Ohne Masken und Abstand: Bei 3G keine Einschränkungen mehr

Ministerpräsident Daniel Günther kündigt mit der neuen Verordnung einen Paradigmenwechsel ab dem 20. September an

Grafik: Pixabay

Schleswig-Holstein (tc) – Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat für die nächste Verordnung, die ab dem 20. September gilt, einen Paradigmenwechsel hin zu mehr Normalität angekündigt. Überall dort (bis auf die Schulen), wo 3G-gilt, wird es keine Einschränkungen und keine Maskenpflicht mehr geben. Veranstalter können mit voller Auslastung planen. „Das ist ein großer Schritt zu weniger Einschränkungen und zu mehr Eigenverantwortung“, so Günther. Dort, wo 3G nicht kontrolliert werden kann wie im Einzelhandel und im ÖPNV, wird die Maskenpflicht auch weiterhin gelten.
Günther machte deutlich, dass der Inzidenzwert zwar ein Frühwarner sei, man aber künftig mehr auf die Hospitalisierungsquote setzen wolle. Diese lag im Januar bei 11 und selbst da, so Günther, sei die Lage auf den Intensivstationen in Schleswig-Holstein nicht besorgniserregend gewesen. Aktuell liege der Wert bei 1,5.
Künftig solle ein 3-Stufen-Modell gelten. Günther verglich es mit einer Ampel, aktuell seien wir auf Gelb. Grün würde bedeuten, dass es überhaupt keine Einschränkungen mehr gäbe, bei Rot stünden für Betreiber entweder das 2G-Modell ohne Abstandsgebot und Maskenpflicht oder das 3G-Modell mit den derzeit gültigen Einschränkungen zur Wahl. Für diesen Weg habe es Rückendeckung von den Experten gegeben, betonte der Ministerpräsident.
In den Schulen werde mindestens bis nach den Herbstferien an der Maskenpflicht im Unterricht festgehalten.

Die neue Verordnung umfasst insbesondere folgende Punkte:
• Allgemein: Das Abstandsgebot von 1,5 Metern wird in eine Empfehlung umgewandelt. An privaten Zusammenkünften dürfen unbegrenzt viele vollständig geimpfte oder genesene Personen teilnehmen. Für nicht Immunisierte gilt jedoch eine Obergrenze von 25 Personen über 14 Jahren innerhalb geschlossener Räume.
• Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung wird in den meisten Innenbereichen aufgehoben, wenn dort die 3G-Regel gilt. In Situationen, in denen ein angemessener Abstand nicht eingehalten werden kann, wird weiterhin das Tragen von Masken empfohlen.
• Die noch bestehenden Regelungen zur Erfassung der Kontaktdaten in Innenbereichen werden weitgehend aufgehoben. Dies betrifft insbesondere Veranstaltungen, Gaststätten, Freizeit- und Kultureinrichtungen, körpernahe Dienstleistungen (z. B. Friseure, Massagestudios), Einrichtungen für Sportausübung (z. B. Fitnessstudios, Schwimmbäder) und touristische Reiseverkehre (z. B. organisierte Busfahrten).

Für die einzelnen Bereiche sind folgende Regeln vorgesehen:
• Die Vorgaben zur Einhaltung der 3G-Regel bleiben in Innenbereichen bestehen. Dies betrifft Veranstaltungen und Feste in Innenbereichen, Innengastronomie, Freizeit- und Kultureinrichtungen (z. B. Museen), körpernahe Dienstleistungen, Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben (weitere Infos unten), Reiseverkehre zu touristischen Zwecken, Einrichtungen zur Sportausübung
• Im Einzelhandel und im öffentlichen Personenverkehr bleiben die Vorgaben zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung bestehen, da hier die 3G-Regel nicht greift.
• Bei Veranstaltungen fallen Beschränkungen weitgehend weg. Sie sind damit innerhalb und außerhalb geschlossener Räume ohne Einhaltung des Abstandsgebotes und der Maskenpflicht möglich. Voraussetzung bleibt hierbei die Erstellung eines Hygienekonzepts unter anderem mit einer regelmäßigen Lüftung der Innenbereiche. In Innenbereichen ist zudem die 3G-Regel einzuhalten. Kinosäle oder Konzerte dürfen also zum Beispiel unter Einhaltung der 3G-Regel wieder voll ausgelastet werden.
• In Beherbergungsbetrieben werden die Vorgaben zur wiederholten Testung nach spätestens 72 Stunden gestrichen. Die 3G-Regel bei Aufnahme in ein Hotel o. ä. sowie die Pflicht zur Angabe von Kontaktdaten bleiben bestehen.
• Bei Sportveranstaltungen gelten bezogen auf die Zuschauerzahlen keine Obergrenzen mehr. Stadien und Veranstaltungshallen können damit wieder voll ausgelastet werden.
• Die Vorgaben für den Betrieb von Diskotheken werden unter Einhaltung der 3G-Regel normalisiert. Voraussetzung für einen normalen Betrieb ist, dass ein Hygienekonzept erstellt wird und nicht-immunisierte Teilnehmende maximal 6 Stunden vor Einlass getestet wurden (ein Antigen-Schnelltest ist ausreichend).
• Die Regelungen für Pflegeeinrichtungen bleiben bestehen, da die Bewohner zu den besonders vulnerablen Personengruppen gehören. Für Besucher gilt weiterhin die 3G-Regel sowie die Maskenpflicht auf Verkehrsflächen und in Gemeinschaftsräumen.

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