Elmshorn: Razzia, Dealer, Brandserie

Etliche Kriminelle verunsicherten in dieser Woche die Straßen der Krückaustadt

Durchgang zur Königstraße bei Nacht: Nach einem Mülleimerbrand in der Elmshorner Fußgängerzone nahm die Polizei am Montag im Probstendamm zwei mutmaßliche Drogenhändler fest. (Archivfoto: Rainer Strandmann)

Elmshorn (jhf) Elmshorn ist ein gefährliches Pflaster. Eine Brandserie, Drogendealer und mögliche Mitglieder des „Berserker Clans“ hielten die Polizei in dieser Woche auf Trab.

Razzien in Elmshorn und Barmstedt

Bei Razzien in vier Bundesländern hat die Kriminalpolizei am Mittwoch Wohnungen in Elmshorn und Barmstedt durchsucht. Das bestätigte Henning Baller, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Berlin. Diese wirft 15 Beschuldigten die Rädelsführerschaft beziehungsweise Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vor. Sie sollen sich zu dem rechtsextremistischen „Berserker Clan“ zusammengeschlossen haben, erklärten die Generalstaatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt Berlin in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Durchsuchungen auch in Hadenfeld

Der mutmaßliche Anführer des „Berserker Clans“ lebt in Berlin. Razzien wurden in der Bundeshauptstadt, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Hessen vollzogen, insgesamt an
14 Anschriften. In Schleswig-Holstein schlugen die Beamten abgesehen von Elmshorn und Barmstedt auch im Kreis Dithmarschen in Brunsbüttel, Windbergen, Marne sowie im Kreis Steinburg in Hadenfeld zu.

Gerücht von bewaffnetem Aufstand gegen Strukturen in Deutschland

„In der Kommunikation zwischen den Beschuldigten spielte insbesondere die Vorbereitung auf den ,Tag X‘ immer wieder eine Rolle, womit ein bewaffneter Aufstand gegen die bestehenden Strukturen in Deutschland gemeint sein soll“, heißt es in der gemeinsamen Presseerklärung. Auch sei teilweise von Schusswaffen die Rede gewesen.

Waffen beschlagnahmt

Bei den Durchsuchungen beschlagnahmten die Einsatzkräfte Schusswaffen, Schreckschusswaffen, Munition, Hieb- und Stichwaffen, Datenträger, Devotionalien der Vereinigung sowie Betäubungs- und Dopingmittel. Die Ermittlungen laufen weiter. Die Beamten wollen diese aufgefundenen Gegenstände nun auswerten und kriminaltechnisch untersuchen. Bei den Razzien waren insgesamt etwa 130 Polizeibeamte und ein Staatsanwalt eingesetzt.

An drei Tagen brennen Container und Mülleimer

In Flammen standen Mülleimer und Container am vergangenen Wochenende sowie am Montagabend in Elmshorn. Laut Polizei brannten am Sonnabend gegen 1.50 Uhr ein Container am Adenauerdamm in Höhe einer Kita, gegen 22.30 Uhr drei Mülleimer in der Fußgängerzone, am Sonntag gegen 3.30 Uhr drei Container aus Kunststoff am Eichenkamp, am Montag ein Abfalleimer in der Königstraße, kurz darauf Müllsäcke in dem Durchgang zum Torhaus. Ein Zeuge hatte Jugendliche beobachtet. Mindestens einer von ihnen trat gegen Mülltonnen an der Volksbank. Auffällig war ein 1,60 Meter großer Jugendlicher mit grauem Pullover und schwarzer Weste. Zeugen sollten sich unter Telefon 04121 8030 melden.

Polizei nimmt mutmaßliche Drogenhändler fest

Nach der Brandserie nahm die Polizei am Montagabend zwei mutmaßliche Drogenhändler fest. Alarmierte Beamte stießen im Probstendamm auf zwei Männer im Alter von 21 sowie 25 Jahren. Die Polizei durchsuchte sie und fand verschiedene Drogen, mehrere Mobiltelefone und Bargeld in vierstelliger Höhe.

Unbekannte versuchen, bei einem Verdächtigen einzubrechen

Die Einsatzkräfte nahmen die Männer wegen des Verdachts des Drogenhandels fest. Kurz darauf wurde ein Einbruch in eine Wohnung gemeldet, die von einem der Verdächtigen genutzt wird. Die Täter waren zwar nicht in die Wohnung gelangt. Die Beamten entdeckten aber Einbruchsspuren und einen Rucksack mit Betäubungsmitteln und Bargeld. In den Räumen fanden sie Drogen, Geld und einen Totschläger. Der 21-Jährige sitzt im Gefängnis. Der 26-Jährige wurde laufen gelassen. Beiden droht ein Strafverfahren wegen Drogenhandels.

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