Unser großer Test am Mittwoch, 30. August 2017, in der City

Das Elmshorn-Duell: Roller gegen Rad

Foto Sascha Urbatzka und Mario Meisberger famila-Parkplatz Elmshorn Duell
Foto: Holweg

Am Mittwoch, 30. August 2017, treffen sich die Redakteure Mario Meisberger und Sascha Urbatzka für den Test der besonderen Art. Unser Duo nimmt sich den Elmshorner Stadtverkehr vor. Wer schafft es schneller mit einem Zwischenstopp durch die City? Es geht vom famila-Parkplatz an der Hans-Böckler-Straße über einen Zwischenstopp an der EMTV-Halle am Koppeldamm zum Parktplatz vor Edeka am Wedenkamp.

Sascha Urbatzka: Schon seit einiger Zeit treibt mich – als gebürtigen Krückaustädter – diese Frage um: Bin ich auf dem Fahrrad durch die Stadt wirklich schneller unterwegs als der Kollege auf der Straße? Kann das klappen? Gerade vor dem Hintergrund, dass Elmshorn ja bewusst mehr für Radfahrer tun möchte, emsig Velorouten ausbaut und doch eigentlich ein Ort der kurzen Wege ist? Das probieren wir aus! Es folgt der Test. Das Duell Roller gegen Fahrrad in der City beginnt.

Mario Meisberger: Sechs Kilometer mit Motorunterstützung – "da hat der Kollege keine Chance", sage ich mir, und lasse die Maschine an. Kleiner Vorteil für Urbatzka: Er startet fast direkt an der Ampel, während ich erst einmal vom Supermarkt-Parkplatz rolle und mich in den Verkehr auf der Hans-Böckler-Straße einreihe. Aber ... es lässt sich gut an! Obwohl ich direkt hinter einem Linienbus den Diesel-Dunst schlucken muss, gelingt es mir, in der ersten Ampelphase links auf die Hamburger Straße einzubiegen. Vom Kollegenauf dem Drahtesel sehe ich die "Rücklichter", als er auf seine "Abkürzung" Richtung Klinikum abbiegt. Egal, ich bin dran, schwimme mit dem fließenden Verkehr zur Langelohe.

Sascha Urbatzka: Mein Start bei den Verbrauchermärkten verlief unkompliziert. Ich nehme mir vor, die ganze Strecke zwar zügig zu fahren, aber sämtliche Verkehrsregeln zu beachten und nicht mit Tempo 30 durch die City zu flitzen. Schon nach wenigen hundert Metern juckt es mich dann aber bereits in den Fingern. Ich nehme die Abkürzung durch den Park rund um das Klinikum – erst Peter-Meyn-Straße und dann von dort direkt auf die Einmündung mit der Strawinskystraße zu. Genau an der Ecke Peter-Meyn-Straße/Dorothea-Erxleben-Straße stehen ein paar Herren in einer Runde und diskutieren. Sie sehen geschäftig aus, ich erkenne Bürgermeister Volker Hatje. Da schwingt man sich einmal auf den Drahtesel und schon bietet sich die Gelegenheit, das Tempo auf 35 km/h zu erhöhen und den Bürgermeister wild vom Gehsteig zu klingeln. Ich gebe zu, es reizt mich, ich biege aber nach rechts ein und bin auch schon weg.

Mario Meisberger: Die rote Ampel am Fischteich hält mich nur wenige Sekunden auf, am Kreisverkehr flutscht es. Die Euphorie ist ungebrochen, ehe mich der Hinweis auf "30 km/h"-Höchstgeschwindigkeit an der Beruflichen Schule etwas ausbremst. Anschließend drosseln mich die motorisierten Mitstreiter sowie zwei Radfahrer – vermutlich Kollaborateure des Kollegen – am Knotenpunkt Mühlenkamp/Langelohe. Macht nichts, auf dem Mühlendamm geht's weiter. Ein kurzes "Rot" auf dem Rechtsabbieger ist das letzte Hindernis für mich, ehe ich auf der Kaltenweide meinen schwarz-weißen Retrostar erstmals auf Höchstgeschwindigkeit bringe. Mit maximalen 45 Stundenkilometern düse ich bis zum Koppeldamm, wo ich mit einem siegesgewissen Lächeln auf dem EMTV-Parkplatz halte. Stoppuhrenvergleich: 7:28 Minuten habe ich gebraucht ... vom Kollegen ist nichts zu sehen!

Sascha Urbatzka: Ich muss gleich einige Male die Geschwindigkeit reduzieren – auf der Strecke im Park macht der Weg einen unschönen engen Bogen um einen Baum herum, der mit über 20 km/h nicht ohne Abflug zu nehmen ist. Ich quere die Köllner Chaussee, um über die Beethovenstraße in den Krückaupark erneut abzukürzen. Hier geht es auch eher langsam vorwärts, schließlich kann ich die Frauen mit ihren Kinderwagen ja nicht vom Zebrastreifen kegeln. Bevor ich in den nächsten Park einbiege, fällt der Satz meiner Tour, als ich in der Beethovenstraße eine Gruppe von etwa zehn gemütlich-radelnden Damen überhole. Die Vorausfahrende erklärt, während ich mit Tempo 25 vorbeiziehe: "Durch Elmshorn – das ist ja doch ein ganzes Stück".

Mario Meisberger: Über Bauerweg, Lindenstraße und Geschwister-Scholl-Straße finde ich schnell den Weg ins Elmshorn westlich der Bahnlinie. Zwischenzeitliche "30er"-Zonen halte ich ein, halten mich aber nicht auf. An der Königstraße warte ich etwas auf den "Linksabbieger-Pfeil", ehe mich eine grüne Welle von der Berliner Straße, über die Schauenburger Straße bis zum Wedenkamp spült. Fünf grüne Ampeln hintereinander – das ist der Sieg! An der sechsten muss ich warten. Doch auf der anderen Straßenseite liegt das Ziel ... und während ich auf den Kollegen warte, mache ich mich für das Siegerfoto zurecht.

Sascha Urbatzka: Obwohl ich nach dem Park auf den Velorouten 3 und 2 in Richtung Ziel unterwegs bin, habe ich erst ab Höhe Holstenstraße das Gefühl, es geht flott voran, die Ampel wird gerade grün. Doch schon mitten in der Schulstraße verfliegt meine Euphorie wieder. Gefühlte zwei Minuten stehe ich vor dem roten Ampelmännchen Ecke Kirchenstraße. Ich gebe mich geistig geschlagen, das kann ich nur wieder reinfahren, wenn ich ab jetzt ohne Rücksicht auf Verluste über die Piste heize. Ich trudele etwa 50 Sekunden nach dem Kollegen auf dem Parkplatz bei Hayunga ein.

(Von Mario Meisberger und Sascha Urbatzka, 30.08.17, 15:10 Uhr)

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