Preise sinken

Kreis Steinburg gehört ab 2022 zum HVV

Bald sollen Reisende mit einem HVV-Ticket nach Glückstadt fahren können. Hier ist Bahnübergang in Glückstadt an der Kremper Straße zu sehen. (Foto: Rainer Strandmann)

Kreis Steinburg (jhf) Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) wächst. Ab 1. Januar 2022 gehört auch der Kreis Steinburg dazu, teilte die Hamburger Behörde für Verkehr und Mobilitätswende mit. Der Hamburger Senat stimmte der Ausweitung am Dienstag, 9. März 2021, zu. Damit gilt ab 2022 auf allen Bus- und Bahnlinien im Kreisgebiet der HVV-Tarif. Für mehr als 70 Prozent der Fahrgäste sollen sich spürbare Preissenkungen ergeben. Täglich pendeln aus dem Kreis Steinburg mehr als 6000 Menschen in die Hansestadt.

HVV-Tarif gilt ab 2022 für Einzel- und Zeitkarten im Kreis Steinburg

Die bestehenden Tarifringe D, E und F werden auf das Gebiet des Kreises Steinburg ausgeweitet. Der HVV-Tarif soll dann uneingeschränkt für alle Fahrten in ÖPNV-Linienangeboten gelten, sowohl bei Einzel- als auch bei Zeitkarten.

Erste Verbundausweitung seit 2004

Bei der Integration des Kreises Steinburg handelt es sich um die erste Verbundausweitung seit 2004. Die Partner Hamburg, Schleswig-Holstein und der Kreis Steinburg kommen für die Kosten auf. Der bisherige SH-Tarif wird auf die HVV-Tarifstruktur umgestellt. Dadurch entstehen den Verkehrsunternehmen im Erweiterungsgebiet Verluste von etwa 4,3 Millionen Euro. Die zuständigen Aufgabenträgern und der Kreis Steinburg müssen dafür aufkommen. Die Stadt Hamburg trägt jährlich rund eine Million Euro. Die Deckung erfolgt aus Regionalisierungsmitteln des Bundes.

Verbundausweitungen bringen mehr Pendler auf die Schiene

Der Öffentliche Personennahverkehr soll mit der HVV-Ausweitung auf den Kreis Steinburg für Pendler attraktiver werden. Jüngste Verbundausweitungen hätten deutlich einen Trend zugunsten der öffentlichen Verkehrsmittel nach sich gezogen.

Der achte im HVV integrierte Kreis

Neben Lüneburg, Harburg, Stade, Herzogtum Lauenburg, Stormarn, Segeberg und Pinneberg ist Steinburg der achte Kreis, der vollständig in den HVV integriert wird. Das Verbundgebiet wächst somit um gut 1.000 Quadratkilometer auf mehr als 9.600 Quadratkilometer.

Anreiz für Hamburger, die Region zu besuchen

Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende in Hamburg, sagte: „Die Mobilitätswende macht nicht an Stadtgrenzen Halt. Im Gegenteil: Wenn wir die Mobilitätswende wollen, müssen wir unser Umland mitnehmen." Mit der Ausweitung des HVV-Verbunds auf den gesamten Kreis verbinde die Hamburg die Metropolregion mit der inneren Stadt, stärke den Umweltverbund sowie das System Schiene über die Ländergrenzen hinweg nachhaltig und entlasten die Straßen in Schleswig-Holstein und Hamburg maßgeblich. „Auch Hamburgerinnen und Hamburger, die Itzehoe, Glückstadt oder die nördliche Niederelbe besuchen möchten, profitieren vom einheitlichen Tarifangebot. Ab 2022 gilt zudem: Mit dem HVV kann man bis nach Wacken fahren“, so Tjarks.

Auch Fahrten innerhalb des Kreises werden günstiger

Dr. Otto Carstens, Dezernent des Kreises Steinburg, erläuterte: „Durch die Verbundausweitung des HVV um den Kreis Steinburg profitieren nicht nur die Pendlerinnen und Pendler von und nach Hamburg sondern auch alle, die sich innerhalb des Kreises mit dem ÖPNV bewegen, insbesondere Azubis und Schüler." Die vergünstigten Tarife würden helfen, den ÖPNV im Kreis attraktiver zu machen und mehr Steinburger in die Busse und Bahnen zu bringen. „Nicht zuletzt steigern wir die Attraktivität des Kreises innerhalb der Metropolregion Hamburg als Wohnstandort und auch als Freizeitziel für Gäste aus der Metropolregion“, so Carstens.

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