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Kreis Pinneberg will Erinnerungskultur aufbauen

Befragung, Konferenz, Angebote für junge Leute

Die Gedenkstätte Henri-Goldstein-Haus in Quickborn ist ein Ort der Erinnerung. (Foto: Kreis Pinneberg)

Kreis Pinneberg (em) Das Ende des Nationalsozialismus ist 77 Jahre her – doch die Auseinandersetzung mit dem Erbe der deutschen Vergangenheit bleibt aktuell. Der Kreis Pinneberg arbeitet deshalb an einem Konzept für eine zeitgemäße und nachhaltige Erinnerungskultur. Ende November soll es dem Kreistag vorgelegt werden.

Nur noch wenige junge Menschen kennen Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs

Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg dorthin ist eine Erinnerungskonferenz am Sonnabend, 5. November, ab 10 Uhr im Kreishaus, Kurt-Wagener-Straße 11. „Nur noch sehr wenige junge Menschen haben über ältere Verwandtschaft oder andere Zeitzeugen eine direkte Verbindung zur Historie des Dritten Reichs“, sagt Kreispräsident Helmuth Ahrens. „Wenn wir aber aus der Geschichte lernen wollen, müssen wir das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus genauso lebendig halten wie das Wissen darum, wie es dazu kommen konnte. Wir brauchen Erinnerungskultur, um unsere Demokratie zu stärken und zu schützen.“

Landrätin: Gemeinsam erinnern ist wichtig

Landrätin Elfi Heesch ergänzt: „Erinnern entfaltet dann eine Wirkung, wenn gemeinsam erinnert wird. Ein zentrales Element der Erinnerungskultur im Kreis Pinneberg ist daher die Vernetzung von Orten und Handelnden hier in der Region. Mit der Digitalisierung gibt es zudem neue Möglichkeiten, um die Geschichte den jüngeren Generationen näherzubringen.“

Wissenschaftler befragen Ehrenamtliche und Vertreter von Institutionen

Den Auftrag, das Erinnerungskonzept für den Kreis Pinneberg zu erarbeiten, haben die beiden Historiker Professor Dr. Manfred Grieger und Dr. Marcel Glaser übernommen. In einem ersten Schritt haben die beiden Wissenschaftler Kontakt mit den Personen im Kreis Pinneberg hergestellt, die bereits über ihre Institutionen oder ihr ehrenamtliches Engagement für das Gedenken an den Nationalsozialismus stehen. Anhand eines ausführlichen Fragebogens soll zunächst eine Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Erinnerungskultur im Kreis entstehen und die Basis für eine noch engere Netzwerkarbeit geschaffen werden. Die Ergebnisse der Befragung stellen Grieger und Glaser bei der Erinnerungskonferenz vor.

Von anderen Projekten lernen

Während der Veranstaltung soll es außerdem darum gehen, von anderen zu lernen. Einer der Vortragenden wird Dr. Harald Schmid sein. Der Politikwissenschaftler und Zeithistoriker von der Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten wird darüber berichten, welche Erfahrungen andere Orte und Kreise mit dem Thema Erinnerungskultur machen.

Wie blicken junge Leute auf das Thema?

Eingebunden ist auch der Kreisjugendring, um die Perspektive der jüngeren Generation direkt miteinzubringen. Die Arbeit mit jungen Menschen wird eine zentrale Rolle im Konzept der Erinnerungskultur spielen. Der Kreistag hatte ausdrücklich gewünscht, dass die pädagogischen Angebote im Bereich der Erinnerungskultur verbessert und ausgebaut werden. Für die Erarbeitung des Konzepts hat die Politik für die Jahre 2021 und 2022 insgesamt 40.000 Euro bereitgestellt.

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