Anlagen bis zu 30 Jahre alt

14.10.2020

B431 in Elmshorn: Ampelphasen nerven viele Autofahrer

Foto: Andreas Meyer aus Seester fährt auf der B431 in Elmshorn auf eine rote Ampel in Höhe des Netto-Markts zu. Die Grüne Welle gibt es höchstens bei Tempo 80, vermutet der 59-Jährige. (Jan-Hendrik Frank)

Elmshorn Andreas Meyer ist genervt. Der 59-Jährige ärgert sich über die Ampelphasen in Elmshorn auf der Bundesstraße 431. Regelmäßig fährt er aus Seester zum Einkaufen in die Stadt. „Man kriegt keine Grünphase, es sei denn, man fährt 80“, stellt Meyer fest.

Testfahrt: fünf grüne und sieben roten Ampeln

Eine Testfahrt der Holsteiner Allgemeine an einem Werktag gegen 8 Uhr auf der B431 aus Richtung Uetersen zeigt: Die Ampeln am Abzweig nach Seester, vor dem Netto-Markt und der Hafen- spange waren grün. Es folgten rote Signale in Höhe der Hafenstraße, der Straße Vormstegen und der Berliner Straße. Am Abzweig zum Steindamm und an einem folgenden Fußgängerüberweg galt freie Fahrt. Dann musste bis zur Lise-Meitner-Straße an vier Ampeln gehalten werden.

Grüne Welle kann nur in eine Richtung programmiert werden

Das Rathaus betont auf Anfrage: Die Grüne Welle ist ein Ziel, das angestrebt, aber nicht immer erreicht wird. Diese könne nur für eine Fahrtrichtung programmiert werden. Wenn der Verkehrsfluss in der einen Richtung optimiert wird, können sich die Grünphasen für die Gegenrichtung verschlechtern.

Hauptverkehrsstrom führt morgens Richtung Autobahn und abends zurück

Die Verwaltung versucht, jeweils den Hauptverkehrsstrom zu begünstigen: Morgens rollen die meisten Autos von Uetersen her in die Stadt hinein und weiter Richtung Autobahn. Abends dreht sich die Blechlawine um. Das Problem: Zahlreiche Störfaktoren unterbrechen die Grüne Welle immer wieder.

"Das Gefühl einer Grünen Welle"

Malte Schmidt, stellvertretender Leiter des Flächenmanagements, sagt über die B431 in Elmshorn: „Man kann das Gefühl einer Grünen Welle haben, aber es ist abhängig von der Tageszeit, der Richtung, den Abbiegern, den Bussen und den Bedarfsampeln.“ Abbiegende Autofahrer sorgen für Stau. Busse kündigen sich per Funk bei den Ampeln an, erhalten bevorzugt Grün und bremsen so andere Verkehrsteilnehmer aus. Bei Baustellen müssen Ampeln umprogrammiert werden – zurzeit fast wöchentlich.

Je nach Tageszeit unterschiedliche Programme

Die Verwaltung versucht, diese Faktoren bei der Verkehrslenkung zu berücksichtigen. So laufen in den Ampelanlagen entlang der B431 je nach Tageszeit unterschiedliche Programme ab. Sie sollen jeweils dem Hauptverkehrsstrom die Fahrt erleichtern.

Radfahrer werden immer stärker begünstigt

An manchen Stellen begünstigt das Rathaus wegen Kritik von Bürgern aber auch bewusst Fußgänger sowie Radfahrer. So wandelte die Verwaltung die Fußgängerampel an der Hamburger Straße, Ecke Bussardweg in eine Bedarfsampel um. Passanten hatten sich darüber beschwert, dass die automatische Steuerung sie zu lange warten lasse. Die Bedarfsampel bremst jetzt allerdings die Grüne Welle der Autos aus.

Veloroute an der Hafenspange: Autos müssen warten

Wünsche der Radler wurden auch an der Einmündung der Hafenspange in die Westerstraße erfüllt. Dort verläuft eine Veloroute. Die Ampel für Fußgänger und Zweiradfahrer, die die Westerstraße überqueren möchten, springt gleichzeitig mit der Ampel für Autofahrer, die nach rechts auf die Bundesstraße abbiegen wollen, auf Grün. Radfahrer erhalten dadurch den Vortritt.

Rathaus will Kreuzung Gerberstraße, Flamweg verbessern

Nachbesserungsbedarf räumt das Rathaus an der Kreuzung Gerberstraße, Ecke Flamweg ein. Wer auf dem Flamweg von Norden kommt und nach links Richtung Bahnhof abbiegen will, muss bis zu einer Kontaktschleife an der Ampel fahren, um Grün zu erhalten. Das Problem: Meist sorgen die Rechtsabbieger für Stau. Erst wenn dieser sich aufgelöst hat, erreichen die Linksabbieger die Kontaktschleife, stehen dann aber vor Rot. Die Stadt will die Schaltungen dieser Anlage und der Kreuzung Gerberstraße, Wedenkamp neu einstellen.

Ampelschaltung an Schulstraße, Kirchenstraße laut Rathaus optimal

Als „genial“ bezeichnet das Flächenmanagement den Signalablauf an der Schulstraße, Ecke Kirchenstraße. Die Kreuzung ist sehr eng. Wenn ein Auto vom Bahnhof her nach links in die Kirchenstraße abbiegen will, wartet es auf den Gegenverkehr, blockiert die Fahrbahn und sorgt für Rückstau. Deshalb erhalten die ntgegenkommenden Wagen früher Rot als die hinter dem Abbieger. Zu den Fußgängerampeln: Wenn Bürger in der letzten Grün-Sekunde die Straße betreten, können sie diese laut Stadt mit einem Tempo von 1,2 Meter pro Sekunde sicher überqueren.

Modernisierung der Ampeln wäre teuer

Das Rathaus hat die 41 Kreuzungen und 33 Fußgängerampeln zentral im Blick. Die Signalabläufe lassen sich aber nur in den Schaltschränken neben den Fahrbahnen ändern. Die Ampeln sind bis zu 30 Jahre alt. Ein Austausch würde laut Verwaltung pro Anlage 20.000 bis 80.000 Euro kosten.

(Von Jan-Hendrik Frank)

 

 

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