Bilanz 2020

VR Bank in Holstein: Nachfrage nach Immobilien stärkt Geschäft

Die Vorstandsmitglieder Stefan Witt (von links), Andreas Jeske, Ingmar Kampling und Uwe Augustin blicken zufrieden auf das Ergebnis des vergangenen Jahres zurück. (Foto: VR Bank in Holstein)

Kreise Pinneberg/Steinburg (jhf) Die VR Bank in Holstein ist 2020 gut durch die Corona-Krise gekommen. Die Bilanzsumme stieg um rund 200 Millionen Euro auf 3,25 Milliarden Euro, berichtete Vorstandsmitglied Stefan Witt bei einer Pressekonferenz. „Das ist eine stolze Leistung und in diesen Zeiten sehr gut“, sagte er. Als einen Grund führte er die hohe Nachfrage nach Immobilienkrediten an, die von dem niedrigen Zinsniveau angetrieben werde. Die Bank betreute 1074 Baufinanzierungen für die eigenen vier Wände. Die Summe der vergebenen Kredite stieg um 197 Millionen Euro auf drei Milliarden Euro.

Vorsichtiger Kurs

Zugleich fährt die Bank einen vorsichtigen Kurs. „Wir haben unsere Risikovorsorge gegenüber dem Vorjahr angehoben“, sagte Witt. Das Betriebsergebnis beträgt daher 24,7 Millionen Euro und damit 4,2 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Trotzdem befindet es sich über dem Durchschnitt des Genossenschaftsverbands. Witt stellt den fast 55.000 Mitgliedern daher eine Dividendenzahlung in Aussicht. Die Höhe soll in der digitalen Vertreterversammlung am 2. Juni beschlossen werden.

Stütze für den Mittelstand

In der Pandemie-Krise beantragte die Bank für den Mittelstand Corona-Fördermittel von insgesamt 38,7 Millionen Euro. Sie erlaubte 261 Unternehmen eine Aussetzung von Tilgungen von insgesamt 53,4 Millionen Euro. Ein Großteil der Kunden bediene ihre Kredite aber inzwischen wieder.

Geldinstitut sucht Mitarbeiter

Der Personalstamm blieb mit 471 Beschäftigten auf dem Vorjahrsniveau. „Wir suchen noch Mitarbeiter“, sagte Vorstandsmitglied Andreas Jeske.

Geschäftsstellen auf dem Prüfstand

Die Wirtschaftlichkeit der 27 Geschäftsstellen wird unter die Lupe genommen. Eine Entscheidung dazu soll dieses Jahr getroffen werden. Nach der ersten Corona-Phase schloss die Bank vereinzelt Kleinstgeschäftsstellen. In den 15 Jahre alten Pinneberger Hauptstandort will sie mehrere Millionen Euro investieren. Grund: Das Nutzungskonzept habe sich wesentlich geändert. Die Geschäftsstelle in Elmshorn am Koppeldamm wurde 2020 modernisiert. Es gibt dort jetzt keine Kasse mehr.

Bank gibt Flächen in Bad Bramstedt an Stadt ab

Die VR Bank in Holstein ging 2019 aus einer Fusion der Volksbank Pinneberg-Elmshorn und der Raiffeisenbank Bad Bramstedt hervor. In Bad Bramstedt wurden daraufhin 1600 Quadratmeter Nutzfläche frei. „Dort hat die Stadt Bad Bramstedt ein Ärztezentrum eingerichtet und es sind eine weitere Firma sowie ein Notar eingezogen“, berichtete Jeske.

Bargeldloser Einkauf nimmt zu

Die Kunden tätigen ihre Geldgeschäfte immer häufiger digital. Mehr als 60 Prozent nutzen das Online-Banking. Der Zugriff durch mobile Geräte stieg seit Pandemiebeginn um 30 Prozent. Mehr als 70 Prozent der Einkäufe würden bargeld- und kontaktlos bezahlt. Die VR Bank baut daher auch ihre digitale Beratung per Videokonferenz aus. Zurzeit stattet sie fast alle Mitarbeiter mit Laptops aus. Das KundenDialogCenter verzeichnet pro Monat 20.000 Anfragen.

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