Moin Jobfinder

Barmstedt: Bauarbeiten zum Schutz vor Hochwasser

Klimawandel: Neuer Düker unter Krückau soll Sicherheit geben

Die Vortriebsmaschine ist in den Startschacht abgesenkt worden. Zwei Mitarbeitern der Baufirma montieren sie. Rechts in der Startbaugrube sind die Hydraulikzylinder für den Vortrieb zu sehen. (Foto: AZV Südholstein)

Verantwortlich für den Bau des Krückaudükers sind Saskia Horstmann (von links), Projektleiterin beim AZV Südholstein, Florian Kroker, Geschäftsführer der Max Kroker Bauunternehmung GmbH & Co., Christine Mesek, Verbandsvorsteherin des AZV Südholstein und Michael Hohage von der B2K und dn Ingenieure GmbH. (Foto: AZV Südholstein)

Barmstedt (jhf) Der Abwasserzweckverband (AZV) Südholstein trifft Vorkehrungen gegen Hochwasser in Barmstedt. Das Unternehmen will sicherstellen, dass Regen weiterhin sicher und reibungslos abläuft - auch im Hinblick auf den Klimawandel, der voraussichtlich mehr Starkregenfälle mit sich bringen wird, erläuterte Sprecherin Kathrin Eckert.

Drei Projekte im Jahr 2022

In diesem Jahr stehen zu diesem Zweck drei Projekte an: Erstens wird zurzeit eine Dükerleitung, die von der Kampstraße aus unter der Krückau hindurch in einen Krückau-Seitengraben führt, durch eine größere Anlage ersetzt. Zweitens soll im Frühjahr das Regenrückhaltebecken am Küsterkampf ausgebaggert werden. Drittens ist geplant, einen Graben nördlich der Krückau zu verrohren, um ihn vor Erosion zu schützen. Der Graben verläuft zwischen einer Fußgängerbrücke, die zwischen Kamp- und Schlickumstraße liegt, und dem Rantzauer See.

Kanal in einer Tiefe von 1,50 Meter unter Krückaubett

Der Bau des neuen Dükers hat am 31. Januar begonnen. Von einer Startbaugrube ausgehend schieben Hydraulikzylinder eine rohrförmige Vortriebsmaschine mit einem Bohrkopf horizontal in den Boden hinein. Per Lasertechnik gesteuert, gräbt das zirka 3,6 Tonnen schwere Gerät etwa 1,50 Meter unterhalb der Krückausohle einen Tunnel für die neue Abwasserleitung bis hin zur Zielbaugrube auf der anderen Seite der Krückau. Die Rohrelemente aus glasfaserverstärktem Kunststoff werden direkt hinter der Vortriebsmaschine Stück für Stück in den entstehenden Hohlraum geschoben. Der kontinuierliche Bodenaushub wird hydraulisch durch Schläuche ans Tageslicht befördert und abtransportiert.

Durchmesser wird verdoppelt

Die alte Dückerleitung stammt aus dem Jahr 1930. Mit einem Durchmesser von etwa 30 Zentimetern
ist sie inzwischen zu klein. Die neue Leitung wird rund 44 Meter lang und hat einen Durchmesser von 60 Zentimetern. Im Süden soll der Düker mit einer zwölf Meter langen Leitung an einen neuen Regenwasserkanal in der Kampstraße angeschlossen werden. Im Norden wird der Düker zunächst provisorisch an den Krückau-Seitengraben angebunden.

Fuß- und Radweg zwischen Kampstraße und Küsterkamp gesperrt

Die Vortriebsarbeiten selbst dauern etwa eine Woche. Deutlich mehr Zeit nehmen Auf- und Abbau der Baugruben und der Maschine in Anspruch. Das Projekt soll voraussichtlich Ende März 2022 abgeschlossen werden. Bis dahin bleibt der Fuß- und Radweg zwischen Kampstraße, Amalie-Schoppe-Weg und Küsterkamp meistens gesperrt. Wenn die Arbeiten es zulassen, soll die Abriegelung zeitweise aufgehoben werden. Als Alternativroute empfiehlt der AZV die östlich gelegene Krückaubrücke und den Stadtpark. Der Weg soll dazu dauerhaft beleuchtet werden. Eine Ausweichmöglichkeit stellt auch die westlich gelegene Brücke am Freibad dar.

Regenrückhaltebecken wird ausgebaggert

Ab Ende Februar starten nahe der Krückau auch die Bauarbeiten am Regenrückhaltebecken Küsterkamp: Das Becken muss ausgebaggert und am südlichen Ufer erweitert werden, um sein Fassungsvermögen wieder zu vergrößern und damit die Funktion vollständig wiederherzustellen. Als abwassertechnische Anlage speichert das Becken das Niederschlagswasser von rund zwei Dritteln der versiegelten Flächen von Barmstedt. Im Laufe der Jahre haben sich die Größe und das Speichervolumen durch Ablagerungen und Verlandungsprozesse deutlich reduziert.

Der AZV Südholstein investiert in beide Projekte ingesamt etwa 1,25 Millionen Euro.

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass bei der Aktivierung des Magazins eine Verbindung zum Anbieter Yumpu aufgebaut wird und Daten übermittelt werden.

Beim aktivieren des Elements werden Daten an Facebook übertragen.