Elmshorner Pärchen 6400 Kilometer auf Entdeckertour

Von der Krückau bis zu den Pyramiden

Finja Hansen Kevin Müller Weltenbummler Elmshorn Ägypten
Foto: Finja Hansen/Kevin Müller

Als sie dem Nachbarn auf die Frage "Wohin geht's?" mit "Ans Kaspische Meer" antworteten, ernteten Finja Hansen und Kevin Müller ein sinnbildliches Kopfschütteln, der Mann schien sich verschaukelt zu fühlen. Doch die beiden Elmshorner hatten tatsächlich ihre Fahrradtaschen gepackt, um sich Anfang September 2017 einen Traum zu erfüllen. Das Abenteuer endete zwar nicht in Aserbaidschan – "dafür war unsere Abreise zu spät" – sondern in Ägypten, aber die geänderte Route hätte der Nachbar wohl mit ähnlicher Skepsis betrachtet wie das ursprüngliche Ziel. Für Finja und Kevin ging es auf eine 6400 Kilometer lange Entdeckungstour, die sie von der Haustür durch zwölf Länder bis an die sudanesische Grenze führte.

Mit einem "Ihr seid doch verrückt" verabschiedeten die Familien von Finja und Kevin die beiden Abenteurer. "Mein Traum war schon immer eine Weltreise", sagt Finja, die an der Realschule Ramskamp ihren Abschluss feierte, während ihr Freund Kevin an der KGSE erfolgreich war. Seit 2013 ein Paar, nutzten die beiden ihre freie Zeit, um gemeinsam oder auch allein zu reisen. Thailand, Mexiko und andere Ziele steuerten sie an. Nach Abschluss der Ausbildung – sie als Groß- und Außenhandelskauffrau, er als Elektriker – und kurzer Berufstätigkeit –, entschlossen sich Finja und Kevin, ihren Weg zu gehen.

"Leute, lebt Eure Träume" – unter diesem Motto möchten sie auch andere ermutigen, es ihnen nachzutun. Inspiriert von anderen "Weltenbummlern" wurde innerhalb weniger Wochen der Fahrrad-Trip angeschoben. "Ich hatte bis dahin noch nicht einmal das Fahrrad", sagt die heute 22-jährige Finja. Ihr gleichaltriger Freund war ihr da schon einen Schritt voraus – zumal "Radfahren schon immer mein Ding war". Von der Krückau ging es zur ersten Station in Lüneburg – fortan immer voller Unterstützung Gleichgesinnter, die Finja und Kevin unter anderen über das Portal "warmshowers.org" fanden.

"Die Gastfreundschaft war echt der Hammer", zeigt sich Kevin Müller auch heute noch immer begeistert. Dort gab es nicht nur Übernachtungs- und Duschmöglichkeiten, sondern es wurden auch Versorgungslücken – vom Topf bis Wäscheklammern – geschlossen. Mit Zelt und Schlafsack ausgerüstet wurde gecampt. Über Berlin und Dresden, Prag und Wien, fuhr das Duo, das seine Eindrücke auf der Handykamera festhielt, über Ungarn nach Kroatien. "Einer der besten Punkte der Reise", betont Kevin, obwohl er nach einer Auseinandersetzung mit einem kroatischen Lkw-Fahrer dessen Faust zu spüren bekam. Auf dem Balkan führte die beiden ihre Route ein kleines Stück durch Bosnien-Herzegowina, über Montenegro und Albanien bis nach Griechenland. Ein Rahmenbruch an Kevins Fahrrad wurde mit Tape und Imbusschlüssel geschient, ehe in Athen das Aluminium adäquat geschweißt werden konnte.

Begeistert von der Türkei ("überall Gastfreundschaft") musste einmal das Flugzeug – von Istanbul nach Tel Aviv – herhalten, um das Krisengebiet Syrien zu umgehen. Nicht nur die Eindrücke auf dem Rad waren bleibend, sondern auch zwischenzeitliche Bustransfers, Paragliding, Schnorcheln im Roten Meer oder der Grenzübergang über den Sinai nach Ägypten – hielten die Soldaten Kevins Fahrradcomputer doch für eine Bombe. Doch allen Krisenmomenten zum Trotz – Knieschmerzen bei Kevin hätten die Reise fast schon in Berlin beendet – trieb es die beiden Elmshorner immer weiter ... bis an die sudanesische Grenze Ägyptens. Kurz vor Weihnachten ging es zurück nach Hause. Doch die rastlosen Radler hatten schnell eine neue Idee, ihre Entdeckerreisen fortzusetzen. Im Februar 2018 feierten Finja und Kevin Karneval in Rio de Janeiro, um anschließend ein neues, größeres Wagnis einzugehen: Per Anhalter durch den amerikanischen Doppel-Kontinent – von Patagonien bis nach Alaska.

Ihre Erlebnisse in einem Buch verarbeiten, Bildvorträge halten, mit einem eigenen Camper durch Europa touren – Finja Hansen und Kevin Müller haben viele Ideen, die sie in die Tat umsetzen möchten. Wer noch mehr über die beiden Elmshorner erfahren möchte, bei Instagram freuen sie sich als "crazygermans" über Follower.

(Von Mario Meisberger, 23.11.19, 10:00 Uhr)

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