Moin Jobfinder

Unbekannte kippen Gärtnerin-Skulptur im Rosarium um

Schon wieder Vandalismus in einem Uetersener Park

Vorher (links): Die neue Gärtnerin-Skulptur wurde am 26. April 2024 enthüllt. Nachher: Das Fundament der Statue ist leer. Am 2. Mai entdeckten Mitarbeiter des Bauhofs, dass Unbekannte die Statue umgeknickt hatten. (Fotos: Frank, Stadt Uetersen, Montage: Frank)

Am Tag der Enthüllung war noch alles in Ordnung: Künstler Ewald Rumpf und Stefanie Schmedes, 2. Vorsitzende der Freunde und Förderer des Rosariums Uetersen, weihten die Bronzeskulptur der Gärtnerin ein. (Foto: Frank)

Fast 50 Menschen feierten in einer Regenpause die Einweihung der Gärtnerin-skulptur im Rosarium. Elsa Plath (Mitte vorn) trug die alte Ballade „Es waren zwei Königskinder“ vor. Sie spielte damit auf das Gegenüber der Figuren von Gärtner und Gärtnerin an. Der Künstler Ewald Rumpf (links) begleitete sie an der Violine. Viele Gäste stimmen in den Gesang ein. (Foto: Frank)

Uetersen (jhf) Der Vandalismus in den öffentlichen Parks der Rosenstadt Uetersen reißt nicht ab. Zuerst wurde im Frühjahr ein Wildapfelbaum im Cäcilie-Bleeker-Park durch drei Attacken zerstört. Jetzt haben Unbekannte eine Bronzeskulptur im Rosarium beschädigt. Der Künstler Ewald Rumpf hatte die Statue einer Gärtnerin erst am Freitag, 26. April, feierlich enthüllt. Sechs Tage später, am Morgen des 2. Mai, fanden Bauhofmitarbeiter die Figur im Rosarium auf dem Rasen liegend vor. Bauhofleiterin  Stefanie Schmedes zeigte sich bestürzt. Sie ist Zweite Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer des Rosariums Uetersen, der die Skulptur als Ergänzung zu der vor einem Jahr eingeweihten Gärtnerfigur Heiko in Auftrag gegeben hatte.

Zacken aus Harke gebrochen und gestohlen

Künstler Rumpf hatte die Gärtnerin mit einem Rechen ausgestattet. Die Täter brachen die Zacken der Harke heraus und nahmen sie offenbar mit. „Sie sind verschwunden“, berichtete Schmedes. Ihre Mitarbeiter hatten die Skulptur mit Gewindestangen in einem Fundament verankert. Dort setzten die Täter an. „Sie haben die Gärtnerin solange hin und her bewegt, bis sich die Gewindestangen herausgebogen haben“, vermutet Schmedes.

Anzeige bei der Polizei

Die Stadtverwaltung wollte noch am selben Tag Anzeige bei der Polizei erstatten. Schmedes sagt: „Wir wollen die Skulptur so schnell wie möglich wieder aufstellen, vielleicht Anfang der Woche.“ Eventuell werde die Gärtnerin zunächst ohne Harke zu sehen sein. Der Künstler benötige sicherlich etwas Zeit, um sie zu reparieren.

Holsteiner am Wochenende bittet um Namensvorschläge

Positiv in die Zukunft blicken: Darin will die Holsteiner am Wochenende den Förderverein und die Stadt unterstützen. Wir rufen daher unsere Leserinnen und Leser auf, Namen für die Gärtnerin vorzuschlagen. Reichen sie ihre Ideen per E-Mail an redaktion@(*** please remove ***)holsteiner-allgemeine.de oder per Post an die Klaus Merse Verlag GmbH & Co. KG, Schulstraße 26-28, 25335 Elmshorn, ein. Bitte die Idee gut begründen. Wünschswert ist ein Name, der eine Verbindung mit der Region ausdrückt. Unsere Leser hatten vor einem Jahr bereits dem Gärtner den Namen Heiko gegeben.

Feier mit fast 50 Gästen

Bei der Enthüllung der Gärtnerin-Skulptur im Rosarium herrschte noch eine harmonische Stimmung: Knapp 50 Gäste versammelten sich am östlichen Ende des Mühlenteichs. Die Historikerin Elsa Plath sang die Ballade „Es waren zwei Königskinder“. Viele Besucherinnen und Besucher stimmten ein. Der Künstler Ewald Rumpf begleitete sie auf seiner Violine.

Bauhof lagert beschädigte Figur ein

Knapp eine Woche später herrscht am Standort der Skulptur erschreckende Leere. Unbekannte rissen die Bronzestatue aus ihrem Fundament heraus. Bauhofleiterin Schmedes ließ die Figur einlagern und hofft auf eine baldige Reparatur.

Gärtnerin: Zupackend statt romantisch

Der Verein hatte die Skulptur bei dem Künstler Ewald Rumpf in Auftrag gegeben. An das Aussehen der Gärtnerin hatten Schmedes und Rumpf anfangs unterschiedliche Erwartungen. Der Psychologie-Professor aus Hessen wollte eine Frau mit Blüten im Haar erschaffen. „Er hat sie sich als Muse vorgestellt“, berichtete Schmedes. Sie dagegen legte Wert darauf, eine Gärtnerin bei der Arbeit zu zeigen.

Bauhofmitarbeiterin stand Modell

Letztlich setzte der Künstler den Kundenwunsch um. Rumpf gestaltete eine Gärtnerin, die mit beiden Händen eine Harke hält und eine Arbeitshose mit Werkzeug in der Beintasche trägt. Eine Mitarbeiterin des Bauhofs stand mehrfach mit einem Rechen in der Hand Modell. Schmedes berichtete bei der Enthüllung: „Ich musste an meine Ausbildung denken. Mein Meister sagte: Kannste Karre schieben, kannste Kohle kriegen.“

Botschaft: Friede und Harmonie

Rumpf stellte die Skulptur in einer Werkstatt in der Tschechei in Mnisek her, wo auch der Gärtner Heiko entstanden war, der auf der anderen Seite des Mühlenteichs steht. „Mir liegt daran, ein Wohlgefallen beim Betrachter hervorzurufen“, sagte der Künstler. Die Figur solle beim Betrachter Sympathie wecken. Ihre Botschaft seien Friede und Harmonie.

Zukunftsmusik: Ein Kind

Die 1. Stadträtin Sevil Celik bezeichnete die Skulptur als „Bereicherung für unser Rosarium“. Bürgervorsteher Baris Karabacak sagte: „Wir haben alle die Hoffnung, dass Heiko es zu der Gärtnerin rüberschafft und sie sich vermehren.“ Er schlug vor, als nächstes Projekt eine Kinder-figur in Auftrag zu geben. Der Förderverein finanzierte den Gärtner und die Gärtnerin mit Hilfe großzügiger Spenden. Jede Figur kostete etwa 25.000 Euro.

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass bei der Aktivierung des Magazins eine Verbindung zum Anbieter Yumpu aufgebaut wird und Daten übermittelt werden.

Beim aktivieren des Elements werden Daten an Facebook übertragen.