Streit in Raa-Besenbek

10.12.2020

Anwohner fordern Naherholungsgebiet statt Kita

Foto: Die Kita soll an dieser Allee in der Straße Besenbek gebaut werden. (Jan Tesch)

Raa-Besenbek Mit einem Autokorso haben Aktive der „Initiative Naturräume und Biodiversität Raa-Besenbek“ gegen den Bau einer Kita und die Ausweisung eines Wohngebiets in Raa-Besenbek protestiert. Mit 62 Autos blockierten sie die Straße Besenbek. „Aus unserer Sicht ist es unverantwortlich und für die betroffene Öffentlichkeit unerträglich, wenn die Planung der Gemeinde Raa-Besenbek umgesetzt werden sollte“, sagte Sprecher Jan Tesch.

Stadt Elmshorn kauft Grundstück für Kita in Raa-Besenbek

Wie aus Sitzungsprotokollen hervorgeht, will die Gemeinde an der Straße Besenbek in einer Linkskurve eine landwirtschaftliche Fläche in ein Baugebiet umwandeln. Geplant sind ein Wohngebiet und der Neubau einer Kita. Der Entwurf eines Vertrags zwischen der Gemeinde und der Stadt Elmshorn sieht vor, dass letztere das Grundstück für die Kita kauft, diese baut und 30 Krippen- sowie 70 Elementarplätze nutzt.

Investition von 3,5 Millionen Euro

Nach Angaben von Stadtrat Dirk Moritz will Elmshorn 3,5 Millionen Euro investieren. Die Gemeinde soll zehn Elementar- und 15 Krippenplätze bekommen und dafür auf ihr Belegrecht für zehn Elementarplätze in der Elmshorner Kita Turnstraße verzichten. Die Gemeindevertretung fasste im Oktober 2019 einstimmig den Aufstellungsbeschluss für den B-Plan. Über den Abschluss des Kita-Vertrags beriet sie im September 2020 und vertagte ihn aufgrund von Klärungsbedarf.

Initiative führt vier Gründe gegen das Projekt an

Initiativen-Sprecher Tesch aus Elmshorn führt vier Gründe gegen das Projekt an: 1. müsse das Gelände zum Schutz vor Überschwemmungen kostspielig erhöht werden. 2. stelle es ein Ausgleichsgebiet für die intensive Landwirtschaft auf angrenzenden Flächen dar. 3. handle es sich um ein Naherholungsgebiet. 4. seien die teils 3,80 breiten Zufahrtsstraßen für bis zu 700 Autos täglich nicht ausgelegt. Tesch rechnet mit Gefahren für Umwelt und Passanten. Er wirft der Stadt vor, den Baus von Kitas bisher vernachlässigt zu haben und dies nun mit einer großen Einrichtung zulasten des Stadtrands nachholen zu wollen.

Stadtrat: Verkehrsproblem wird wegen Trend zum Fahrrad ausbleiben

Das weist Stadtrat Moritz zurück. Die Stadt habe die Paul-Dormann-Schule in die Kita HulaHoop umgewandelt. Dort hatten Anwohner ebenfalls ein Verkehrschaos befürchtet, das aber ausblieb, weil viele Eltern ihre Kinder mit dem Rad bringen. Damit rechnet Moritz auch in Raa-Besenbek. Für Sorgen sei es zu früh. Ein Verkehrsgutachten werde noch erstellt. Die Öffentlichkeitsbeteiligung sei für das Frühjahr geplant. Bürgermeister Norman Steinberg (CDU) will sich zu dem Thema in Kürze äußern.

(Von Jan-Hendrik Frank)

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Foto: Urbatzka

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