42.500 Kreis Pinneberger haben ausländischen Pass

Interdisziplinäres Team soll Integration voranbringen

Bachir Yzidi ist Integrationsbeauftragter des Kreises Pinneberg. (Foto: Kreis Pinneberg)

Kreis Pinneberg (em) Menschen nichtdeutscher Herkunft noch besser in das gesellschaftliche Leben vor Ort einzubeziehen, ist das Ziel der Fokusgruppe Integration des Kreises Pinneberg. Sie soll Anfang Juli gegründet, kündigte das Kreishaus an. In dem Team werden Experten zusammenarbeiten, die in ihren jeweiligen Jobs mit dem Thema Integration zu tun haben, etwa Schule, Kita, Kommunen, Arbeit und Beruf, Sport, Sprache, Migrationsberatung oder Ehrenamt. Zudem sind Menschen dabei, die selbst einen Migrationshintergrund haben und aus ihrem eigenen Erleben die Herausforderungen kennen. Ende April hatte es bereits eine Auftaktveranstaltung gegeben, um die Gründung vorzubereiten.

Menschen aus anderen Ländern bringen neue Perspektiven mit

Aktuell leben 42.500 Menschen im Kreis Pinneberg, die einen ausländischen Pass haben. Sie stammen
aus unterschiedlichsten Ländern und bringen alle ihre eigenen Geschichten und Perspektiven mit. Hinzu
kommen weitere Menschen, die zwar einen deutschen Pass haben, von denen aber mindestens ein Elternteil nichtdeutscher Herkunft ist.

Team soll politische Entscheidungen vorbereiten

„Es geht darum, in der Fokusgruppe vorhandenes Wissen und praktische Erfahrungen zusammenzutragen, um daraus Handlungsempfehlungen für die politischen Entscheidungsgremien zu entwickeln“, erklärt Maike Bredehorn, Fachdienstleiterin Soziales beim Kreis Pinneberg. „Auf diese Weise sorgen wir dafür, dass gute Ideen den Weg in die Politik finden. Die Politik entscheidet schließlich darüber, welche Ideen und Projekte sie finanziert.“

Gruppe soll Integration über Jahre vorantreiben

Die Anzahl der Mitglieder ist mit rund 15 Personen bewusst so gewählt, dass die Fokusgruppe ergebnisorientiert arbeiten kann. Sie wird sich in regelmäßigen Abständen alle paar Monate treffen und ist auf Dauer angelegt. Über Jahre hinweg soll sie das Thema Integration vorantreiben und als Beratungsgremium für die Politik zur Verfügung stehen. „Integration braucht Aufmerksamkeit und wirksame Strukturen“, sagt Bachir Yzidi, Integrationsbeauftragter des Kreises Pinneberg und ebenfalls Mitglied der Fokusgruppe. „Hier geht es um eine friedliche und gut funktionierende Gesellschaft.“

Elf weitere Fokusgruppen setzen sich für Themen wie Gesundheit und Inklusion ein

Die künftige Fokusgruppe Integration ist Teil der Sozialplanung des Kreises Pinneberg. Mit dem Ziel, die
benötigten Sozialleistungen im Kreis wirkungsorientiert zu steuern, haben sich im Kreis bereits elf Fokusgruppen gebildet, unter anderem zur Gesundheitsversorgung, zur Inklusion oder zur Kinder- und Jugendarbeit. Sie alle folgen dem Prinzip, lokale Institutionen und relevante Akteure im jeweiligen sozialpolitischen Handlungsfeld dauerhaft einzubinden und gemeinsam mit ihnen Impulse für den politischen Diskurs zu geben. Die Fokusgruppen arbeiten selbstbestimmt und können auch Untergruppen einrichten.
Indem sie den Input aus ihren fachlichen Netzwerken kanalisieren und aus unterschiedlichen Perspektiven
Vorarbeit für die politische Entscheidungsfindung im Kreistag leisten, sollen sie zu einem zentralen Element
der Partizipation werden.

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