Elmshorn nahm Abschied von Brigitte Fronzek

Große Trauerfeier in der Nikolai-Kirche

Der blumengeschmückte Sarg mit angezündeteten Kerzen und einem Bild von Brigitte Fronzek, das sie als begeisterte Seglerin zeigt, vor dem Altar der Nikolaikirche. (Foto: Rainer Strandmann)

Pastorin Britta Stender: "In unseren Erinnerungen bleibt Brigitte Fronzek lebendig." (Foto: Rainer Strandmann)

Elmshorn (rs) In einer bewegenden Trauerfeier haben die Elmshorner am Donnerstag in der Nikolaikirche Abschied genommen von ihrer langjährigen Bürgermeisterin  Dr. Brigitte Fronzek. Tränen flossen und selbst Pastorin Britta Stender stockte am Ende die Stimme. Brigitte Fronzek, die in der Nacht zum 13. November einem Krebsleiden erlegen war, war vielen auch Freundin und Ratgeberin gewesen.

Viele Trauergäste aus Politik, Wirtschaft, Vereinen und Verbänden

Wie anerkannt die gebürtige Pinnebergerin weit über Elmshorns Grenzen hinaus war, zeigte auch die große Zahl der Trauergäste, die trotz Corona gekommen waren. Neben Familie, Freunden und politischen Weggefährten der SPD nahmen zahlreiche weitere Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Vereinen und Verbänden, Feuerwehr und Polizei in den Kirchenbänken Platz. Von der Stadt erwiesen ihr unter anderen Bürgervorsteher Andreas Hahn, Bürgermeister Volker Hatje, 1. Stadtrat Dirk Moritz und Ehrenbürger Prof. Dr. Klaus Pannen die letzte Ehre.

"Die Familie war ihr stets das Wichtigste"

Fröhlich, mutig, engagiert – so kannte man Brigitte Fronzek. Dazu passte auch das Foto am blumengeschmückten Sarg in der Kirche, das sie als passionierte Seglerin zeigte. Ein Hobby, das sie mit ihrer großen Liebe, ihrem zweiten Ehemann Thomas Fronzek, teilte. Kennengelernt hatten sich beide in einem katholischen Kirchenchor. Zwei Tage später hatte Brigitte Fronzek den Schlüssel zu seiner Wohnung, verriet Stender. Aus der 1984 geschlossenen Ehe gingen zwei Kinder hervor. "Die Familie war ihr stets das Wichtigste", sagte Stender. Zeit nahm sie sich, bei aller Arbeit und ehrenamtlichem Engagement, auch für die Enkelkinder. "Oma Vorsicht" nannten diese Fronzek, die vieles, aber nicht alles durchgehen ließ.

Fronzek hatte ihre Trauerfeier selbst geplant

"Für Brigitte Fronzek standen immer die Menschen im Mittelpunkt", betonte Stender. Typisch für die Juristin und Verwaltungschefin, dass sie auch ihre eigene Trauerfeier plante, bewusst mit Tröstlichem für Familie und Gäste. So sang Anna Haentjens Bonhoeffers Lied "Von guten Mächten wunderbar geborgen", das dieser, seinen Tod vor Augen, 1944 aus dem Kellergefängnis des Reichssicherheitshauptamts in Berlin schrieb. Wie Bonhoeffer, fand auch Brigitte Fronzek während ihrer schweren Krankheit  im Glauben Trost und Zuversicht.

"Alles in allem war es schön und erfüllend"

"Ihre Dankbarkeit für ihr Leben sollte auch in dieser Feier zu hören sein", sagte Stender. Brigitte Fronzek  habe selbst die tröstenden Worte geschrieben: "Auch wenn ich das Leben gern noch ein wenig länger genossen hätte, alles in allem war es schön und erfüllend."

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