Filmprojekt braucht noch weitere Unterstützer

Kurzfilm-Dreh in Elmshorn geplant

Foto Delia Gyger Tendenzen
Foto: Springchild Productions

Fey ist eine junge Frau in den Zwanzigern, die beim Spaziergang auf ein wildes Weidenlabyrinth stößt und sich dort regelrecht verfängt. Ihr Versuch, ins Zentrum der Wiese vorzudringen, steht sinnbildlich auch für das, was sonst so in ihrem Leben passiert. Delia Gyger möchte in der Kurzfilm-Länge von etwa 14 Minuten einen Spagat auf die Leinwand bringen – sie möchte eine Frau zwischen überschäumender Lebensfreude und lähmender Niedergeschlagenheit zeigen. Und das Ganze in dem besonderen Spannungsfeld, "in einer Zeit, in der Selbstwert über Facebook definiert und Attraktivität anhand von Tinder-Matches gemessen wird", so die 28-Jährige.

Ihr Kurzfilm "Die Tendenzen in mir" soll ehrlich und direkt, aber auch poetisch und verträumt sein. "Ich möchte über meine Geschichten etwas in mir und beim Zuschauer bewegen, ohne dass es belehrend ist", so die aus der Schweiz stammende und nun im hohen Norden lebende Produzentin. Gedreht werden soll noch in diesem Herbst im Liether Wald in Elmshorn: "Der Film muss im Herbst spielen, einer Jahreszeit, die ihre eigenen Tendenzen hat. Dinge müssen absterben, damit nach dem Winter Neues entstehen kann."

Auch tolle Schauspieler habe sie bereits gefunden. Damit alles losgehen kann, fehlen nun "nur noch" die veranschlagten 4000 Euro. Das Geld wird mindestens benötigt, so Gyger weiter, damit die Produktion zusammen mit zu beantragenden und schon bewilligten Fördergeldern auf ein faires Gesamtbudget kommt. Diese Finanzierung sei ihr einfach wichtig. Denn wie bei dem Kurzfilm "Das Tor zur Welt" (2014) gelte für sie auch hier: "Alle Teilnehmer der Crew haben ihr Handwerk gelernt. Wir gehen nicht einfach mit einem Camcorder in den Wald. Ich finde, auch bei einem Kurzfilm, sollten die Leute bezahlt werden. Das was ich kann, möchte ich dazu beitragen." Viele weitere Infos gibt es bei Facebook und bei der Crowdfunding-Plattform Startnext (siehe Links).

(Von Sascha Urbatzka, 23.09.16, 12:15 Uhr)

Weiterführende Links zum Thema:
Hier geht's zur Facebook-Seite des geplanten Kurzfilms "die tendenzen in mir"...
Hier geht's zum Crowdfunding für den Film...
Hier geht's zur Website der Produktionsfirma von Delia Gyger...

Elmshornerin macht "TheaterJahr" am Burgtheater in Wien

"Ich kann nicht mehr ohne Theater"

Foto Camilla Ferraz Wien Burgtheater
Foto: Ferraz

Ein Tag am Burgtheater ist lang und voller Überraschungen: "Mit Bewegungstraining, in dem wir uns nicht nur über Yoga und Tanzen versuchen, körperlich einer Rolle zu nähern, fangen die meisten Tage an", so die Elmshornerin. Start ist schon um 9 Uhr morgens, da um 10 Uhr die Proben für die Stücke beginnen. "Als Hospitantin ist man zunächst Frau für alles." Ferraz führte das Regiebuch, war Lichtstatistin, räumte Requisiten auf und kochte auch den einen oder anderen Kaffee. "Aber schon in der zweiten Produktion 'Der Kick' durfte ich die Regieassistenz übernehmen", so die 23-Jährige. "Ich musste alles machen, um den Weg für das künstlerische Schaffen des Regisseurs freizuhalten. Ich machte die Probenpläne, schrieb die Textfassung auf Verlangen des Regisseurs um, kommunizierte alle Pläne an die anderen Abteilungen und war bei jeder Probe dabei. Es war eine schöne Zeit." Oft wurde zwischen 10 und 14 Uhr und 18 und 21 Uhr täglich geprobt. Und dann ist Feierabend? Natürlich nicht.

Die Sparte "Junge Burg" organisiert zudem die offene Bühne "SchauSpielBar", die einen Rahmen für andere Künstler bietet, die sich präsentieren möchten. Hier kommt also auch Akrobatisches oder auch einmal ein selbstgedrehter Film "on stage". "Die Proben finden zwischen 16 und 23 Uhr statt, nach Bedarf auch am Wochenende, wenn kein Unterricht und keine anderen Proben sind", so Ferraz. Dann ist aber auch einmal Feierabend? Naja – "außerdem helfe ich jeden Donnerstag von 18 bis 22 Uhr bei einem der Theaterclubs, die die 'Junge Burg' den Jugendlichen anbietet. Hier wird mit einer Gruppe von Migranten und Asylanten an einer besonderen Inszenierung gearbeitet."

Dritter Versuch einer Nachfrage: Feier... abend? "Dazwischen bleibt immer wieder Zeit, schöne Abende mit den TheaterJahr-Kollegen zu verbringen, ja. Wir sind sozusagen 24 Stunden am Tag beieinander. Ich fühle mich sehr wohl im Theater und fühle mich beim Beobachten von professionellen Regisseuren in meiner Berufswahl bestätigt." Und die Elmshornerin ergänzt: Die Branche könne auch sehr hart sein  gerade, wenn es zu einem Stück Kritik gebe. Aber ihr Fazit ist klar: "Ich kann nicht mehr ohne Theater."

(Von Sascha Urbatzka, 13.03.15, 10:10 Uhr)

Weiterführende Links zum Thema:
Hier geht's zu Infos der Sparte "Junge Burg" am Burgtheater...

Neues Musical "Wunder von Bern" in Hamburg - eine Kritik

Kann denn Fußball Wunder tun?

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Foto: Stage Entertainment/Morris Mac Matzen

Ja, er kann! Das sagen natürlich ganz klar die Macher bei Stage Entertainment um Gründer und Eigner Joop Van Den Ende. Muss er ja wohl zumindest - schließlich hat die Firma mit der Weltpremiere des Musicals "Das Wunder von Bern" ein komplett neues Musicaltheater im Hamburger Hafen eingeweiht - schlappe 50 Millionen Euro wurden investiert. Da versteht es sich doch wohl, dass der Fußball Wunder tun kann, oder? Bauliche auf jeden Fall schon einmal.

Doch wie ist das Musical inhaltlich? Zunächst einmal sei klar gesagt: Große und kleine Gäste werden unterhalten. Das steht zweifelsohne fest. Und, liebe Frauenwelt, die nicht so sonderlich auf Fußball steht: Dominant im Vordergrund steht das Spiel mit den 22 Herren auf dem grünen Rasen nicht. Der Anfang des Musicals ist eher durch die damalige Zeit geprägt. Es geht darum, wie es um das Land 1954 nach dem Krieg bestellt war und natürlich darum, wie Darsteller Richard Lubanski von der Front heim kehrt und schwer wieder in den Alltag zurück findet - das Leben ist in den letzten Jahren ein anderes geworden. Der erste Schmunzler des Abends lautet dann auch "Das heißt heute nicht mehr Musikkapelle, Bruno spielt in einer Band."

Doch der Hauptdarsteller hat es schwer, den Anfang des Musicals zu dominieren, ist Lubanski doch der Mann, der nach dem Krieg alles falsch macht und mit seinen alten deutschen Tugenden gegen eine Wand der modernen Zeit läuft. Die Show stiehlt ihm nicht zuletzt Anette Ackermann, Frau des Reporters der süddeutschen Zeitung, der damals in Bern über die Weltmeisterschaft berichtete. In der Medienpremiere dürfte das Publikum sie erkannt haben - Elisabeth Hübert, die damals die SAT.1-Show "Ich Tarzan, du Jane" und damit die Hauptrolle in dem Musical gewann. So mancher Lacher des Abends ist der frech-witzigen Spielerei der Ackermann zuzuschreiben.

Zum großen Finale, ja, wie kann man eigentlich ein WM-Endspiel technisch am besten aufbereiten, setzt die Show zum Höhepunkt an. Da kommt modernste Beamertechnik zum Einsatz - aber nicht, um ein Feuerwerk auf der Leinwand abzubrennen, sondern um das Spiel dezent auf die Bühne zu bringen. Die Fußballspieler laufen vertikal über die Leinwand und stellen so das Spielgeschehen nach, spartanische, aber stilvolle Hintergründe füllen den Raum aus, animierter Regen ist überall im Saal - ähnlich einer Discokugel - zu sehen. Ja, das schafft Finalstimmung und das Publikum geht unweigerlich mit.

Aber so ein Abend im "Wunder von Bern" hat sicher auch Schwächen. Bei aller Perfektion sind einige Dinge nicht stimmig - warum gleich in der ersten Szene Hauptdarsteller Matthias Lubanski (gespielt vom Kinderdarsteller Riccardo) zwar einen Stein an ein Fenster wirft, aber er den Wurf nur andeutet, wird ein Geheimnis der Macher bleiben. Das Detail hätte man sicher irgendwie lösen können. Dass später am Abend beim Zerschlagen eines Sparschweines das "Klirr-Geräusch" leider nicht synchron zur Bewegung des jungen Mannes ist  - naja gut.

Und dann wären da einige Längen. Sie sind immer dann zu beklagen, wenn eine Tanzeinlage ähnlich einer 50er Jahre Revue folgt. Ja, die wird schon in die Zeit passen. Aber sie ist natürlich musicaltypisch mit poppigen Glitzer-Outfits vollbepackt und wirkt absolut überladen. Und ... ich wage zu behaupten: Sie spricht schlicht einen Teil des Publikums nicht an. Ich meine, Jugendliche suchen im Fernsehen das Weite, wenn alte Revue-, Swing- und Tanznummern über die Mattscheibe flimmern. Die eine oder andere Szene dieser Art könnte eingespart werden.

Abschließend sei erwähnt, dass es auch Glanzlichter gibt. Nicht nur der junge Riccardo in der Rolle des Matthias Lubanski, der doch nur sein Idol Helmut Rahn erleben möchte, zählt dazu. Es sind auch die wirklich schönen, deutschen Texte der Songs. Dieses Lob darf sich Autor Frank Ramond auf die Fahne schreiben. Er hat für unzählige Künstler von Udo Jürgens bis Annett Louisan gearbeitet und versteht sein Handwerk. Die Harmonien stimmen, das Publikum geht mit. Es ist zwar kein richtiger Ohrwurm-Song unter den Titeln des Musicals, aber, ständig bleibt dieses Gefühl, dass hier eben nicht ein englisches Original schlecht ins Deutsche übersetzt wurde, sondern dass hier wirklich jemand die Kunst des Wortes in Liedform gepackt hat. Dafür ein herzlicher Dank!

Alles in allem: Natürlich ist "Das Wunder von Bern" eine Empfehlung. Ob man es gleich zwei oder drei Mal schauen sollte, sei aber dahingestellt. Schließlich ist Hamburg immer eine Reise wert - und der Hafen erst recht. Last but not least, hätte Ramond wohl besser auch zu Rate gezogen werden sollen, als es um die Namen der Theater am Wasser gegangen ist. Nun ist rechter Hand "Der König der Löwen" im "Stage Theater am Hafen" zu sehen, linker Hand "Das Wunder von Bern" im "Stage Theater an der Elbe". Das ist doch ... irgendwie sinnfrei, oder?

(Von Sascha Urbatzka, 24.11.14, 00:15 Uhr)

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