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Gesucht: Kleines Zimmer, großes Herz

Aufruf der Perspektive Elmshorn: Kinder in Not brauchen Familien auf Zeit

Das Team Bereitschaftspflege der gemeinnützigen Perspektive sucht Familien, die Kinder in Not aufnehmen können: Leiterin Beatrix Grünwald (von links), Alena Tesch, Daniela Drewske und Melanie Mohr. (Foto: Frank)

Kreis Pinneberg (jhf) Wer bietet einem Kind in Not ein Zuhause auf Zeit? Die gemeinnützige Perspektive in Elmshorn sucht Familien, Paare und Alleinstehende, die ein Mädchen oder einen Jungen spontan für einige Monate aufnehmen können. Immer wieder sind Kinder zu Hause nicht mehr sicher. Ihre Eltern geraten in eine Sucht, werden gewalttätig oder vernachlässigen den Nachwuchs. In solchen Fällen schreitet das Jugendamt ein. Als letzten Schritt kann es ein Kind von seiner Familie trennen und in Sicherheit bringen.

50 Kinder brauchten 2022 Unterschlupf

Die gemeinnützige Perspektive in Elmshorn vermittelte im vergangenen Jahr insgesamt 50 Mädchen und Jungen in Not an Pflegefamilien, die meisten davon zwischen 0 und 6 Jahren. Doch es gibt nicht genügend Menschen, die ihre Häuser öffnen. Die Zahl der bereitstehenden Familien sank jüngst von
16 auf 12. „Das ist für die Kinder dramatisch“, sagt Beatrix Grünwald, Leiterin des Teams Bereitschaftspflege. Sie bittet Freiwillige, sich zu melden.

Pädagogische Ausbildung nicht erforderlich

„Die Kinder geben einem ganz viel Liebe zurück“, versichert Mitarbeiterin Alena Tesch, deren Aufgabe es ist, neue Familien zu finden. Wer ein Kind im Rahmen der Bereitschaftspflege aufnimmt, braucht zwar keine pädagogische Ausbildung vorzuweisen, muss aber einiges bieten: ein mindestens elf Quadratmeter großes Zimmer für das Kind, ein tadelloses polizeiliches Führungszeugnis, einen Gesundheitsnachweis, ein festes Einkommen, einen Führerschein und ein Auto. Nicht zuletzt ist Zeit erforderlich, denn selten findet sich spontan ein Kita-Platz. Oft müssen die Kinder zu Ärzten und Therapeuten gebracht werden.

Team unterstützt die Freiwilligen intensiv

Die Gastfamilie erhält ein Pflegegeld, das aber nicht als Gehalt zu betrachten ist. Stattdessen sollen die Pflegeeltern davon die Kleidung und das Essen für das Kind kaufen. Ein Teil wird als Miete gezahlt.
Die Perspektive lässt die Familien mit der Herausforderung nicht allein. „Wir sind immer ansprechbar“, sagt Daniela Drewske, Koordinatorin der Bereitschaftspflege. Anfangs besuchen die Mitarbeiterinnen die Gasteltern oft. Diese können sich bei jährlich sechs Abendveranstaltungen fortbilden. Die Perspektive organisiert Treffen mit anderen Pflegefamilien. Bei der Gelegenheit können Erfahrungen, aber auch Kinderwagen und andere Ausrüstung ausgetauscht werden. „Es ist gewünscht, dass ein Gruppengefühl aufkommt“, sagt Tesch.

Kontakt für Erstgespräch

Drewske betont, dass die Pflegeeltern jederzeit aussteigen können. „Ob man es kann, weiß man erst, wenn man es tut.“ Wer sich die Aufgabe zutraut, meldet sich für ein unverbindliches Erstgespräch bei Alena Tesch an. Sie ist erreichbar unter Telefon 04121 2628596 oder alena.tesch@perspektive-jugendhilfe.de.

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