barbara Auer, Anja Kling, Jörg Schüttauf, Hinnerk Schönemann, Peter Striebek, Peter Michael Schnabel – allesamt Stars des deutschen Films.

"Ich hatte Glück", sagt Hartig bescheiden. Vielleicht auch das. Doch es sind wohl mehr die Qualitäten, die sie mitbringt. Schon mit sechs Jahren stand sie im Schultheater auf der Bühne. "Das hat mir immer super viel Spaß gemacht", schildert sie. Später sei sie von einer Agentur angesprochen worden, habe mit 13 Jahren Werbespots gedreht. Nicht ganz ihre Welt: "Modeln interessiert mich nicht so sehr", sagt sie. Ganz im Gegensatz zur Arbeit als Schauspielerin. "Das ist meine ganz große Leidenschaft", sagt sie mit leuchtenden Augen. "Da kann ich viel von mir selbst einbringen. Mich in Menschen einfühlen. Wie die in bestimmten Situationen denken, reagieren würden."

Die Elmshornerin verfügt neben Einfühlungsvermögen über viele Talente: Von Kindesbeinen an reitet sie, hat zwölf Jahre lang Geige gespielt, übt derzeit wieder am Klavier, malt, ist begeisterte Snowboard-Fahrerin, tanzt Jazzdance und Hiphop, segelt und hat viele Länder bereist. All das kommt ihr als Schauspielerin zugute – und eine besondere Gabe: "Ich kann wahnsinnig schnell Texte auswendig lernen." Bislang hatte sie häufig Rollen im Krimi-Milieu wie in "Tod eines Mädchens" oder "Morden im Norden". Gut vorstellen kann sie sich aber auch, in einem historischen Märchen, einem "richtigen Actionfilm" oder einer Kino-Komödie zu spielen. Neues begeistert sie ohnehin. Wie die Dreharbeiten im Januar und Februar in Südafrika für den ARD-Film "Der Weg zum Kilimandscharo". Wegen der spannenden, mitunter Mut erfordernden Arbeit mit Geparden und Affen. Aber auch, weil ihr Anna Maria Mühe zur guten Freundin geworden ist.

Ja, es gebe viel Oberflächlichkeit in der Branche, räumt sie ein. "Ich habe aber auch viele herzensgute Menschen kennengelernt." Neben der Schauspielerei will sie im Fernstudium Wirtschaftspsychologie studieren. Sicher ist sicher. Und was sagt ihr Elmshorner Freundeskreis zu ihrem Erfolg? "Meine engsten Freunde finden interessant, was ich mache, haben mich aber nie extrem ausgefragt und waren nie neidisch. Es war immer harmonisch." Noch lebt sie in Elmshorn ("es wird immer ein Stück Heimat von mir sein"), plant aber einen Umzug nach Berlin. "Hamburg bleibt aber die schönste Stadt", sagt sie, und weiß, dass sie oft pendeln wird. "Ich mag Wasser, den Norden, das Meer."

(Von Rainer Strandmann, 21.07.17, 10:11 Uhr)

Arbeiten laut Kreis Pinneberg im Zeit- und Kostenplan

Abriss der Krückau-Brücke im Gange

Foto Brückenabriss Wittenberger Straße Elmshorn
Foto: Strandmann

"Bislang sind wir exakt im Zeit- und Kostenplan", versichern Kreissprecher Oliver Carstens und Silke Dräger, Leiterin des Fachdienstes Straßenbau und Verkehrssicherheit. Heißt: Noch gehen die Verantwortlichen davon aus, dass es bei der Fertigstellung der neuen Brücke an der Wittenberger Straße in Elmshorn im Dezember dieses Jahres und bei Kosten von 1,5 Millionen Euro bleibt. Zuständig ist der Kreis Pinneberg. Der Abriss selbst ging reibungslos über die Bühne. Unliebsame Überraschungen blieben aus. Allerdings musste das Vorhaben aufwändig gesichert  werden. Damit kein Baumaterial in die darunter fließende Krückau fallen konnte, war unter dem Bauwerk eigens eine Hilfskonstruktion eingebaut worden. Während der gesamten Bauzeit für die neue Brücke bleibt es bei der Vollsperrung für den Verkehr.

(Von Rainer Strandmann, 20.04.17, 12:10 Uhr)

Elmshorner träumt von Einladung zur "Yokohama Hot Rod Show"

"Toddi" baut die coolsten Harleys

Foto Torsten Schulz Elmshorn Harley Pokale
Foto: Meisberger

Nicht per Knopfdruck, sondern mit Körperkraft via Kickstarter lässt Torsten Schulz seine Harley an und entlockt dem 1200 ccm-Motor einen unverwechselbaren, fast treckergleichen Sound. "Diese Motoren laufen seit 60 Jahren", zeigt "Toddi" unumwunden seine Faszination für die Harley Davidson-Hardware. Die "verrücktesten" Stylisten kommen übrigens nicht aus dem Harley-Land USA, sondern aus Japan.

"Das ist auch eher der Style, den ich baue", sagt der Elmshorner. Hier der handbemalte Tank, der Kraftstoff für die nächsten 120 Kilometer fast, da die Fahrradflickdose aus den 1960er Jahren als Schalthebel-Abschluss – immer wieder setzt Schulz neue Ideen an seinen Bikes um. Nicht alles ist gleich perfekt, manches wird auch mehrfach geändert ... Handarbeit ... bis es passt! Im Hauptberuf Fußbodenverleger, sind Motorräder seit der Kindheit seine Leidenschaft. Erst als KTM-Fahrer bei Motocross-Rennen, später als totaler "Old School"-Liebhaber der Chopper-Kultur. Die Harleys, die Schulz in seiner Freizeit gestaltet, fährt er selbst. Wechseln sie den Besitzer, baut er sich etwas Neues. Die entsprechenden Teile zu finden ist nicht immer leicht, meist teuer, und manchmal dem Zufall überlassen. Für seine "Purple Pain" hat er den Rahmen aus Holland, die Gabel aus Berlin und "den Motor habe ich von einem Rocker an der dänischen Grenze bekommen – verpackt in einem Schuhkarton", sagt Torsten Schulz.

Von Elmshorn aus macht sich der 48-Jährige mit anderen Motorradfans auf den Weg zu Shows und Treffen. Ganz hart am Asphalt, "Federung bietet nur die Luft im Hinterreifen", spricht er von so manch schmerzvoller Fahrt. Sein Label "Starchoppers68" ist geschützt, auch wenn es ein Hobby geblieben ist. Handgemalte Verzierungen auf Helmen oder Tankdeckel verbunden mit den Originalteilen aus dem Hause Harley Davidson. "Es auch eine Art, Kulturgut zu erhalten", sagt Schulz. Seine Leidenschaft hat ihn bereits durch Deutschland, aber auch Europa – Italien, Niederlande, Belgien –, gebracht. "Kustom Kulture Forever" in Herten, "Chopper Bash" in Flandern oder das süddeutsche "Geiselwind" – über das gesamte Jahr gibt es tolle Bike-Events, auf denen man "Toddi" Schulz und seine ausgefallenen Werke kennt. Das fanden auch "The Boss Hoss" und "Peter Maffay", in deren Musik-Videos er sich verewigen durfte. Doch es sind immer Steigerungen möglich. Die "Art & Wheels" in Basel "ist eine der angesagtesten Chopper-Shows in Europa", so Schulz, "und die AMD World Championship ein großes Ziel." Aber die "Yokohama Hot Rod Show" ist die coolste Show, "wo man hin will – Yokohama, das ist mein Traum", sagt der 48-Jährige, "aber da wird man eingeladen". Eine erfolgreiche "Purple Pain" ist da nicht hinderlich.

(Von Mario Meisberger, 24.03.17, 12:10 Uhr)

Gerüchteküche in Elmshorn zum alten C&A-Standort brodelt

Verträge mit Mietern zu Ende April

Foto ehemals C&A Schulstraße Elmshorn Post Montage
Foto: bcm, Urbatzka (Bildmontage)

In Bezug auf den Standort der Deutschen Post läuft der Stadt schlicht die Zeit weg. Schließlich sieht der Plan für den Stadtumbau vor, dass es bereits Anfang 2018 eine Standortverlagerung gibt (wir berichteten). Ende des Jahres 2016 hatte Bürgermeister Volker Hatje die Postbank in einem Schreiben sehr deutlich auf die Zeitschiene für den Stadtumbau hingewiesen. Klar dürfte auch sein, dass Post und Postbank ein Interesse daran haben, dass sich der neue Standort in der Innenstadt befindet. Unserer Zeitung bestätigte Ende 2016 der Pressesprecher der Postbank noch: "Der Standort Elmshorn ist uns wichtig." Und schon damals hieß es weiter, dass an einer Lösung gearbeitet werde.

Diese könnte jetzt mit den Planungen der Firma Semmelhaack für das ehemalige Gebäude der Modekette C&A sehr nahe liegen. Hinter dem Haus sind zudem zahlreiche Parkplätze vorhanden. Das Unternehmen Semmelhaack äußert sich allerdings nicht, solange keine Vertragsabschlüsse vorliegen: "Wir sind mit konkreten Interessenten im Gespräch und optimitisch, dass es uns bis Ende April gelingt, zu Abschlüssen zu kommen", erklärt Prokurist Arne Parchent auf Anfrage.

(Von Sascha Urbatzka, 07.03.17, 15:10 Uhr)

Viele Themenfelder kamen am 2. Februar 2017 zur Sprache

Visionen für das Bahnhofsumfeld

Foto Visionen Elmshorner Bahnhofsumfeld 2017
Foto: Open Street Map

Auf der Veranstaltung des SPD-Ortsverbandes Elmshorn am 2. Februar 2017 diskutierten etwa 50 Teilnehmer über die verschiedenen Aspekte der Bahnhofsumgestaltung. Besonders das Thema Parkgebühren im künftigen Bahnhofsumfeld wurde behandelt: "Natürlich plädieren wir nicht dafür, das Parken so teuer wie eine Monatskarte im ÖPNV zu machen", so Ulrich Lenk, SPD-Fraktionsvorsitzender. Aber es müsse ein Betrag XY her, den die Bürger für einen Stellplatz in einem Parkhaus am Bahnhof auch bereit sind zu bezahlen.

Bürgermeister Hatje lag besonders die Optimierung der Verkehrsströme in seiner Heimatstadt am Herzen: "Ich fahr' im Moment Bus – um 8 Uhr sind alle Linien voll." Zudem zöge Elmshorn die Pendlerströme (auch aus dem Umland) extrem an. Das führe dazu, dass das Park & Ride-Parkhaus am Bahnhof bereits um 7.15 Uhr dichtgeparkt sei. Außerdem würden dadurch Einkäufer das Gefühl bekommen, es sei ständig alles voll. Aber, so Hatje weiter, "wir haben freie Plätze in Parkhäusern, wir haben aber keine Ordnung drin." Er sehe die Lösung darin, klare Zonen zu schaffen. Und weiter: "Wir werden auch über ein echtes Parkhaus für Pendler reden müssen."

Schon war eine Diskussion rund um das komplette Bahnhofsgelände im Gange, die viele Bereiche neben den Schienen umfasste. "Was man machen muss, ist sicher, sich ein Stück weit von den Ideen des Wettbewerbs zum Bahnhof zu verabschieden. Hier sollte die Funktionalität im Vordergrund stehen", leitete Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) die Debatte ein. Bis 2031 würden etwa 30 Millionen Euro seitens des Landes mehr für den Nahverkehr bereit stehen, von denen auch Elmshorn profitieren könne. Zwar habe das dritte Gleis nach Hamburg im Verkehrswegeplan keine Berücksichtigung gefunden, aber das vierte Gleis am Bahnsteig in Elmshorn soll kommen. "Das wird uns ein bisschen helfen bei der Koordinierung, aber im Kern müssen wir weiter kämpfen, dass wir eine Verbesserung zwischen Elmshorn und Hamburg bekommen."

Danach wurden viele Visionen besprochen, zum Beispiel ein zusätzliches Parkhaus für Pendler an der Kleiststraße (Grafik Bereich 3) über einen privaten Investor zu realisieren. Oder auch die Idee, die Anzahl der Fahrradstellplätze dadurch zu verdoppeln, indem ein zweites Fahrradparkhaus auf der Mühlenstraßeseite (Grafik Bereich 2) errichtet werde. Zum Busverkehr ergänzte Hatje: "Ziel ist es, auf dem Holstenplatz künftig alles zu zentrieren" (Grafik Bereich 1). Das sei durchaus eine Mammutaufgabe, denn nicht nur das Bahnhofsgebäude, sondern auch ein Teil des Platzes gehörten der Bahn. Schwierigkeiten würde neben den utopischen Preisvorstellungen des Unternehmens für das Gelände zudem auch die Tatsache bereiten, dass unter dem Bahnhofsgebäude sehr viel Technik verbaut sei.

(Von Sascha Urbatzka, 07.02.17, 10:10 Uhr)

Volker Hatje sieht die Krückaustadt auf gutem Kurs

Elmshorns Bürgermeister im HAZ-Interview

Foto Bürgermeister Volker Hatje Elmshorn
Foto: Archiv

HAZ: Die Hälfte Ihrer Amtszeit ist rum. Wie hart war die Zeit? Immerhin blieb Ihnen und dem neuen Stadtrat  Dirk Moritz wenig erspart mit Betrugs-Razzia im Rathaus, Hochhausbrand in der Beethovenstraße und Flüchtlingsstrom-Herausforderung ...

Hatje: "Das waren schon drei echt harte Jahre für uns beide und das gesamte Rathaus-Team. Positiv war, dass wir alle Probleme gemeinsam, auch mit der Politik, geregelt haben."

HAZ: Sie waren der gemeinsame Kandidat von SPD, CDU und FDP. Wie wichtig war es, von einer breiten Mehrheit getragen zu werden?

Hatje: "Sehr wichtig. Insbesondere auch, eine breite Mehrheit der Bevölkerung hinter mir zu wissen. Nach 18 Jahren einer Vorgängerin war klar, dass ich einiges anders machen würde."

HAZ: Hat sich die SPD trotzdem schwergetan? Immerhin sind Sie der erste Bürgermeister der Nachkriegszeit ohne SPD-Parteibuch?

Hatje: "Die SPD hat mir mehrfach die Mitgliedschaft angeboten. Ich glaube aber, dass ich für eine Politik stehe, mit der auch die SPD gut leben kann. Ich arbeite mit allen drei genannten Parteien und auch den Grünen gut zusammen."

HAZ: Sie sind mit klaren Aussagen angetreten. Mehr Krippen- und Kindergartenplätze mit flexibleren Betreuungszeiten, mehr Ganztagsschulangebote. Ziel erreicht?

Hatje: "Das nicht. Aber das Versprechen, in dem Bereich etwas zu tun, habe ich eingelöst. Um weiter voranzukommen, fehlten die Finanzmittel. Doch wir müssen den Weg weiter gehen. Die Stadt wächst, und die Gesellschaft fordert auch mehr Krippenplätze ein. Das Ganztagsangebot an Grundschulen ist zudem einen großen Schritt vorangekommen."

HAZ: Ein zentraler Punkt war, Politik und Öffentlichkeit so transparent wie möglich zu informieren. Inwieweit war das möglich?

Hatje: "Aus meiner Sicht ist das ganz gut gelungen. Mit Bürgerbeteiligungen zum Stadtumbau oder der Stadtteilkonferenz an der Boje.-C.-Steffen-Schule, über unseren Internet-Auftritt und Facebook. Wir nutzen viele Kanäle, um zu erklären, warum wir etwas machen. Das gab es vor vier Jahren so nicht."

HAZ: Wichtig war Ihnen auch, einen Nachfolgetreff für Jugendliche nach Schließung des Apollo zu schaffen ...

Hatje: "Das ist einer der wenigen Punkte, wo wir nicht vorangekommen sind. Wir hatten viele Ideen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht umzusetzen waren. Das ist nicht so einfach, wie ich mir das vorgestellt hatte."

HAZ: Sie hatten schon vor der Wahl gesagt, für den Stadtumbau brauche es einen langen Atem. Das scheint sich zu bestätigen ...

Hatje: "... Das stimmt. Wir wollten von anderen Städten lernen, die in solchen Prozessen weiter sind, wollten Wege abkürzen. Aber auch wir hängen in Prozessabläufen fest. Das gilt besonders für die Genehmigungen im Rahmen der Städtebauförderrung. Diese Verfahren sind schrecklich langwierig."

HAZ: Elmshorn steuert mit dem Haushalt 2017 auf eine Verschuldung von 130 Millionen Euro zu. Ist das nicht schwindelerregend?

Hatje: "Nein. Wir investieren in die Zukunft. Entscheidend ist, dass wir in der Lage sind, Schuldendienst und Tilgung zu bedienen. Und alle unsere Kredite sind langfristig zinsgesichert."

HAZ: Was ist Ihnen gut gelungen?

Hatje: "Ich glaube, ich bin in der Position des Bürgermeisters gut angekommen, bin ich selbst geblieben. Mir geht es immer um die Menschen, die Sache, nicht um Ränkespiele."

HAZ: Wo müssen Sie besser werden?

Hatje: "Ich habe in den drei Jahren gelernt, dass ich mich früher positionieren muss, um klare Ergebnisse zu erzielen – auch gegen den Strom."

HAZ: Sie haben einmal gesagt: "Ich liebe meine Heimatstadt und ich möchte sie mit den Menschen, die hier leben, weiter voranbringen." Ist das eingetreten?

Hatje: "Fragen Sie die Bürger! Gefühlt: Ja. Viele sprechen mich an und sagen: Es wird besser, die Stadt kommt auf breiter Ebene voran."

HAZ: Was ist Ihnen für Elmshorn am Wichtigsten?

Hatje: "Der soziale und gesellschaftliche Zusammnhalt in der Stadt. Alle Menschen in Elmshorn sollen sich wohlfühlen, egal ob sie schon immer hier lebten oder zugewandert sind."

HAZ: Vielen Dank für das Interview zur Halbzeitbilanz.

(Von Rainer Strandmann, 27.12.16, 15:10 Uhr)

Stadt Elmshorn stellt Sky-Parkplatz auf Parkscheibe um

Verbessern ja, pendeln nein?

Foto Parkscheibe
Foto: Urbatzka

Einerseits hat sich die Stadt Elmshorn eine Verbesserung der innerstädtischen Parksituation bis 2018 unter Beteiligung der Öffentlichkeit vorgenommen, andererseits folgt direkt am 1. Dezember 2016 eine gravierende Veränderung für Pendler: Der ehemalige Sky-Parkplatz an der Berliner Straße wird auf eine Parkscheibenregelung umgestellt. Dort darf dann werktags zwischen 7 und 18 Uhr nur noch zwei Stunden lang geparkt werden. Pendler und Dauerparker sollten auf andere Flächen ausweichen.

Update: Nach Rücksprache mit Bürgermeister Volker Hatje am 29. November, hat die Stadt die Regelung auf die Anregung eines Bürgers korrigiert. Die neue Parkscheiben-Regelung gilt danach nun montags bis freitags zwischen 7 und 17 Uhr, sonnabends gilt weiterhin das freie Parken ohne Parkscheibe.

Doch in der Mitteilung der Stadt wird weiter zuvor festgestellt (Zitat) "kostenfreie Parkplätze sind überwiegend voll ausgelastet bzw. überlastet." Dennoch ... die neue Regelung soll kommen, zunächst nur bis zum 31. Dezember 2016. Und danach?

Hier die Erklärung der Stadt Elmshorn vom 24. November 2016 im Wortlaut, Fragen über Fragen stellen sich: "Um für die Thematik 'Parken in der Innenstadt' mit all ihren Facetten Lösungen entwickeln zu können, hat die Stadt Elmshorn im Herbst 2016 eine Parkraumerhebung durchgeführt. Dabei wurde die Auslastung der vorhandenen Parkplätze in der Innenstadt räumlich differenziert erhoben, und die Anteile der verschiedenen Nutzergruppen (Kurzzeitparker, Langzeit- und Dauerparker) in den für Dauerparker und Bahnpendlern relevanten Innenstadtbereichen sowie in den Wohnbereichen bestimmt. Die Auswertung ist noch nicht gänzlich abgeschlossen, folgende Aussagen können aber schon getroffen werden:

a) Große, kostenpflichtige Parkplatzanlagen im zentralen Innenstadtbereich (Buttermarkt, Nordufer, Holstenplatz) sind auch in der morgendlichen Spitzenstunde nur zu maximal 50 Prozent ausgelastet.

b) kostenfreie Parkplatzbereiche sind überwiegend voll ausgelastet bzw. überlastet; lediglich am Südufer, auf dem Parkplatz Kleiststraße der Deutschen Bahn und im Parkhaus Wedenkamp 10 sind noch Kapazitäten frei.

c) die Parkplätze im Straßenraum nördlich des zentralen Innenstadtbereichs sind weitgehend voll ausgelastet, nur punktuell waren noch einzelne freie Parkplätze vorhanden.

Außerdem wurden fragebogengestützte Befragungen der Verkehrsteilnehmer durchgeführt, um zusätzliche Informationen zu Langzeit-, bzw. Dauerparkern und Bahnpendlern zu erhalten. Um die Verbesserung der innerstädtischen Parksituation zu erreichen, soll bis 2018 unter Beteiligung der Öffentlichkeit und der Akteure vor Ort ein flächendeckendes und bereichsweise einheitliches Parkraummanagement für die Innenstadt entwickelt werden. In den öffentlichen Diskussionen zur Stärkung des innerstädtischen Einzelhandels wird immer wieder die Parkplatzsituation in Elmshorn als eine Ursache benannt. Um im Vorfeld den Innenstadtbesuchern und Kunden des Einzelhandels insbesondere in der Vorweihnachtszeit und an den Wochenmarkttagen entgegenzukommen, wird kurzfristig der Parkplatz in der Berliner Straße (ehemals Sky) ab dem 1. Dezember 2016 über eine Parkscheibenregelung zeitlich reglementiert. In der Zeit von 7 bis 18 Uhr darf werktags dort nur noch zwei Stunden geparkt werden. Diese Regelung gilt zunächst bis 31. Dezember 2016. Pendlern und Dauerparkern wird empfohlen, auf die o.h. Parkplätze mit freien Kapazitäten auszuweichen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden nach Auswertung in das Parkraumbewirtschaftungskonzept einfließen." (Zitat Ende)

(Von Sascha Urbatzka, 24.11.16, 17:31 Uhr - im zitierten Bereich Autor: Stadt Elmshorn, aktualisiert: 29.11.16, 14:23 Uhr)

"Mary Jane Killed The Cat" im Film "Plötzlich Türke"

Wie es sich für eine Rockband gehört

Foto Band "Mary Jane Killed The Cat" Elmshorn "Plötzlich Türke"
Foto: NDR/Jumping Horse Film GmbH

"Ich glaube, wir werden jetzt wirklich alle keine Schauspieler, aber die Dreharbeiten waren eine sehr, sehr coole Erfahrung für uns." MJKTC-Bandleader Jerrit (26) ist gemeinsam mit seinen Band-Kollegen Gregor, Finn und Max gespannt, wie der Film "Plötzlich Türke" beim Publikum ankommt. Er wurde am Donnerstag, 10. November, um 22 Uhr im NDR Fernsehen ausgestrahlt.

Gern erinnert er sich an die Dreharbeiten zurück: "Es war teilweise anstrengend am Set. Wir waren zu der Zeit parallel auf Tour unterwegs. Wir haben abends bis spät gespielt und mussten morgens um 7 Uhr bereits wieder für Drehs am Hamburger Airport sein." Als die Jungs dort mit kleinen Augen anrückten und in der Maske um "viel Schminke" für die Augenränder baten, gab es vom Produktionsteam aber eine eher beruhigende Antwort: "Nö. Ihr seht gerade genau so aus, wie sich das für eine Rockband gehört." Zusätzlich zu ihren "normalen Jobs" (Anmerk. d. Red.: Die Band besteht aus zwei künftigen Lehrkräften, einem Studierenden der Holzwirtschaft und einem Werbeprofi), reißen die Krückaustädter ein umfangreiches Programm als "MJKTC" ab. 2014 tourten sie durch England, 2015 gewannen sie den NDR-Contest "Schleswig-Holstein Hammer" und Anfang des Jahres waren sie auf Konzerten in Deutschland unterwegs. Kein übles Pensum für die 25- und 26-Jährigen. "Aber es bedeutet uns viel, MJKTC zu machen", so Jerrit.

Zum Engagement für den Film "Plötzlich Türke" kam es über die Kontakte im Tonstudio. Ihr Produzent habe sie angeschrieben, weil er eine Band für ein Filmprojekt suchte. Mittlerweile hat die Band den Streifen auf einem Festival gesehen und zeigte sich beeindruckt von der Qualität auf der großen Leinwand. Sänger Jerrit, der im Film durch Schauspieler Oliver Konietzny "vertreten" wird, ist aber auch ehrlich: "Ein wenig hat mir schon das Herz geblutet, dass ich dort nicht selbst singe. Aber ich habe den eigenen Stolz dann heruntergeschraubt. Es ist tolle Werbung für unsere Musik." Das ist zugleich ein gutes Stichwort. In Kürze möchte MJKTC ein Musikvideo zum Titelsong veröffentlichen, das dann auch Szenen aus dem Film enthalten soll. Eine neue CD soll 2017 folgen.

(Von Sascha Urbatzka, 04.11.16, 15:34 Uhr)

Weiterführende Links zum Thema:
Hier geht's zur Seite von "MJKTC" bei Facebook...
Hier geht's zu den Infos zum Film "Plötzlich Türke" beim NDR...
Hier geht's zum Video "White Elephant" von MJKTC (Soundtrack "Plötzlich Türke")...

Viele Strecken in der Stadt gesperrt oder verengt

Der Baustellen-Terror in Elmshorn

Foto Asphaltfräse Schulstraße Elmshorn 2016
Foto: Urbatzka

So manchem Autofahrer steht die Zornesröte ins Gesicht geschrieben – selbst, wer sich durch das Lesen der Verkehrshinweise im Internet und in der Presse gut vorbereitet hat, landet in der Krückaustadt zurzeit irgendwann "einfach so" im "stehenden Verkehr". Es scheint, als ließe es sich gar nicht verhindern. Selbst geübte Elmshorner gehen die Tricks aus, die Stau-Fallen zu umfahren. Hier dennoch einige aktuelle Verkehrshinweise, damit es etwas erträglicher wird.

Tipp 1: Der absolute Overkill erwartet die Autofahrer zum Feierabend auf der "Alten B5" vom Franzosenhof aus stadteinwärts bis zur Kreuzung Richtung Sparrieshoop/Barmstedt. Testfahrt gegen 16.50 Uhr unter der Woche: Fahrzeug an Fahrzeug ab Kreuzung Farmers Ring. Tipp: Aktuell geht es direkt durch die City tatsächlich schneller (man soll es nicht glauben).

Tipp 2: Womit das nächste Problem naht: In der City möglichst von der Hamburger Straße nicht die Hafenspange aus anfahren (Westerstraße bis Dezember nur einspurig). Hier geht es ab Höhe altes Kibek-Hochhaus auch nur im Schneckentempo vorwärts, noch schlimmer ist es vom Wedenkamp aus über Vormstegen – der Rückstau im Feierabendverkehr geht bis zur Wedenkampbrücke. Schneller geht es über die City durch die Schulstraße und über die Ost-West-Brücke (wenn nicht gerade eine Tagesbaustelle in der Schulstraße sämtliche Träume zerstört).

Tipp 3: Für Elmshorner längst ein alter Hut, aber es sei der Vollständigkeit halber erwähnt: Niemand fährt freiwillig zur Feierabendzeit über die Langelohe und biegt links in die Hamburger Straße ein, das macht man einfach nicht – besser geht's über die "Alte B5". Anders als auf der Gegenseite herrscht hier zu unserer Testzeit überwiegend freie Fahrt.

Tipp 4: Zwei Ampeln sind nichts für schwache Nerven, weil sie eine Grünphase von lediglich exakt sieben Sekunden haben: Die Ampel Finanzamt, nach links in die Kaltenweide und die Ampel Kreuzung Lise-Meitner-Straße geradeaus in die Wittenberger Straße. Zwei absolute Staufallen.

Zahlreiche kleinere Maßnahmen machen immer wieder das Chaos komplett: Am 21./22./23. Oktober beispielsweise eine Baustelle am Koppeldamm, die Sperrung des unteren Parkdecks am Bahnhof, die Sperrung am Buttermarkt (kein Parken, da Jahrmarkt) ... und hierzu der Tipp? Antwort: Wer kann, lässt das Auto stehen oder plant sehr viel Zeit ein.

(Von Sascha Urbatzka, 21.10.16, 12:34 Uhr)

Berater Claudius Mozer vermisst die Logik

Elmshorn zahlt für den Busverkehr

Foto Busverkehr Claudius Mozer SVG Südholstein
Foto: Strandmann

Es ist nur ein kurzer Satz im Gesetz zur Finanzierung des ÖPNV, der nicht nur Elmshorn, sondern auch Städte wie Uetersen und Quickborn jedes Jahr richtig Geld kostet: "Soweit kreisangehörige Gemeinden bereits freiwillig diese Aufgaben wahrnehmen, gelten die Aufgaben als übertragen." Meint: Städte die zum Zeitpunkt des Gesetzes schon einen eigenen Busverkehr bezahlt haben, werden aus der Zahlungsverpflichtung auch in Zukunft nicht entlassen. "Man hat den Status Quo einfach festgeschrieben", sagt Claudius Mozer, Geschäftsführer der SVG Südholstein Verkehrsservice GmbH, die Elmshorn in Fragen des Busverkehrs berät. In Pinneberg und anderen Orten betreibt und zahlt der Kreis Pinneberg den Busverkehr. Eine Logik kann Mozer nicht entdecken. Zumal sich der Kreis Pinneberg wohl bedanken würde, wenn Elmshorn jetzt mit dem Ansinnen käme, dieser solle auch die Kosten der Stadt übernehmen.

(Von R. Strandmann, 30.09.16, 10:12 Uhr)

Bis zu 40 Männer Ende August erwartet

Migranten ziehen in Unterkunft ein

Foto Flüchtlingsunterkunft Elmshorn
Foto: Urbatzka

Drei Monate haben die Umbauten in etwa in Anspruch genommen. Nun hat die Stadt Elmshorn bekannt gegeben, dass die zentrale Unterkunft für Migranten im ehemaligen Bürotrakt der Deutschen Post an der Kurt-Wagener-Straße fertiggestellt wurde. Es ist geplant, dass dort ab Montag, 22. August, die ersten Migranten einziehen – zunächst einmal bis zu zehn Personen. Ingesamt ist die Belegung der Zimmer mit 40 Männern geplant, die aus Syrien, dem Iran, dem Irak und Afghanistan stammen und die noch keine langfristige Bleibeberechtigung haben.

Es handelt sich dabei nicht um neuankommende Schutzsuchende", erklärt Ralf Behn vom Amt für Soziales im Rathaus. "Alle, die hier wohnen werden, kennen wir bereits." Die Migranten kämen aus anderen Wohnungen in Elmshorn. Durch die zentrale Unterbringung wird es der Stadt Elmshorn nun möglich, sich von dezentralen, gemieteten Objekten zu trennen. "Das sind Immobilien, die nicht unseren Ansprüchen genügen", so Stadtrat Dirk Moritz.

Zudem stellte er mit Stadtrat Dirk Moritz ein umfassendes Konzept für die Einrichtung an der Kurt-Wagener-Straße vor. Montags bis freitags zwischen 8 und 20 Uhr sind beispielsweise Betreuer des Dienstes "Die Johanniter" vor Ort, zwischen 18 und 4 Uhr ist sieben Tage in der Woche ein Sicherheitsdienst engagiert. Insgesamt wurden 360.000 Euro in den Umbau der Räumlichkeiten investiert, um für die Migranten eine vernünftige Unterbringung zu realisieren. Die Kosten kann die Stadt über eine sogenannte "Miete" refinanzieren, die sich aus den Flüchtlingstöpfen von Bund und Land speist. Eigentümer des Gebäudes ist die Deutsche Post. Das Foto zeigt die Ansprechpartner zu der Unterkunft in einem der Zwei-Bett-Zimmer: Ralf Behn (Amt für Soziales, v. li.) Andreas Popp und Susan Mentel (Die Johanniter), Stadtrat Dirk Moritz und Nico Calabretta (Gebäudemanagement der Stadt).

Da die Migranten teils lange auf die Bearbeitung ihrer Asylanträge warten müssen, wurden WLAN-Zugänge, Satelliten-Anlage sowie ein Gebets- und Gemeinschaftsraum geschaffen. Aber auch neue Sanitärräume, eine große Gemeinschaftsküche und eine eigene Zuwegung wurden gebaut. Insgesamt bietet das Objekt 29 Ein- oder Zwei-Bett-Zimmer. Im Bedarfsfall könnten aufgrund der Zimmergrößen sogar bis zu 80 Personen untergebracht werden. Zu dem Konzept der Einrichtung gehört aber auch eine angemessene technische Sicherheit. In den Zimmern können keine Wasserkocher oder ähnliche Geräte angeschlossen werden, Kochfelder und Backöfen der Gemeinschaftsküche müssen nach 30 Minuten per Schalterdruck wieder aktiviert werden - das soll die Gefahr von Bränden zusätzlich eindämmen.

Insgesamt leben in der Krückaustadt 850 Migranten, 168 kamen bisher im Jahr 2016 dazu. Es ist der Verwaltung zudem ein Anliegen, offen alle Fragen zu der Einrichtung zu beantworten. Daher können sich alle interessierten Bürger zwischen dem 15. und 19. August, 13 bis 18 Uhr, unter Tel. (04121) 9082640 melden, um Termine für Besichtigungen der Unterkunft zu vereinbaren.

(Von Sascha Urbatzka, 11.08.16, 17:21 Uhr)

Weiterführende Links zum Thema:
Hier geht's zum ausführlichen Artikel auf der Website der Stadt Elmshorn...

Sitzmöbel in Elmshorn wurden auf- und wieder abgebaut

Schon auf der neuen Bank gesessen?

Foto Bank Alter Markt Elmshorn
Foto: Strandmann

Da hat Elmshorns Verwaltung den Schildbürgern mächtig Konkurrenz gemacht: Lange war daran geplant worden, die Aufenthaltsqualität des Alten Marktes mit modernen Bänken zu erhöhen. Und siehe da: Am Dienstag, 24. Mai, ging es los, es wurden die Halterungen der drei handfesten Sitzgelegenheiten tatsächlich einbetoniert und die Bänke montiert. Schön sahen sie aus, gemütlich – die ersten Passanten nahmen gleich einmal Platz. Doch es war ein kurzes Vergnügen.

Denn Entsetzen malte sich auf den Gesichtern der Mitglieder des Verkehrs- und Bürgervereins ab, als diese der Neuerungen ansichtig wurden. Warum? Blockierten zwei der frisch aufgestellten Bänke doch exakt die Stellflächen für die Weinfeststände, die dort zwei Tage später aufgebaut werden sollten. Folge: 24 Stunden später - Mittwochfrüh rückten Mitarbeiter der Stadt wieder an und bauten zwei der tags zuvor gerade so schön installierten Störenfriede wieder ab – zur vorläufigen Einlagerung beim Betriebshof. Nach dem Weinfest geht das Spielchen weiter. Dann werden sie wieder aufgestellt. "Skurril", nennt Bürgermeister Volker Hatje den Vorgang. Im Flächenmanagement reagiert man kleinlaut. Das hätte man besser abstimmen müssen, heißt es dort. Zum Glück sind die Bänke extra so konzipiert, dass sie für Veranstaltungen leicht auf- und abgebaut werden können.

(Von Rainer Strandmann, 27.05.16, 10:15 Uhr)

19 Spielorte / Kartenvorverkauf für Event am 27. Mai läuft

2. Elmshorner Musiknacht in der City

Foto Musiknacht Elmshorn Organisatoren
Foto: Urbatzka

Neben dem Service und der Aufenthaltsqualität spielen Erlebnisse die zentrale Rolle, um Innenstädte gegenüber dem Online-Markt attraktiv zu halten, weiß Stadtmarketing-Geschäftsführerin Manuela Kase. Wie das auf tolle Art und Weise gelingt, stellen Stadtmarketingverein und Verkehrs- und Bürgerverein Ende Mai gemeinsam unter Beweis: Zum zweiten Mal werden am Freitag, 27. Mai, die Musiknacht und das Wein- und Schlemmerfest auf dem Alten Markt eine Symbiose eingehen. Um 18 Uhr macht die Musiknacht den Auftakt mit dem Akkordeon-Orchester der Musikschule Elmshorn und der A-Cappella-Formation "HörBänd" in der Kirche St. Nikolai, danach spielt an 17 weiteren Orten in der City die Musik, bevor das Fest auf dem Alten Markt um 22 Uhr ausklingt. "Die Veranstaltung war im vergangenen Jahr ein toller Erfolg", betont auch Jürgen Schumann vom Verkehrs- und Bürgerverein. Karten für die 2. Elmshorner Musiknacht gibt es ab sofort im Vorverkauf.

Karten für die Musiknacht:
Es werden Eintrittsbänder verkauft, die zum Einlass in die Spielstätten der Musiknacht berechtigen. Die Bänder kosten im Vorverkauf zwölf Euro (inkl. Gebühr) und sind unter anderem bei Konzert & Event in der Kirchenstraße, bei Musik-Hofer im Flamweg, in der Geschäftsstelle des Stadttheaters, Königstraße 56 sowie in der Tourismus-Info im Torhaus am Probstendamm erhältlich. An der Abendkasse werden Tickets 14 Euro kosten. Spätentschlossene erhalten diese am 27. Mai ab 16.30 Uhr am Eingang der Kirche St. Nikolai oder ab 18 Uhr am Weinstand des Verkehrs- und Bürgervereins auf dem Weinfest.

Öffnungszeiten (Musiknacht und Wein- und Schlemmerfest):
Die Elmshorner Musiknacht startet um 18 Uhr mit dem Auftakt-Konzert in der Kirche. Zwischen 19.30 und 22 Uhr treten die Künstler in den Geschäften auf, es kann dabei dort auch gestöbert und geshoppt werden. Ab 22 Uhr klingt die Musiknacht auf dem Alten Markt aus. Hier hat zudem das Wein- und Schlemmerfest des VBV geöffnet. Es beginnt bereits am Donnerstag, 26. Mai und öffnet am ersten Tag zwischen 16 und 22 Uhr. Am Freitag, 27. Mai, ist zwischen 16 und 24 Uhr geöffnet (Hinweis: Das ist anders, als auf den Plakaten zu lesen! Das Fest beginnt nicht um 14 Uhr, weil zuvor eine öffentliche Trauerfeier in der Kirche stattfindet, die nicht gestört werden soll). Am Sonnabend, 28. Mai, kann zwischen 10 und 24 Uhr das Weinfest genossen werden und am Sonntag, 29. Mai, zwischen 12 und 17 Uhr.

Die 19 Spielorte und die Musik-Acts dazu:
(01) anju, Königstraße 4, 19.30 bis 22 Uhr:
SlBaTo (Trommelmusik und afrikanischer Tanz)
(02) azafran, Schulstr. 1, 19.30 bis 22 Uhr:
Mr. Longleg (Gitarre, Rock & Soul)
(03) Bäckerei Junge, Königstr. 63, 19.30 bis 20 Uhr, 20.30 bis 21 Uhr, 21.30 bis 22 Uhr:
Akkordeontrio Handregal (Akkordeon, Klassik, Jazz und mehr)
(04) Café Algarve, Holstenstr. 7, 19.30 bis 20.15 Uhr, 21 bis 21.45 Uhr:
Pay Lip Service (Gitarre, Rock-Akkustik)
(05) Café Lykke, Alter Markt 18, 19.30 bis 22 Uhr:
Ellie (Gesang, Gitarre, Rock, Indie)
(06) Flora Sanitätshaus, Schulstr. 46-50, 19.30 bis 22 Uhr:
Bunny Morony (Gesang, Gitarre, Folk, Balladen, Pop)
(07) Hanssen for men, Marktstr. 10, 19.30 bis 19.50 Uhr, 20.30 bis 20.50 Uhr, 21.30 bis 21.50 Uhr:
Anna Haentjens und das Intermezzo Elmshorn (Streichermusik, Volksweisen)
(08) HypoVereinsbank, Damm 2, 20 bis 20.20 Uhr, 21 bis 21.20 Uhr:
HörBänd (A-Cappella-Musik)
(09) Kerkamm, Schulstr. 16, 16 bis 18 Uhr, 19.30 bis 22 Uhr:
King Street Jazzmen (Dixieland Jazz)
(10) Modehaus Ramelow, Königstr. 31, 19.30 bis 20.30 Uhr, 21 bis 22 Uhr:
"The Moneybrothers" (Coversongs, Rock, Pop)
(11) Musik Hofer, Flamweg 5, 19.30 bis 20.30 Uhr, 21 bis 22 Uhr:
"Mary Jane Killed The Cat" (Rock, Pop, Alternative)
(12) oui store, Alter Markt 15, 19.30 bis 20 Uhr, 20.30 bis 21 Uhr, 21.30 bis 22 Uhr:
"Sal y Mango" (Latin Music)
(13) Parfümerie Douglas, Königstr. 60, 19.30 bis 22 Uhr:
"Creative" (aktuelle Charts und Pop-Songs)
(14) Reformhaus Meyn, Königstr. 57, 19.30 bis 22 Uhr:
"Get Happy Brass Band" (Dixieland und klassischer Jazz)
(15) s. Oliver, Königstraße 10, 19.30 bis 19.50 Uhr, 20.15 bis 20.35 Uhr, 21 bis 21.20 Uhr:
"Just In Time" (Popmusik, Charts)
(16) Schuh Krüger, Holstenplatz 6, 19.30 bis 22 Uhr:
"Rock On Wood" (akustischer Rock, Pop, Blues)
(17) Stadtbücherei, Königstr. 56, 19.30 bis 22 Uhr:
K. Lawrenz, M. Wichmann, J. Kück und Pop-Chor (Tango Argentino, Irish Folk)
(18) Kirche St. Nikolai, Alter Markt, 18 bis 19 Uhr:
Akkordeon-Orchester der Musikschule Elmshorn und A-Cappella-Formation "HörBänd"
(19) Weinfest, Alter Markt, ab 22 Uhr:
Live-Musik mit Joe Astray (Singer/Songwriter)

(Von Sascha Urbatzka, 09.05.16, 12:10 Uhr)

Weiterführende Links zum Thema:
Hier geht's direkt zur Website des veranstaltenden Stadtmarketingvereins...
Hier gibt es Informationen zum Weinfest des Verkehrs- und Bürgervereins...

Zentraler Treff für Deutsche und Migranten angedacht

Elmshorn plant Begegnungscafé

Integration ist bundesweit das große Thema. Barmstedt hat sehr frühzeitig an der Haupteinkaufsstraße eine Anlauf- und Begegnungsstätte mit Café für Flüchtlinge und Deutsche geschaffen – und damit sehr positive Erfahrungen gemacht. Motto: Nur wer sich persönlich kennt, kann sich auch verstehen. Vergleichbares plant nun Elmshorn.

Am Mittwoch, 20. April, befasst sich die Politik mit dem Vorschlag, in den ehemaligen Räumen von "Betten Pape" an der Mühlenstraße einen offenen Treffpunkt einzurichten. Dort stehen laut Verwaltung 200 Quadratmeter zur Verfügung, um dort ein Mühlencafé einzurichten. "Seitdem die Zahl der Flüchtlinge erheblich gestiegen ist, gewinnen Fragen nach besseren Möglichkeiten der menschlichen Begegnung und individuellen Integration zunehmend an Bedeutung", heißt es zur Begründung in der Sitzungsvorlage. Bisher gibt es nur das Flüchtlingscafé im Christus Zentrum-Arche, Lornsenstraße. Doch dieses öffnet nur einmal in der Woche und ist auch nicht zentral gelegen.

Betrieben würde das neue Café vom Willkommensteam Elmshorn, das sich ehrenamtlich um die Integration von Zuwanderern kümmert. Dessen Mitglieder würden den Treffpunkt zunächst an drei Tagen in der Woche öffnen. Eine Ausdehnung dieser Zeiten ist beabsichtigt. Der Treffpunkt soll als Anlauf- und Begegnungsstätte sowie Kontaktbörse für Integration dienen. Auch weiteren Vereinen, speziell Sportclubs, könnten die Räume stundenweise als Außenstelle angeboten werden. Die Stadt würde das Objekt für fünf Jahre anmieten. Miete und Nebenkosten würden aus der Integrations- und Aufnahmepauschale bezahlt, die Elmshorn für jeden Flüchtling vom Staat erhält. Erst wenn diese Gelder auslaufen sollten, würde die Stadt selbst zahlen müssen.

(Von Rainer Strandmann, 12.04.16, 12:10 Uhr)

Sauberkeit im Krückaupark in Elmshorn soll oberstes Gebot sein

Über 1000 Zusagen zur Flunkyball-WM

Foto Bier Flunkyball ohne Etikett

Am 5. Mai 2016 (Vatertag) wird der Krückaupark in Elmshorn zum Mekka für "Flunkyball". Das ist eigentlich schlicht ein Trinkspiel, hat aber immer mehr Anhänger und soll es sogar zu einer offiziellen Weltmeisterschaft bringen. Bereits 2015 begingen einige hundert Besucher den "sportlichen Vollrausch", wie es die Veranstalter im Anschreiben des Events selbst nennen.

"Im vergangenen Jahr ist die Veranstaltung gut verlaufen", betont Martina Sözen vom Amt für Bürgerbelange im Elmshorner Rathaus. Nach den Flunkyball-Spielen hätten die Beteiligten damals den Krückaupark einwandfrei hinterlassen. Es sei komplett aufgeräumt worden. Damit scheint für 2016 klar: Am Donnerstag, 5. Mai, werden in Elmshorn beide Augen zugedrückt, um den Organisatoren den Spaß nicht zu verderben.

Immerhin ist die Bitte um Sauberkeit auch deutlich in der Einladung zur öffentlichen Veranstaltung im sozialen Netzwerk zu lesen. Dort heißt es (Zitat): "Das Wichtigste: Die Flunkyball-WM ist möglich, weil wir in der Vergangenheit gezeigt haben, dass wir eine friedliche, lustige und vor allem saubere Veranstaltung sind. Der Park ist öffentliches Gelände und muss sauber hinterlassen werden." Es werde genug Müllsäcke für alle Teilnehmer geben, außerdem seien "Müllpausen" während des Tages geplant, in denen jeder Teilnehmer noch einmal angehalten ist, den Unrat einzusammeln. Zwar muss sich natürlich dennoch gefragt werden, was passiert, wenn die Sonne am 5. Mai wirklich vom Himmel lacht und anders als 2015 als es letztlich "nur" 400 Teilnehmer vor Ort waren, dann plötzlich doch Tausende sind. Doch auch die Polizei betont, dass sie die Sache positiv sieht. Es habe bereits ein Gespräch gegeben. Danach werde die Veranstaltung im Rahmen der Streife begleitet. Generell, so die Beamten weiter, seien zum Vatertag verstärkt Kräfte im Einsatz.

Zum Spiel selbst:
Abwechselnd versuchen Teams jeweils eine in der Mitte stehende Flasche zu treffen. Passiert dies oder die Flaschen der jeweiligen Mitspieler werden umgestoßen, müssen alle Spieler der Gruppe, die an der Reihe war, schnell ihr jeweiliges Bier öffnen und leeren. Die andere Gruppe hat dann die Gelegenheit, alles wieder aufzubauen, so dass alle Flaschen wieder stehen. Dann ist der Zug quasi beendet. Das Ganze wiederholt sich fortlaufend, bis alle Biere eines Teams geleert sind. Diese Gruppe gewinnt.

Zum Regelwerk bei der WM in Elmshorn:
Bei der Weltmeisterschaft in Elmshorn gelten insgesamt 16 genauere Regeln. Diese umfassen beispielsweise Prapgraphen wie "(7) Der Flunkyball muss oberhalb der Hüfte geworfen werden", oder auch "(14) Kann ein Team nicht mehr antreten (kein Bier mehr, zu fertig etc.), gilt das Spiel als verloren."

(Von Sascha Urbatzka, 08.03.16, 12:10 Uhr)

Weiterführende Links zum Thema:
Hier geht's direkt zur Veranstaltung am 5. Mai in Elmshorn bei Facebook...
Hier geht's zum umfassenden Regelwerk von Flunkyball...
Hier geht's zum Link mit dem Regelwerk der WM in Elmshorn...

Elmshorner bringen sich bei Bürgerbeteiligung ein

Ideen für das neue Rathauskarree

Neubau Rathaus Elmshorn Modell Vorschläge Jugendvertreter
Foto: Urbatzka

Es gab so manche Punkte, die den Elmshornern im Rahmen der baulichen Anforderungen zum neuen Rathaus wichtig waren: a) Da das Gebäude mit 90 Metern sehr lang werde, gelte es, eine Vielfalt in der Fassadengestaltung zu erreichen. b) Wie wäre es, die Etagen des Gebäudes ineinander zu verdrehen, um Flächen für Dachterrassen zu schaffen? c) Das neue Haus solle doch bitte bodentiefe Fenster, eine gute Akustik, gute Beleuchtung sowie eine große Geschosshöhe aufweisen.

Ein weiterer, spannender Punkt im Rahmen der Vorstellung der Ideen war die Tatsache, dass fast alle Arbeitsgruppen eine Gastronomie im Rathaus wünschten. Zwar erklärte Moderator Wulf Dau-Schmidt, dass diese Frage noch kein Bestandteil des städtebaulichen Programms sei, aber natürlich sehr wohl Einfluss auf die bauliche Gestaltung hätte. Eine Idee, die geäußert wurde, sei beispielsweise ein Bürgercafé in dem auf dem Grundstück noch vorhandenen Güterschuppen (und somit der Erhalt dieses Baukörpers). Die Jugend sprach sich für ein sozio-kulturelles Bistro auf Vormstegen aus. Nicht unerwähnt sollte auch bleiben, dass eine Gruppe explizit gegen die Gastronomie war – damit die Angebote in der Nachbarschaft genutzt würden.

Viel Potential sehen die Elmshorner auch in Bezug auf den Kollegiumssaal gegeben – das beginne schon beim Namen. Nur in der Krückaustadt heiße dieser so, könne er nicht auch Bürgersaal, Stadtsaal o.ä. heißen? Und dann wäre da noch die Sache mit der Lage: Ebenerdig ist er aktuell gut zu erreichen – aber könne er nicht auch ganz nach oben ins neue Rathaus, so dass ein Blick auf den Hafen möglich werde? Oder, wie wäre es, den gesamten Saal in den geplanten "Hafentower" auszulagern? Oder doch besser eine große Fensterfront zum Buttermarkt hin? Klar ist, dass die Planer auf jeden Fall genug Anregungen der Elmshorner mit auf den Weg bekommen.

(Von Sascha Urbatzka, 16.02.16, 12:10 Uhr)

Elmshorn wolle spontan reagieren können

Stadt lässt Notunterkunft einrichten

Foto Hallenbad Elmshorn
Foto: Strandmann

Ob die Flüchtlingsunterkunft tatsächlich benötigt wird, weiß heute noch keiner. "Doch die Einrichtung einer Notunterkunft lässt uns besser schlafen", sagt Stadtrat Dirk Moritz. Denn niemand könne genau vorhersagen, wie viele Flüchtlinge Elmshorn in nächster Zeit zugewiesen bekomme und wie spontan die Stadt reagieren müsse. Die Notunterkunft im Hallenbad soll Mitte Februar zur Verfügung stehen. Es werde einen eigenen Zugang und eine komplette Trennung zum Bad und keinerlei Einblick in dieses geben, so Moritz. Auch werde ein abgetrennter Außenbereich geschaffen. Derzeit ist das Hallenbad langristig gesperrt. Es bildet aber weiterhin den Eingangsbereich zur Traglufthalle und zur Sauna. "In der Vergangenheit sind wir mit vorausschauender Planung gut gefahren", so Moritz. So sei auch diese Maßnahme einzuordnen.

(Von Rainer Strandmann, 19.01.16, 10:16 Uhr)

Traditioneller Begrüßungstag an der Nordakademie

375 Studierende in Elmshorn begrüßt

Foto Erstsemester-Studenten Nordakademie Elmshorn
Foto: Nordakademie

Insgesamt haben sich 375 junge Leute für ein Studium an der Elmshorner Nordakademie im Jahr 2015/16 eingeschrieben. Am Freitag, 30. Oktober, wurden sie feierlich an der Hochschule begrüßt. Die angehenden Wirtschaftsingenieure bildeten dabei das größte Studienanfänger-Kontingent. Darauf wies Hochschulpräsident Professor Dr. Stefan Behringer beim traditionellen Erstsemesterbegrüßungstag im Audimax der Hochschule hin. Die Studienanfänger, darunter 113 junge Frauen, werden sieben Semester lang an der Nordakademie und in den Kooperationsunternehmen der Hochschule in den dualen Bachelorstudiengängen Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsinformatik, Betriebswirtschaftslehre und Angewandte Informatik ausgebildet. 125 junge Leute (33 Frauen) beginnen ein Wirtschaftsingenieurstudium, 115 (58) starten mit Betriebswirtschaftslehre. Die Wirtschaftsinformatiker kommen auf 109 (17), die Angewandten Informatiker auf 26 (5) Studienanfänger. Hochschulkanzler Jörg Meier wies die neuen Studierenden in seinem Beitrag auf die Bedeutung des lateinischen Wortes "studere" hin – sich bemühen. „Die Nordakademie macht Ihnen ein Angebot an curricularer Lehre und im Studium Generale, was jeder Einzelne daraus macht, liegt jedoch an ihm selbst", betonte Jörg Meier.

(Von Sascha Urbatzka, 30.10.15, 15:02 Uhr)

Für den Titelsong von "Kartoffelsalat" in Elmshorn gedreht

Maniacs im "Zombie"-Musikvideo

Foto Dreh Musikvideo Zombie KGSE
Foto: Katja Bruhn/Lichtblick Fotoatelier

"Kartoffelsalat" ist zurzeit in aller Munde, nicht nur als Beilage zur Grillwurst, sondern vor allem auf der Leinwand. Allein der erste Trailer mit dem durch Sketchvideos bei YouTube bekannt gewordenen "Freshtorge", Torge Oelrich, hat einen Rekord aufgestellt: Der Clip hat innerhalb weniger Stunden die Millionengrenze an Klicks auf dem Portal überschritten und gilt damit als erfolgreichster deutschsprachiger Teaser aller Zeiten.

Die Komödie, die Otto Waalkes mitproduziert hat, ist eine Reise quer durch die Probleme eines pubertierenden und verliebten Schülers. Im Film sind unter anderem Otto Waalkes, Maddin Schneider, Katy Karrenbauer oder auch Wolfgang Bahro zu sehen. In den neuen Medien feiert er aber vor allem deshalb Erfolge, weil auch zahlreiche YouTuber vertreten sind: Freshtorge, Bibi, Dagi Bee, Y-Titty, Simon Desue, Die Lochis, Die Aussenseiter und Iblali stehen vor der Kamera. Und in diesem Zirkus mit von der Partie sind "Die Muskelschweine" samt ihres Elmshorner Bühnen- und Technikteams. "Das ist eine kleine 'From Zero To Hero'-Story", erklärt uns Harry GT von der Band. Den Produzenten des Films, Hauke Schlichting, kennen die Musiker aus ihrem Heimatdorf Lehe schon aus Kindertagen. "Damals waren wir im Kirchenchor, später haben wir christliche Rockmusik gemacht. Wir waren Haukes Jugendbetreuer in der Gemeinde, er war immer Fan unserer Musik."

Als für "Kartoffelsalat" eben nicht die klassische Filmmusik gesucht wurde, sondern eher etwas Rockigeres, kam man vor fünf Monaten zusammen: "Wir komponieren dir einen Zombie-Song", so die Muskelschweine. Gesagt, getan. Auch Co-Produzent Otto Waalkes hatte sich da aber schon ans Werk gemacht. Nun gibt es im Kinofilm gleich beide Musiktitel zu hören. Der Titelsong "Zombie" der Muskelschweine ist derweil längst auf sämtlichen Download-Plattformen zu bekommen. "Wir sind total happy, dass sich das alles so gefügt hat", so Harry GT über die jüngsten Ereignisse. Diese Popularität zieht nun Kreise. Samt der Elmshorner Technik-Crew geht es beispielsweise am kommenden Sonnabend, 8. August, direkt einmal zu einem großen Gig in die Kölner Lanxess Arena. "Wir haben eben beste Verbindungen nach Elmshorn", so die Band. Seit kurzem gibt es das Musikvideo zum Titel bei Youtube zu sehen (direkter Link siehe unten). Das ist nicht nur in den Räumen der KGSE während der Osterferien gedreht worden, auch die Cheerleader der Maniacs haben dabei tatkräftig mitgewirkt. Wenn das kein Grund ist, die Kinos der Region zu stürmen – hier läuft der Film seit einigen Tagen ebenfalls. Die direkten Links zu mehr Infos im Netz gibt es unter diesem Artikel.

(Von Sascha Urbatzka, 31.07.15, 15:10 Uhr, aktualisiert: 06.08.15, 17:30 Uhr)

Weiterführende Links zum Thema:
Hier geht's zur offiziellen Website des Films...
Hier geht's zur offiziellen Website der Band "Die Muskelschweine"...
Hier geht's zum Musikvideo "Zombie" bei Youtube...

Neue Kampagne gegen "Geisterradler" im Verkehr gestartet

Hui Buh auf Elmshorns Straßen

Foto Initiative gegen Geisterradler Elmshorn
Foto: Urbatzka

Die Statistik der Polizei machte es schon zu Beginn des Jahres 2015 deutlich: 28 Unfälle registrierten die Beamten 2014 in Elmshorn, weil Fahrradfahrer die falsche Straßenseite benutzt hatten. (Ältere Meldungen der Polizei zu diesem Thema können Sie unten über den Link unter diesem Artikel nachlesen.) Dieses Fehlverhalten sei der Hauptgrund bei von Radfahrern verursachten Unfällen. Wer auf der falschen Straßenseite unterwegs ist, wird von Autofahrern viel eher übersehen.

Nun wurde in der Krückaustadt die Kampagne "Geisterradler" ins Leben gerufen. Bildmarkierungen (siehe Foto) auf den Radwegen sollen die Radfahrer für das Thema sensibilisieren. Auf den Radwegen an der Langelohe, Kaltenweide, am Adenauerdamm und an der Berliner Straße lassen Stadt, Polizei und ADFC Elmshorn nun mit gelber Markierungsfarbe Logos auf die Radwege sprühen. Sie sollen Radfahrer auf Ihr Fehlverhalten aufmerksam machen. Bei der Aktion arbeiten die Kooperationspartner eng zusammen. Es ist eine der ersten Maßnahmen dieser Art in Schleswig-Holstein. Die Stadt verwendet zum Sprühen provisorische Markierungsfarbe, wie sie auch bei der Aufnahme von Verkehrsunfällen verwendet wird. Diese Farbe verblasst nach einiger Zeit. "Das ist auch so gewollt", heißt es seitens der Stadt weiter. Denn es gehe darum, durch die neu aufgesprühten Zeichen die Aufmerksamkeit zu erregen. Wenn der Gewöhnungseffekt einsetzt, verblasst das "Graffiti" wieder.

Zudem wird die Polizei im Rahmen ihrer Möglichkeiten weitere Kontrollen machen. Wer als "Geisterradler" erwischt wird, muss ein Verwarngeld zahlen. Den Fahrradfahrern soll verdeutlicht werden, wie gefährlich ihr Verhalten ist. Auch über eine neue Kampagne für das Jahr 2016 denken alle Beteiligten bereits nach.

(Von Sascha Urbatzka, 09.06.15, 09:45 Uhr)

Weiterführende Links zum Thema:
Hier geht's zu den Polizeimeldungen aus dem Jahr 2014...

Elmshorner stellte Anfrage am 21. Mai im zuständigen Ausschuss

Stadtumbau: Schöne Fassaden weg?

Foto ehemaliges Sky-Gebäude in Elmshorn
Foto: Urbatzka

Erhalt oder Abriss? Was kostet es, wenn die historischen Fassaden bleiben? Mit diesen Fragen wird sich zeitnah die Elmshorner Politik im Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen beschäftigen müssen. Der Elmshorner Holger Weiß brachte das Thema während einer Fragestunde des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU) am 21. Mai 2015 zur Sprache. Konkret wollte er wissen, ob die Front des ehemaligen Sky-Marktes an der Berliner Straße bei der Umgestaltung des Quartiers im Zuge des Rahmenplans Krückau-Vormstegen erhalten bleibt.

Ein Thema, das die Politik sicher noch ausführlich erörtern muss. Schließlich hat die Stadt kein Geld, zugleich nimmt der Volksmund hierzulande aber auch gern die Worte "In Elmshorn wird ja eh alles abgerissen, was gut aussieht" in den Mund. Die Politik dürfte sich die Sache also nicht einfach machen. Die Anfrage von Weiß beantwortete der Ausschussvorsitzende Andreas Hahn zunächst wie folgt: "Nach dem Rahmenplan soll das Gebäude abgerissen werden, über die Fassade ist allerdings noch nicht entschieden." Diese Sachlage gelte zudem auch für die Ostfassade des ehemaligen Kibek-Gebäudes auf Vormstegen. Es sei zu klären, ob der Rahmenplan an dieser Stelle durchgesetzt werde. Hahn deutete zudem an, dass dies seiner Ansicht nach keine Entscheidung ist, die lange auf sich warten lassen kann. Denn der Verkehrsplan für das Gebiet müsse auf den Weg gebracht werden, für den auch Teile des Grundstücks an der Berliner Straße benötigt würden. Einen Lichtblick für den Erhalt der Fassade sehe er aber auch: Der geplante neue Baukörper an dieser Stelle würde zu 95 Prozent in den jetzigen passen, so Hahn. Letztlich müsse das Kollegium entscheiden.

(Von Sascha Urbatzka, 26.05.15, 10:01 Uhr)

Hamburger haben Hotel und weitere Objekte gekauft

Novum Group im "Drei Kronen"

Foto Hotel Drei Kronen Elmshorn
Foto: Stadtarchiv

Früher gab es viele Gaststätten in Elmshorn – den Nord- und Südpol zum Beispiel, den Elmshorner Hof oder eben auch den Gasthof "Drei Kronen". Bis 1932 wird von insgesamt 117 Gast- und Schankwirtschaften in der Krückaustadt gesprochen. Doch diese goldenen Zeiten der Branche sind längst vorbei. In vierter Generation führte bisher Familie Andresen das Hotel "Drei Kronen" am Flamweg/Ecke Gärtnerstraße. Der Betrieb zählt zu den ältesten Unternehmen der Stadt, in einem Balken über dem Eingang ist die Jahreszahl 1752 verewigt. Früher lag der Gasthof am Richtplatz und dürfte auch Treffpunkt für viele Schaulustige gewesen sein, die den Transport der Delinquenten sehen wollten. Die Wirtschaft bildete damals das Ende des Flamwegs, der sich als Chaussee nach Itzehoe fortsetzte.

Zum Ende des Monats April 2015 zieht sich Familie Andresen aus dem Geschäft zurück. Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt die Hamburger Novum Group, dass sie das "Drei Kronen" gekauft hat. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben die achtgrößte Hotelgruppe in Deutschland. "Wir werden den Hotel-Betrieb ab 1. Mai wie gehabt fortführen", so PR-Coordinator Franziska Mettenheimer. Alle Mitarbeiter würden übernommen. Im Rahmen des Deals habe die Novum Group auch Häuser in Bremen und Norderstedt gekauft. Insgesamt ist von einem Kaufpreisvolumen "im oberen einstelligen Millionenbereich" für alle neuen Objekte die Rede. Die 1988 gegründete Gruppe führt derzeit 44 Hotels mit mehr als 3200 Zimmern. Zur Situation der Gastronomie im "Drei Kronen" sagte Mettenheimer: "Hier ist zurzeit alles offen. Es laufen Gespräche."

(Von Sascha Urbatzka, 31.03.15, 10:10 Uhr)

Weiterführende Links zum Thema:
Hier geht's zur Website des Hotel Drei Kronen...

Schüler an Elmshorner Agentur für Arbeit barsch abgewiesen

"Auskunft und Hilfe verweigert"

Foto Lennart Thiel Elmshorn
Foto: Strandmann

Es ist Montag, 9. März. Die 8. Klasse des Gymnasiums der Leibniz Privatschule hat um 8 Uhr einen Termin für einen Informationsbesuch im Berufsbildungszentrum der Agentur für Arbeit am Bauerweg. Lennart Thiel (12), einer der Schüler, ist rechtzeitig dort – doch von seinen Mitschülern keine Spur. Was Lennart nicht weiß: Seine Lehrerin ist kurzfristig erkrankt, der Termin wurde abgesagt. Der Zwölfjährige wendet sich an den Mitarbeiter am Empfang.

Was sich dann ereignet, schildert Lennart seinem Vater Jörg Thiel-Bendixen folgendermaßen. Er habe den Pförtner gefragt, ob der ihm sagen könne, wo seine Klasse sei. Statt zu helfen, sei er vom Pförtner mit den Worten abgefertigt worden, "nein, wir sind hier keine Auskunft" Die Bitte des Jungen, ob er seine Eltern anrufen dürfe, damit sie ihn abholten, sei ihm mit der Botschaft verwehrt worden: "Nein, wir sind hier ja keine Telefonzelle". Sein Sohn, der zudem unter Schmerzen wegen eines gebrochenen Armes gelitten habe, sei als Folge des Vorfalls verstört durch die Stadt gelaufen. Thiel-Bendixen: "Ich finde das unglaublich."

Die Agentur hat sich inzwischen beim Vater entschuldigt. Auf Befragen, so Pressesprecher Gerold Melson, habe der Mitarbeiter am Empfang die Situation aber anders dargestellt. Demnach meldete sich zwar ein Schüler mit dem Anliegen, telefonieren zu wollen. "Der Mitarbeiter erklärte, dass der Apparat nicht für private Telefongespräche vorgesehen sei", so Melson. "Eine weitere Klärung, warum der Schüler telefonieren wolle, kam nicht mehr zustande, da er bereits gegangen war", so Melson. Dem Mitarbeiter "sei aus der Kommunikation nicht klar geworden, dass Lennart seine Schulklasse verloren hatte. Auch ein Handicap in Form eines gebrochenen Arms war dem Mitarbeiter nicht aufgefallen", erklärt Melson. "Er kann hinter dem Empfangstresen die Besucher nur ab Brusthöhe sehen." Melson: "Auch wenn aus heutiger Sicht die Situation nicht im Detail nachzuvollziehen ist, bedauern wir sehr, dass Lennart Thiel seinem Vater berichtet, eine solche Sitaution in der Agentur für  rbeit Elmshorn erlebt zu haben." Melson: "Die besondere Situation, in die Lennart durch die Verkettung verschiedener unglücklicher Umstände gekommen ist, hat uns berührt. Wir wären sehr betrübt, wenn dadurch das Vertrauensverhältnis zu seinem Berufsberater leiden sollte."

(Von Rainer Strandmann, 17.03.15, 11:15 Uhr)

Elmshorn: Durchfahrt ab Montag, 9. März, erneut nicht mehr möglich

Ansgarstraße: Es geht wieder los!

Foto Baustelle Ansgarstraße 2015 Openstreetmap
Foto: Openstreetmap

Die Stadt Elmshorn lässt wieder die Bagger rollen. Die Kanal- und Straßenbauarbeiten an der Ansgarstraße werden nach der Winterpause nun fortgesetzt. Hierfür wird der Straßenabschnitt zwischen Thomas-Mann-Straße und Stormstraße ab Montag, 9. März, voll gesperrt. Für die Anlieger bleibt die Ansgarstraße frei, alle anderen Verkehrsteilnehmer sollten den Baustellenbereich umfahren. Die Bus-Umleitung der Linie 489 aus Klein Nordende – Start in Wedel um 6.33 Uhr – führt bis auf weiteres über die Wasserstraße und den Hainholzer Damm. Für "Ansgarstraße Mitte" hält der Bus an der Einmündung Wasserstraße. Die Stationen "Am Eiskeller" und "Reichenstraße Ost" werden für die Zeit der Baustelle nicht angefahren.

(Von Mario Meisberger, 06.03.15, 13:01 Uhr)

Weiterführende Links zum Thema:
Hier gibt es Informationen zu den Umleitungen des Busverkehrs...
Hier gibt es Informationen zur Baustelle auf der Seite der Stadt Elmshorn...

Stadtumbau in Elmshorn erstmals auch optisch zu sehen

Parkpalette am Hafen wird abgerissen

Foto Parkpalette Südufer Elmshorn 2015
Foto: Strandmann

Bau der Hafenspange, Freigabe für den Verkehr, Diskussion um das Rathaus ... klar, der Stadtumbau in Elmshorn ist schon seit einiger Zeit im Gange, doch wirklich sichtbare Zeichen eines Abrisses bekam der Elmshorner noch nicht zu sehen. Seit Anfang Februar 2015 ist das anders. Nach dem Beschluss der Politik rückte nun der erste Bagger an und begann am Dienstag, 3. Februar, damit, die Parkpalette am Südufer des Hafens niederzureißen.

Offenbar geht das recht flott voran, schon in Kürze wird das Bauwerk Geschichte sein. Die Maßnahme ist Teil des Stadtumbaus. Wie der Bereich künftig gestaltet wird, steht zwar noch in den Sternen, doch im Dezember 2014 hatte sich die Politik immerhin festgelegt, dass das neue Rathaus der Stadt auf der gegenüberliegenden Seite des Wedenkamps an der Schauenburger Straße errichtet werden soll.

Weniger Parkraum steht in Elmshorn durch den Abriss nicht zur Verfügung. Dafür sorgte ein Deal mit den Eigentümern des ehemaligen Sky-Geländes an der Berliner Straße. Fussläufig nur einige Minuten vom Hafen entfernt, hat die Stadt dort Ersatzflächen für das Parken geschaffen.

(Von Sascha Urbatzka, 03.02.15, 14:45 Uhr)

Elmshorner Stadtverordnete stimmen am 11. Dezember ab

Rathaus am Hafen chancenlos

Foto: Urbatzka

Es bleibt dabei: Elmshorns neues Rathaus wird an der Schauenburgerstraße gebaut. Während der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt am 4. Dezember fiel der Alternativplan der Initiative für Stadtbildgestalt, Nachhaltigkeit + Baukultur (SNB) bei den Verantwortlichen jedenfalls durch. Die von der SNB favorisierte Idee, das Rathaus auf der Fläche der heutigen Parkpalette am Südufer des Hafens zu bauen, widerspreche dem grundlegenden Element des Rahmenplans, der eine Öffnung vom Hafen bis zur Marsch vorsehe, erklärte Bürgermeister Volker Hatje. Auch lasse das Entwässerungskonzept für die Revitalisierung des Kibek-Hochhauses eine solche Lösung nicht zu. Genau da, wo die Initiative um Wilfried Kneffel ein Rathaus vorsehe, entstehe ein Entwässerungsknoten.

"Da bekämen wir erhebliche Probleme mit den vertraglichen Vereinbarungen mit der Firma Semmelhaack", erklärte Hatje. Wie Kneffel, schlug auch einer der knapp 60 Zuhörer vor, die Stadt solle nicht vorschnell entscheiden und die Standortvorschläge noch einmal von einer Expertenrunde begutachten lassen. "Wir müssen an der Schauenburgerstraße Attraktionen schaffen, sonst gehen die Leute nicht über den Buttermarkt", so Kneffel. Ein Rathaus sei eine solche Attraktion nicht. Sowohl Stadtentwicklerin Silke Faber als auch Ausschuss-Chef Andreas Hahn (CDU) lehnten eine Expertenrunde ab. "Die hatten wir bereits", so Hahn. Es habe einen städtebaulichen Wettbewerb mit 20 Architekturbüros gegeben. Einige der Vorschläge hätten denen von Kneffel geähnelt. Die seien aber "vernichtend durchgefallen" (Hahn). "Für mich steht fest, dass auch Expertenmeinung ist, dass die Kneffel-Idee tot ist", so Hahn. Faber erklärte: "Ein Wettbewerb ist das höchste Instrument der Baukultur. Wenn wir Respekt vor dem bundesweiten Wettbewerb haben, müssen wir am Rahmenplan festhalten."

Entscheidende Sitzung am 11. Dezember
Nach den Ausschusssitzungen (siehe auch der weitere Artikel auf dieser Seite) und der Öffentlichkeitsveranstaltung ist es wohl nur noch Formsache. Wenn am Donnerstag, 11. Dezember, um 18 Uhr das Elmshorner Stadtverordnetenkollegium zur letzten Sitzung des Jahres zusammentritt, geht es schon in Punkt 8 der Tagesordnung darum, den Standort fürs Rathaus festzulegen – und das wird demnach die Schauenburgerstraße sein. Neben vielen weiteren Themen will die Politik zudem den Stellenplan der Verwaltung und den städtischen Haushalt 2015 beschließen. Die Sitzung ist öffentlich und findet im Kollegiumssaal des Rathauses statt.

(Von Rainer Strandmann, 09.12.14, 11:10 Uhr)

Öffentliche Sitzung des Sonderausschusses am 4. Dezember ab 17.30 Uhr

Das Rathaus in der Diskussion

Foto: Urbatzka

Eigentlich scheinen die Würfel gefallen: Am 11. Dezember will das Stadtverordnetenkollegium den Standort für Elmshorns künftiges Rathaus beschließen. Das ist nach Vorstellung der beiden großen Parteien und der Verwaltung das Eckgrundstück Schauenburgerstraße/Vormstegen. Alles andere erscheint vor diesem Hintergrund unwahrscheinlich.

Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Nach dieser Devise kämpft der Elmshorner Wilfried Kneffel mit der Initiative Stadtbildgestalt, Nachhaltigkeit + Baukultur (SNB) unbeirrt für einen Standort am Südufer des Hafens. Das wird er auch am Donnerstag, 4. Dezember, tun. Insbesondere auf Druck der Grünen und der SNB hat sich die Politik entschieden, die ohnehin öffentliche Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt noch um eine Öffentlichkeitsveranstaltung zum Rathaus-Standort zu erweitern.

So tagt zuerst der Ausschuss ab 17.30 Uhr im Mehrzweckraum des Rathauses. Einer der Punkte bezieht sich schon aufs Thema Rathaus, nämlich Änderungen am Rahmenplan. Um 19 Uhr zieht die Politik in den Kollegiumssaal um. Dort kommt zuerst Rahmenplan- Architekt Hendrik Welp zu Wort. Anschließend stellt Silke Faber, Leiterin des Amts für Stadtentwicklung vor, welchen Auftrag Welp hatte und warum das Hafengrundstück nicht berücksicht wurde. Danach erhält Kneffel Gelegenheit, den Entwurf der SNB vorzustellen. Danach geht's in die Diskussion. Die Grünen rufen alle Bürger auf, die Gelegenheit zu nutzen, sich mit ihrer Meinung einzubringen. "Wir wünschen uns einen vollen Saal", sagt der Grüne Matthias Pitzer.

(Von Rainer Strandmann, 02.12.14, 16:10 Uhr)

Vier neue Kiefern nun auch vor dem Neuen Markt in Elmshorn

Lichterketten für die Kiefern

Foto Kiefern vor dem Neuen Markt in Elmshorn
Foto: Urbatzka

Vier neue Kiefern zieren seit Freitag, 8. November, den Alten Markt in der Elmshorner Innenstadt. Damit sind es nun insgesamt 37 Stück in der City. Zur Erinnerung: Während die Dahlien über die Stadt Elmshorn auf städtischen Flächen gepflanzt wurden, werden die Kiefern durch den dritten PACT in Elmshorn über die Eigentümer bezahlt und unterhalten. "Die Lenkungsgruppe des PACTs freut sich sehr, dass zudem der Eigentümer des neuen Marktes schnell auf den Zug der Königstraße aufgesprungen ist", erklärt Manuela Kase. Dadurch seien vier weitere Pflanzen nun auch dort aufgestellt worden und es ergebe sich ein schönes, einheitliches Bild. Gleichzeitig äußert die Geschäftsführerin des Stadtmarketings aber auch eine Bitte an alle Elmshorner: Wer Fahrräder an die anthrazitfarbenen Gefäße lehnt, verursacht Kratzer. Sie appelliert an alle Bürger, etwas achtsamer mit den Anschaffungen umzugehen.

Richtig stimmungsvoll wird es übrigens zur Weihnachtszeit: Nicht nur die Elmshorner Weihnachtsbeleuchtung (auch über einen PACT durch die Eigentümer finanziert), sondern auch Lichterketten an den neuen Kiefern werden installiert. Hier hat das Stadtmarketing Anregungen aus der Bevölkerung aufgegriffen. Die Lenkungsgruppe hat am Montag, 11. November, sich dafür ausgesprochen, neuartige LED-Lichterketten mit Batteriebetrieb für die 37 Pflanzen in der City anzuschaffen.

Tipp: Zur Entstehungsgeschichte der City-Begrünung in Elmshorn lesen Sie auch den nachfolgenden Artikel aus dem Oktober 2014 hier auf dieser Seite.

(Von Sascha Urbatzka, 11.11.14, 15:10 Uhr)

Begrünung der Elmshorner Königstraße im Oktober 2014

Aus Kirschlorbeer mach Kiefer

Ein Aufschrei hallte Anfang des Jahres durch Elmshorn, als das Stadtmarketing über einen neuen PACT (kurz für Partnerschaften zur Attraktivierung von City-, Dienstleistungs- und Tourismusbereichen) Grünpflanzen für die Königstraße ankündigte und es sich dabei ausgerechnet um Kirschlorbeer handelte. Grund war eine öffentliche Diskussion um die Giftigkeit des portugiesischen Kirschlorbeers.

Doch noch einmal zurück: Die Pflanze wurde durchaus zuvor von den Eigentümern im Vorfeld als die für die Begrünung am besten geeignete ausgewählt. Die potenzielle Gefährdung von Bürgern war von der PACT-Lenkungsgruppe im Vorfeld ausgiebig geprüft und mit Fachkräften diskutiert worden. Sie wurde als so gering bzw. unwahrscheinlich eingestuft, dass dieses Kriterium nicht zum Ausschluss des portugiesischen Kirschlorbeers geführt hatte. Doch die Diskussionen waren es der Gruppe Anlass genug, sich erneut mit der Auswahl der Pflanze zu befassen.

Es wurden Alternativen geprüft. Mit der "Pinus mugo Columnaris" wurde nun eine neue Begrünungsvariante gefunden, teilt das Stadtmarketing mit. Und weiter: "Hierbei handelt es sich um eine Kiefernart, die sich mit ihrem kompakten, pyramidalem Wuchs durch folgende Eigenschaften auszeichnet: Sie ist stadtklimaverträglich, frosthart, trockenheitstolerant und besitzt eine geringe Anfälligkeit gegenüber Krankheiten." Die Kiefer wird von Prof. Dipl.-Ing. Warda, 1. Vorsitzender des Förderkreises Arboretum Baumpark Ellerhoop-Thiensen e.V., und Harald Noll, der sich als Landschaftsarchitekt für die Stadt Elmshorn mit der Gestaltung befasst hat, als Begrünungselement für die Königstraße ausdrücklich empfohlen.

An insgesamt 34 Standorten in der Königstraße werden Kiefern in hochwertigen Gefäßen aufgestellt. Die Gesamthöhe der Pflanzen einschließlich Gefäß beträgt ca. 2 Meter. Die Begrünungsmaßnahme ist zunächst für fünf Jahre geplant. Das Konzept stellt auch die Pflege einschließlich Bewässerung, Säuberung, Beschnitt und Austausch der Pflanzen über den festgelegten PACT-Zeitraum sicher. Darüber hinaus soll eine saisonale oder anlassbezogene Dekoration der Bäume für ein abwechslungsreiches Erscheinungsbild sorgen. Das Aufstellen der Pflanzen ist für Mitte Oktober geplant.

(Von Sascha Urbatzka, 19.08.14, 17:30 Uhr)

Elmshorner Heidi und Peter Wiedekamm drei Jahre auf Segeltrip

"Die Reise ist das Highlight an sich"

Foto Trip Wiedekamm
Foto: Wiedekamm

Frankreich, Spanien, Portugal – als sich Heidi und Peter Wiedekamm vom Festland Europa Richtung Madeira entfernen, kommt erstmals der Gedanke auf, die Reise abzubrechen. "Da haben wir unseren nagelneuen Motor mit Seewasser geflutet", sagt Peter Wiedekamm. Doch die Elmshorner segeln weiter. Gran Canaria, St. Lucia, Panama – hinein in den Pazifik. Auf dem Weg an das "andere Ende der Welt" meistern sie kritische Momente und gefährliche Situationen. "In den Tuamotos habe ich das Boot auf ein Riff gesetzt", erinnert sich Wiedekamm – und auf dem Weg nach Australien drohte der Stormvogel wegen eines massiven Lecks zu sinken.

"Eine solche Reise stellt einen vor ganz neue Voraussetzungen", so die Wiedekamms, die erstmals nach eineinhalb Jahren zum Weihnachtsfest 2013 für vier Wochen zu ihren Lieben nach Elmshorn zurückkehrten. "Nicht, dass Familie und Freunde vergessen, wie wir aussehen“, sagen sie. Durch die Weltgeschichte zu reisen ist ein "sehr, sehr gutes Gefühl", sind sich die beiden einig, die 2003 mit dem Segeln begannen. Ihre "Lange Reise" absolvieren sie jedoch nicht nur auf dem Stormvogel. So wechselten die beiden in der Sturmsaison im Südpazifik – von November bis April – ins Wohnmobil, erkundeten Neuseeland und Australien. Bei aller Segelei ist "Down Under" Heidi Wiedekamms bisheriges Highlight der Welttour gewesen, für Ehemann Peter ist es "Französisch Polynesien" gewesen. "Aber irgendwie ist das nur die halbe Miete – das eigentliche Highlight ist die Reise an sich", sind sich die beiden einig.

Die täglichen Herausforderungen gehen einher mit wunderschönen Eindrücken von Landschaften, Begegnungen mit anderen Menschen. Dabei hält ihnen Sohn Hendrik den Papierkram vom Leibe und von ihrer "Landcrew" aus Deutschland gibt es technischen und meteorologischen Rat sowie Hilfe bei der Betreuung des Reise-Blogs, denn unter www.wiedekamm.com begleiten Heidi und Peter, die seit 1990 in Elmshorn leben, ihre "Lange Reise" mit Worten und Bildern. Im Sommer 2015 wollten sie an die Krückau zurückkehren, aber die Idee die Reisepläne über Vanuatu, Australien und Indonesien zu ändern, hat die beiden bewogen, erst einmal ein weiteres Jahr zu verlängern. Aber zum diesjährigen Weihnachtsfest fliegen sie wieder in die Heimat. Das hat Peter seiner Heidi versprochen. "Sie hat eindeutig größeres Heimweh als ich ... aber ich bin froh, dass sie darauf besteht", sagt der 49-Jährige.

(Von Mario Meisberger, 30.10.14, 16:45 Uhr)

Weiterführende Links zum Thema:
Hier geht's direkt zum Reise-Blog der Wiedekamms...

"Die Visitenkarte der Stadt" im Oktober 1964/Bundesbahndirektor kam

Bahnhof vor 50 Jahren eingeweiht

Foto Einweihung Bahnhof Elmshorn 1964
Foto: Stadtarchiv

Den riesigen goldenen Schlüssel nahm der damalige Bahnhofsvorsteher Ernst aus den Händen von Bundesbahndirektor Dr. Petzold in Empfang (siehe Foto). Außerdem spielte das Musikkorps der Bundesbahndirektion und zahlreiche Einwohner waren gekommen, als Bürgermeister Kurt Semprich gewichtige Worte fand: "Heute ist ein großer Tag für Elmshorn", erklärte er vor 50 Jahren anlässlich der offiziellen Einweihung des neuen Empfangsgebäudes des Elmshorner Bahnhofs.

Vor Vertretern von Landesregierung, Kreis Pinneberg, Bundesbahndirektion Hamburg und Stadt sagte Semprich, mit dem Gebäude sei ein "langgehegter Wunsch in Erfüllung gegangen". Es sei "die Visitenkarte der Stadt Elmshorn". Selbst Dr. Petzold war in die Krückaustadt gekommen. Dieser lobte, dass beim Bau auch städtebauliche Belange berücksichtigt worden seien. Das neue Empfangsgebäude füge sich "harmonisch in das Gesamtbild der Stadt ein". Landrat Udo Sachse schwärmte: "Das neue Gebäude trägt dazu bei, das Antlitz der Stadt zu verschönern." Der erste Fahrgast erhielt Blumenstrauß und Freifahrkarte.

Alles gut also? Nicht ganz. Denn schon in den ersten Tagen mischte sich in Stolz auch Kritik. Pendler ärgerten sich darüber, dass der östliche Fußgängerzugang gesperrt worden war. Das Vordach des gerade errichteten Gebäudes verdeckte die Bahnhofsuhr. Vor allem aber bemängelten Kritiker das Fehlen einer Toilette. Auf die war von der Bahn aus Kostengründen kurzerhand verzichtet worden. Vorschlag des Architekten: Reisende könnten doch die WCs in den Zügen nutzen. Außerdem gebe es saubere Anlagen in der neuen Bahnhofsgaststätte im Empfangsgebäude. Und letztlich, so ein Bahnvertreter, sei an dieser Stelle doch wohl die Stadt gefordert.

(Von Rainer Strandmann, 07.10.14, 15:10 Uhr)

Besonders schlimm ist die Situation in der Elmshorner Bismarckallee

Krähen: Minister sollen es selbst sehen

Foto Krähen Bäume Elmshorn
Foto: Strandmann

Die Krähen in Elmshorns Innenstadt sind nicht nur laut; mit ihrem Kot werden sie zunehmend auch zu einem Gesundheitsrisiko. Beispiel Alter Markt: Dort befindet sich sogar ein Spielplatz direkt unter den alten Bäumen. Beispiel Bismarckschule: Dort ist der Pausenhof betroffen. Beides Orte, an denen Kinder spielen und essen. Ein doppeltes Problem: Denn wo gegessen wird, finden die Vögel Nahrung.

"Es wird immer schlimmer", erkennt auch Bürgermeister Volker Hatje. Eine Lösung, die sofort greift, hat er nicht. Denn nach dem 15. März eines Jahres sind Saatkrähen geschützt, dürfen auch nicht vergrämt werden. Das Machbare hat die Stadt ausgenutzt. Für den Alten Markt, Bismackstraße und Zeppelinplatz hatte sie Genehmigungen zum Vergrämen eingeholt. Noch am letztmöglichen Tag, dem 14. März, war die Feuerwehr zudem in der Bismarckallee, holte Nester aus den hohen Bäumen. "Da sind nur vier, fünf Stück übrig geblieben",sagt Peter Rosteck, Leiter der Bismarckschule. Geholfen hat es wenig: In Scharen fielen die Tiere im Anschluss wieder an ihrem Stammplatz ein, bauten in kürzester Zeit neue Nester.

Dass es in Elmshorn immer mehr Krähen gibt, ist für Jörg Schmidt-Hilger, Mitarbeiter im Amt für Stadtentwicklung, nicht erstaunlich. "Sie gehen dahin, wo sie Nahrung finden." Zudem sei im ostholsteinischen Hügelland die Fruchtfolge auf den Äckern geändert worden. Die Lebensbedingungen für die intelligenten Vögel hätten sich dort stark verschlechtert. Viele seien auf andere Regionen ausgewichen. Hatje sieht mittlerweile die Aufenthaltsqualität der Menschen in der Stadt gefährdet.

"Ich werde jeden Minister, der uns besucht, direkt mit dem Problem konfrontieren", erklärt der Bürgermeister. Auch über eine konzertierte Protestaktion in Kiel mit Verwaltungschefs anderer stark betroffener Kommunen denkt er nach. Beurteilen kann er die Situation sehr gut: Unmittelbar vor seinem Fenster im Rathaus nistet ebenfalls eine lautstarke Krähenkolonie.

(Von Rainer Strandmann, 13.06.14, 12:15 Uhr)

Klappt noch nicht so ganz / Sensoren an Brücke spielen verrückt

Verriegelung der Klappbrücke streikt

Foto Hafenspange Elmshorn hochgeklappt
Foto: Strandmann

Eine erste Probefahrt des Ewers Gloria aus dem Elmshorner Hafen in Richtung Elbe ist am Karfreitag, 18. April, gescheitert. Aber nicht, weil es Probleme mit dem altehrwürdigen Schiff gegeben hatte. Das 1898 erbaute Wahrzeichen der Stadt konnte leider das Becken in Elmshorn nicht verlassen - weil es nigelnagelneues, weiteres Wahrzeichen die Fahrt versperrte: Die Klappbrücke klappte nicht hoch.

"Es gab Probleme mit der letzten Stufe der Verriegelung", so Hafenspangen-Projektleiter Ingo Brüss vom Flächenmanagement im Rathaus, der um Abhilfe zu schaffen, am Sonnabend vor dem Osterfest extra persönlich vor Ort war. Das Problem sei ein Zusammenspiel aus Steuerungs- und Maschinentechnik, so Brüss gegenüber unserer Zeitung weiter. Die Sensoren seien offenbar aktuell so sensibel eingestellt, dass bei kleinsten Materialschwankungen keine hundertprozentige Verankerung festgestellt wird. Damit bewegt sich die Klappbrücke gar nicht erst. "Das Problem wird aktuell weiter untersucht", so Brüss. "Nichts, was nicht in den Griff zu bekommen ist."  Schön, oder auch nicht so schön. Das heißt im Umkehrschluss, dass Brüss zurzeit auch nicht ausschließen kann, dass das Problem wieder auftritt.

Sein Not-Einsatz am Wochenende hat unterdessen Folgen für die Hersteller der Brücke: "Für uns als Stadt gibt es keine Alternative zu einem Bereitschaftsdienst, den die am Bau beteiligten Firmen leisten müssen", erklärt er. Das Abstellen der aktuellen Probleme falle unter die Gewährleistung. Aber auch einen Bereitschaftsdienst am Wochenende oder an Feiertagen könne die Stadt nicht leisten. Auch hier sieht Brüss eindeutig die Firmen in der Pflicht und fordert dies von dort nun ein.

(Von Sascha Urbatzka, 22.04.14, 14:16 Uhr)

Für Ideen ist es noch nicht zu spät / Räume nicht behindertengerecht

Nutzungskonzepte dringend gesucht

Foto Weiße Villa Elmshorn
Foto: Strandmann

"Der Albtraum wäre ein Leerstand der Weißen Villa." Das sagt Andreas Hahn, CDU-Vertreter und Mitglied im Sonderausschuss Rathaus. Dies ist auch der Grund, warum er selbst eine Veräußerung des Schmuckstücks nicht ausschließt. "Entweder wir nutzen sie, oder man muss sie verkaufen", sagt der Christdemokrat. Ausdrücklich gegen einen Verkauf ist die SPD. "Das geht gar nicht", erklärt die Sozialdemokratin und Ausschuss-Vorsitzende Monika Czemper. Allein hat die SPD allerdings keine Mehrheit im Stadtverordnetenkollegium.

Gefahr besteht in dem Moment, wenn das neue Rathaus gebaut ist. Dann gibt es keine räumliche Nähe mehr zwischen Villa und Rathaus – und eine Nutzung als Außenstelle wäre nicht mehr sinnvoll, meint Hahn. Allerdings wäre ein Verkauf auch für ihn ein "Worst-Case-Fall". Viel lieber wäre ihm eine sinnvolle öffentliche Nutzung. Schließlich war er selbst es, der anregte, das Gebäude zu einem Haus der Kultur umzufunktionieren. Da das Gebäude in keiner Weise behindertengerecht ist, wird das jedoch schwierig.Derzeit wird die Weiße Villa im Parterre für Trauungen, politische Sitzungen und kleine Empfänge genutzt. Bis auf die Trauungen würden die wohl künftig im Rathaus stattfinden. Im Obergeschoss sind Teile des Amtes für Kultur, Jugend, Schule und Sport angesiedelt.

(Von Rainer Strandmann, 08.04.14, 16:15 Uhr)

Weiterführende Hinweise zum Artikel:
Über das Formular rechts im Kasten "Themenvorschläge" können Sie uns gern eine Mail schreiben, welche Ideen Sie für die Weiße Villa haben...

Baustelle Ansgarstraße in Elmshorn: Umleitung gewöhnungsbedürftig

Und da darf ich wirklich durch?

Baustelle Ansgarstraße Elmshorn
Foto: Strandmann

Die Baustelle Ansgarstraße in Elmshorn ist erst wenige Tage alt, doch schon treten die ersten Probleme auf: Am Mittwoch, 19. März, traf ein Baggerfahrer kurz nach 16 Uhr mit der Schaufel eine Wasserleitung. 20 Haushalte waren dadurch zwei Stunden ohne Strom.

Doch damit nicht genug: Für Irritationen sorgt auch die Verkehrsführung. Autofahrer die aus der Straße An der Bahn kommen, dürfen nach rechts in die Ansgarstraße abbiegen und werden dann nach links in den Schlurrehm abgeleitet.
Das Problem: Viele Verkehrsteilnehmer drehen vor der Baustelle wieder um, weil sie das Gefühl haben, mitten in der Baustelle zu landen. Zwar steht am Ende der Straße An der Bahn der gewohnte Rechtsabbiegepfeil. Autofahrer, die dort anhalten, sehen vor sich aber nur eine aufgerissene Fahrbahn und rechts Absperrbaken. Tasten sie sich langsam vor, tauchen rechts noch Bagger im Sichtfeld auf. Dass sie tatsächlich an den Baken vorbeifahren sollen und dann über die abgefräste Fahrbahn in den Schlurrehm geleitet werden, mögen viele nicht glauben. Aus Sorge, unberechtigt in die Baustelle zu fahren, drehen sie lieber um. Es handelt sich bei der Straße An der Bahn aber nach wie vor um eine Einbahnstraße. Die Stadtverwaltung spricht von einer "kurzen Zwischenlösung".

(Von Rainer Strandmann, 21.03.14, 17:31 Uhr)

Alte Sitzmöbel sollen nicht wieder aufgestellt werden / Design offen

Neue Bänke um die Kirche in der City

Foto Manuela Kase
Foto: Archiv

Kurz bevor der Elmshorner Lichtermarkt 2013 im November eröffnete, demontierten Mitarbeiter des Betriebshofs die alten, nicht wirklich einladenden Sitzmöbel, damit die Buden besser aufgestellt werden konnten.

Aber dann wurde es noch besser. Stadtmarketing-Geschäftsführerin Manuela Kase (Foto) bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung, dass die alten, giftgrünen Bänke nicht wieder aufgestellt würden. Zwar werde in Abstimmung mit der Stadt zurzeit noch über ein Design der Bänke auf dem Alten Markt nachgedacht, aber es gebe schon Anforderungen, erklärt sie. "Wir suchen nach einer Lösung, bei der die Bänke zwar im Boden eingefasst sind, es aber die Möglichkeit gibt, sie bei Veranstaltungen zu entfernen."

Die Anschaffung moderner Sitzmöbel für den Alten Markt zieht sich allerdings nach jüngsten Einschätzungen des Flächenmanagementes der Stadt noch bis 2015 hin. Daher wurden am 5. März 2014 zunächst einmal drei schlichtere Bänke rund um die Kirche aufgestellt, damit dort bei sonnigem Wetter die Möglichkeit besteht, zu verweilen. Dies sei als eine provisorische Zwischenlösung gedacht, erklärt Maren Wehrhahn vom Flächenmanagement. Es handele sich dabei um Sitzmöbel, wie sie oft auf Sportplätzen anzutreffen seien: Zwei Gartensteine dienen als Unterkonstruktion, drauf kommen Bankbeläge aus Holz.

(Von Sascha Urbatzka, 15.11.13, 15:44 Uhr, aktualisiert: 04.03.14)

Kanalbau im Sanierungsgebiet erfordert viele Baumaßnahmen

Reichenstraße - in Elmshorn wirds eng

Foto Thomas Beiersdorf
Foto: Strandmann

"Es wird richtig schlimm. Machen Sie sich keine Hoffnungen", so die Worte des Bürgermeisters Volker Hatje, als er im zuständigen Ausschuss der Politik die Maßnahmen zur Kanalsanierung im Gebiet Vormstegen erklärte. Und: "Wir werden mit vielen Krücken, vielen Provisorien leben müssen." Eine Vorstellung davon, was auf Bürger und Stadt zukommt, vermittelte Thomas Beiersdorf von der Stadtentwässerung, dem Ausschuss. Nach dem Plan des Ingenieurs wird das gesamte Entwässerungssystem in dem Gebiet für rund 4,2 Millionen Euro umgestrickt. Die Stadt hofft, dass sich der Abwasserzweckverband daran mit einer halben Million Euro beteiligt. Die Beiersdorf-Lösung hat den Charme, dass sie gleich mehrere Entwässerungsprobleme löst. So soll beispielsweise eine neue Regenwasserleitung von der Ansgarstraße zum Osterfeld führen.

Am Hafen kann sich der Ingenieur eine 30 Zentimeter hohe Aufpflasterung längs dem Südufer vorstellen, um das Gebiet besser vor Tidenhochwasser zu schützen. Zugleich könnte ein dortiges Pumpwerk ausgebaut werden, um auch bei hohem Wasserstand der Krückau dort noch Wasser in den Fluß umheben zu können. Hatje erklärt: Der Umbau der Entwässerung im Viertel "hat absolute Priorität". Sie sei die Voraussetzung für alles Weitere im Quartier.

Der Zeitplan für die gesamte Herrichtung des Viertels ist eng: Im Jahr 2023 laufen die Fördermittel aus. Dass Hatje mit einer schnellen Umsetzung ernst machen will, daran ließ er der Politik gegenüber keinen Zweifel. Notfalls werde er Eilentscheidungen treffen, um das große Ganze nicht zu gefährden. Noch im März soll die Leitung zwischen Ansgarstraße und Osterfeld gebaut werden. Direkt im Anschluss beginnt die lange geplante Komplettsanierung der Ansgarstraße mit entsprechenden Sperrungen. Parallel soll die Spundwand am Nordufer des Hafens erneuert werden. 2015 geht's in die Vollen mit dem Umbau des Kibek-Hochhauses zu Wohnungen, der Errichtung weiterer Blocks und dem Umbau des Vormstegen von Schlossstraße bis Hafen.

(Von Rainer Strandmann, 11.02.14, 09:15 Uhr)

Krückaustadt hat viele große Projekte zu bewältigen

Elmshorns Entwicklung: Das Plan!

Foto Elmshorn Postgebäude
Foto: Strandmann

Bis zum Jahr 2023 soll Elmshorns Stadtumbau in wesentlichen Teilen abgeschlossen sein, schließlich endet dann die Fördermittelperiode des Programms "Stadtumbau West". Doch den Weg dorthin pflastern zahlreiche Großprojekte - die Stadt hat eben nicht nur eine Baustelle. Nach der Fertigstellung der Hafenspange 2013 schließen sich nun viele andere Dinge an. Wir fassen die wichtigsten Ziele, die sich die Krückaustadt gesetzt hat, hier zusammen.

Bahnhof: Der Neubau soll noch 2019 fertig werden. Im späten Frühjahr 2014 ist eine weitere Öffentlichkeitsveranstaltung geplant.

Hafen: Noch 2014 wird mit der Erneuerung der Spundwand des Nordufers begonnen. In Auftrag gegeben werden soll eine Expertise für ein mögliches Hotel am Nordufer. Es soll bis 2017 gestaltet sein. 2015 ist der Abriss der Parkpalette am Südufer geplant.

Kulturhallen: Sollte das Projekt zur Untersuchung der Knechtschen Hallen positiv enden, soll im Herbst 2014 ein Nutzungskonzept fertig sein.

Buttermarkt: Ankauf weiterer Grundstücke. Noch im Jahr 2014: Festlegung des Rathaus-Standorts. 2018, möglichst früher, soll die Post verlagert werden. Der neue Standort ist noch offen. Die alten Postgebäude werden abgerissen (siehe Foto). Spätestens 2018 wird die Schauenburgerstraße weiter nach Norden verlegt, der Buttermarkt wird dadurch schmaler, soll das Viertel weniger trennen als heute. Dazu erklärt uns Silke Faber vom Amt für Stadtentwicklung im Rathaus: "Er bleibt noch fast so groß wie der Hamburger Rathausmarkt."

Rathaus: 2018 soll der Rathaus-Neubau kommen. Offen ist, ob es 2018 auch fertig wird. Durchstich beim Apollo-Kino zur Königstraße.

Kibek-Hochhaus: 2015 möchte die Firma Semmelhaack mit dem Umbau zu Wohnungen und der Errichtung weiterer benachbarter Wohnblocks beginnen. Selbst ohne Rathaus-Neubau und Kibek werden bei der Neugestaltung des Viertels rund 100 Millionen Euro bewegt. Angesichts der Dimension sprechen Politiker von einer Generationenaufgabe.

(Von Rainer Strandmann, 28.01.14, 13:10 Uhr)

Weiterführende Links zum Thema:
Hier geht's zu Informationen zum Stadtumbau auf der Website elmshorn.de...

"Wer baut denn so etwas"? / Eine Odyssee im "Neuen Markt" in Elmshorn

Dunkle Treppenhäuser, enge Aufzüge

Foto Lift Neuer Markt voll
Foto: Urbatzka

Hertie in Elmshorn hatte früher einen ganz klaren Standort-Vorteil: Ein großes Parkhaus schloss sich an das Gebäude an, mitten in der City. Dazu kam noch, dass im Geschäft über das "Entwerten des Parktickets" ein Teil der Gebühr gespart werden konnte. Viele Krückaustädter genossen es, so unkompliziert in der Innenstadt einkaufen zu können - und vor allem auch so schnell.

Zwar ist der Standort nun "revitalisiert", d.h. in dem ehemaligen Hertie-Gebäude sind nun die Geschäfte C&A, H&M, Budnikowski und Deichmann untergebracht, aber das alte Flair "schnell noch einmal in die City" ist dahin. Die Konstellation aus Parkhaus und "Neuer Markt" macht damalige Verhältnisse nicht mehr möglich.

Denn derzeit ist es regelrecht eine Odyssee vom Parkhaus am Flamweg bis zu den Geschäften. Nach Abstellen des Pkw wartet der erste Lift oder das erste gigantische Treppenhaus auf den Kunden. Der Aufzug ist zwar für 630 Kilogramm zugelassen, doch bereits ein Kinderwagen mit Überlänge füllt ihn aus. Bleibt das Treppenhaus. Da das Licht dort über Bewegungsmelder gesteuert wird, ist es zunächst stockdunkel. Es schließt sich ein langer Gang an, der vor einer mit Kies aufgeschütteten Dachfläche endet. Ein Plattenweg führt darüber hinweg. Rechts geht es zu noch leeren Büros und zum zweiten Treppenhaus – hier ist es erneut zappenduster. In den Ecken stehen Baumaterialien herum. „Noch sind hier 450 Quadratmeter an Büroflächen leer“, bestätigt Projektmanagerin Maria Koopmann den Eindruck.

Links geht es zu Lift Nummer zwei – wieder für maximal 630 Kilogramm. Es vergehen drei Touren, bevor das Zusteigen überhaupt möglich ist. Der Aufzug ist ständig voll und transportiert Mütter und Väter mit Kinderwagen von A nach B. Fazit: Einfach geht anders. Muss das so sein? Dazu Koopmann: "Es war von Anfang an so geplant, weil nur so die für die Firmen nötigen Größen der Verkaufsflächen erreicht werden konnten." Das tröstet nur wenig. "Der Fahrstuhl wird doch stärker benutzt, als wir das ursprünglich angenommen hatten." Immerhin wird ein erster, zarter Schritt zur Nachbesserung unternommen: Noch im Frühjahr soll es möglich werden, vom bereits existierenden Treppenhaus (auf dem Dach stehend rechter Hand) direkt zu C&A durchgehen zu können. Das dürfte eine deutliche Verbesserung des Ist-Zustandes darstellen.

(Von Sascha Urbatzka, 14.01.13, 11:23 Uhr)

Die Redaktion direkt
Foto: Urbatzka

Sie haben Anregungen?

Melden Sie sich bei uns!

Selbstverständlich erreichen Sie uns auch schnell und zügig telefonisch. Bei Fragen rund um die Berichterstattung helfen wir Ihnen unter der Rufnummer (04121) 2673-35 gern weiter. Auch telefonisch freuen wir uns über Ihre Anregungen und Tipps!

Themenvorschläge

Post für die Redaktion

Ich habe einen Tipp!

"Gehört das nicht in die Zeitung?" - Wir lieben diese Frage. Schicken Sie uns über unser Redaktions-Formular doch einfach einmal einen kurzen Hinweis per Mail - und wer weiß, vielleicht können Sie Ihr Thema schon bald bei uns nachlesen. Hier geben Sie uns einen Tipp...