Entscheidung

Bundesinnenministerium lehnt Polizeiwache am Elmshorner Bahnhof ab

Das Bundesinnenministerium will die Präsenz der Bundespolizei am Elmshorner Bahnhof nicht mit einer eigenen Wache verstärken. (Foto: Jan-Hendrik Frank)

Elmshorn (jhf) Das Bundesinnenministerium hat sich gegen die Einrichtung einer Wache der Bundespolizei am Elmshorner Bahnhof entschieden. Das teilte CDU-Bundestagsabgeordneter Michael von Abercron mit. Das Ministerium unter Leitung von Horst Seehofer (CSU) habe am 21. Juli in einem Schreiben an ihn dem Bedarf einer Wache widersprochen.

Von Abercron: Elmshorner Bahnhof ist „Hot Spot“

Von Abercron zeigt sich enttäuscht: „Die Entscheidung des Bundesinnenministeriums, am Bahnhof Elmshorn keine Wache der Bundespolizei einzurichten, verwundert mich sehr.“ Nur eine dauerhaft besetzte Wache sei in der Lage die angespannte Lage vor dem vorhandenen, nur dürftig ausgestatteten und nicht ständig besetzten Dienstverrichtungsraum zu verbessern, betont er. Der Bahnhof Elmshorn sei  mit seinem besonders hohen Verkehrsaufkommen, vielen Zu-, Aus- und Umstiegen, einer Drogenszene aus dem Großraum Hamburg sowie einem Kriminalitätsschwerpunkt, der sich um den Bahnhof gebildet hat, ein „Hot Spot“ in Schleswig-Holstein.

Ministerium setzt auf „mobile Einsatzelemente“

Dagegen rechne das Ministerium damit, dass sogenannte „mobile Einsatzelemente“ die Präsenz spürbar verstärken werden. Immerhin will Berlin die Situation am Elmshorner Bahnhof und in den Dienststellen beobachten.

Von Abercron gibt nicht auf

Von Abercron kündigte an, sich weiter für eine Wache einzusetzen. „Das Fehlen einer Wache der Bundespolizei am vom Passagieraufkommen drittgrößten Bahnhof in Schleswig-Holstein ist für die Sicherheit in der Metropolregion Hamburg und für die beiden großen Bahnlinien Westküste und Kiel ein erhebliches Sicherheitsmanko, dass gelöst werden muss.” Er will sich zusammen mit den politischen Vertretern vor Ort dafür einsetzen, dass der Informationsfluss mit dem Ministerium sichergestellt wird. Von Abercron hofft, dass zukunftsweisende Entscheidungen weiter möglich bleiben.

Rossmann: Die Entscheidung traf das Bundspolizeipräsidium

Nach Aussage des SPD-Bundestagsabgeordneten Ernst Dieter Rossmann hatte das Ministerium nur die Entscheidung des Bundespolizeipräsidiums gegen die Wache mitgeteilt. Rossmann hatte eine parlamentarische Nachfrage gestellt. Die Antwort sei damit begründet worden, dass die Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt bereits personell bereits gestärkt und neue sogenannte Einsatzelemente eingerichtet worden seien. Allerdings soll die Kriminalitätsentwicklung auf dem Bahnhof Elmshorn weiter beobachtet werden.

Appell: „Nicht locker lassen“

Rossmann appelliert: „Es gilt jetzt, ganz genau hinzuschauen und zu prüfen, ob die bisher getroffenen Maßnahmen auch wirklich ausreichend sind. Denn: Die Polizeidirektion Bad Bramstedt hatte ja bereits festgestellt, dass das Revier in Elmshorn notwendig ist. Hier dürfen wir nicht locker lassen!“

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