Sechs Interessenten für Knechtsche Hallen in Elmshorn

Fast alle potenzielle Investoren wollen Kultur als Nutzung

Restauriert und revitalisiert könnten die Knechtschen Hallen das Prunkstück des Quartiers Krückau-Vormstegen sein. Ähnliche Projekte in anderen Städten liefen häufig auch erst schleppend an. (Foto: Rainer Strandmann)

Elmshorn (rs) Nichts geht voran. Das ist der Eindruck, den die Öffentlichkeit beim Thema Revitalisierung der Knechtchen Hallen hat, vielleicht haben muss.

Eigentümer versorgt Interessenten zurzeit mit Informationen

Doch der Sachstand ist ein anderer. „Wir haben aktuell Kontakt zu sechs Investoren“, sagte Lisa Sachau von der Eigentümerfamilie auf Anfrage unserer Zeitung. Die würden jetzt mit allen Informationen versorgt, die diese benötigten. Dazu gehöre etwa, was die Stadt im gesamten Sanierungsgebiet plane. In das Thema ist Bewegung gekommen, seit sich Stadt und Eigentümer im vorigen Jahr in Workshops nähergekommen sind.

Treffen mit Eigentümer, Stadt und Freundeskreis für 4. November geplant

Dazu beigetragen haben dürfte, dass mit Lisa Sachau, der Tochter von Kibek-Chef Frank Sachau, und Baustadtrat Lars Bredemeier neue Akteure den Gesprächsfaden aufnahmen, die unbelastet nach einer Lösung suchen konnten. Am 4. November, so Lisa Sachau, werde es ein weiteres Treffen der Runde mit der Stadt und Jens Jähne, dem Vorsitzenden des Freundeskreises zum Erhalt der Knechtschen Hallen, geben. Dort sollen die Konzepte der Investoren vorgestellt werden. Alles soll nur noch im Schulterschluss erfolgen. „Ich hätte das Treffen gern schon im September gehabt, aber es hätte immer jemand gefehlt“, so das Mitglied der Kibek-Geschäftsführung. Sie vertritt die Auffassung: „Lieber einen Schritt langsamer und dafür alle im Boot haben.“

Sachau: „Ankermieter ist grundsätzlich nicht schädlich“

Es ist eine ungewöhnliche Situation: Seit Jahren wird von Politik und Bürgern munter darüber diskutiert, was aus den Knechtschen Hallen an der Berliner Straße werden soll. Außenstehende könnten leicht den Eindruck gewinnen, das Gebäude-Ensemble der ehemaligen Lederfabrik Knecht befinde sich im Eigentum der Stadt. Das ist jedoch mitnichten so. Die Hallen gehören der Familie Sachau. Ein Punkt, an den Bürgervorsteher und CDU-Stadtverordneter Andreas Hahn die Kolleginnen und Kollegen kürzlich im Ausschuss für Stadtumbau nachdrücklich erinnerte. „Wir reden hier über das Eigentum Dritter. Wir haben kein Recht darauf, dass Ideen umgesetzt werden.“ Es sei das gute Recht Frank Sachaus, die Knechtschen Hallen so zu lassen.

Fast alle Investoren wollen Kultur als Nutzung

Die Nachhilfe in Eigentumsfragen erteilte Hahn, weil die SPD beantragt hatte, die Verwaltung damit zu beauftragen, „in der zweiten Jahreshälfte 2021 eine Ideenwerkstatt unter Einbeziehung von Stadtbücherei, VHS, Freundeskreis Knechtsche Hallen und Vertreterinnen der Selbstverwaltung zu organisieren mit dem Ziel“ einer Kulturetage in den Hallen. Der Beschluss wurde dann so nicht gefasst. Doch was sagt Lisa Sachau dazu? „Wir sind bestrebt, eine gute Lösung für Elmshorn zu finden.“ Ein Ankermieter, wie sie die Stadt mit einer Kulturetage sein könnte, „ist grundsätzlich nicht schädlich, weil das eine feste Einnahme ist, auf der sich aufbauen lässt“. Kultur als Teil der Nutzung sähen auch fast alle Investoren vor.

Sachau: „Es passiert eine ganze Menge“

Aus ihrer Sicht sei es völlig in Ordnung, dass öffentlich diskutiert werde. „Es ist schön, dass sich viele Gedanken machen.“ Sie finde es immer nur schade, „wenn es heißt, es geht nichts voran“. Sachau: „Es passiert eine ganze Menge.“

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