Regio Kliniken wollen Zentralkrankenhaus im Kreis Pinneberg bauen

Standorte Elmshorn und Pinneberg sollen geschlossen werden / Umzug frühestens 2030

Professor Dr. Max Nedelmann (links), Geschäftsführerin Regina Hein und Geschäftsführer Gundolf Thurm befürworten die Zentralisierung der Regio Kliniken. (Foto: Regio Kliniken)

Kreis Pinneberg (jhf) Die Regio Kliniken wollen ein zentrales Krankenhaus im Kreis Pinneberg bauen und anschließend die bestehenden Standorte Elmshorn und Pinneberg schließen. Laut Presseerklärung wollten die Geschäftsführer Regina Hein und Gundolf Thurm diese Absicht am 15. September dem Hauptausschuss des Kreises Pinneberg vorstellen. Dieser hält 25,1 Prozent der Anteile. Mehrheitseigener sind die Sana Kliniken. Das Unternehmen will die Klinik „gemeinsam und einstimmig“ mit beiden Gesellschaftern weiterentwickeln, betonte Sprecherin Birga Berndsen.

Standort in Autobahnnähe

Der Ort der Zentralklinik stehe noch nicht fest. Berndsen zufolge liegt es aber nahe, den Neubau in der Nähe der Autobahn 23 zu errichten. Die Standortfrage soll in einem Prozess unter Hinzuziehung von Experten geklärt werden. Auch der Zeitplan ist noch weitgehend offen. „Wir werden frühestens 2030 umziehen“, so Berndsen. Bei einem Neubau in dieser Größenordnung sei mit Kosten von 200 Millionen bis 400 Millionen Euro zu rechnen. Geschäftsführung und Aufsichtsrat betonten, dass sie die Veränderung in engem Austausch mit Mitarbeitern, Bürgern, Politik und Partnern vollziehen wollen.

Vier Gründe

In der Presseerklärung führt das Unternehmen vier Gründe für eine Zentralsierung an: 1. die rasante Entwicklung in Medizin und Pflege, 2. die gesundheitspolitischen Vorgaben, 3. der Fachkräftemangel und 4. der bauliche Zustand der bestehenden Krankenhäuser.

Zentralisierung erleichtere Zusammenarbeit

Die Medizin entwickle sich in hoher Geschwindigkeit weiter und werde dadurch immer komplexer. Die fachliche Spezialisierung und die enge, interdisziplinäre Zusammenarbeit der Ärzte sowie Pfleger nehme zu. „Die Verteilung von Fachbereichen auf mehrere Standorte stellt eine Klinik vor große Herausforderungen“, sagt Thurm. Die Fokussierung auf einen Standort hingegen erleichter die fächerübergreifende Zusammenarbeit. „Eine Zentralklinik verbessert daher die medizinische Versorgung, selbst wenn diese vom eigenen Wohnort etwas weiter weg sein sollte“, betont Thurm.

Politik schränke kleine Kliniken ein

Die Gesundheitspolitik auf Landes- und Bundeseben fordere die Bildung großer medizinischer Zentren. Vorgaben zu Mindestmengen und -strukturen schränkten das Behandlungsspektrum kleinerer Klinikstandorte nach und nach gesetzlich ein. „Wenn wir keine Strukturen schaffen, mit denen wir den politischen Vorgaben entsprechen können, würde sich unser stationäres Versorgungsangebot sukzessive qualitativ und quantitativ reduzieren“, sagt Hein.

Arbeitsplätze in großen Teams seien attraktiver

Der Fachkräftemangel erschwere den Betrieb von Kliniken mit mehreren Standorten: Durch notwendige Doppelvorhaltungen von Mitarbeitern sei der Personalbedarf größer. Mit Aufrechterhaltung beider Standorte würde es immer schwieriger werden, alle Stellen zu besetzen und weiterhin das volle Behandlungsangebot anbieten zu können. Arbeitsplätze in größeren Teams an einem einzigen Standort seien attraktiver, weil sie mehr Möglichkeiten für Austausch und Spezialisierungen böten und mit kürzeren Wegen verbunden seien.

Sanierungsstau spreche für Neubau

Nicht zuletzt spreche der bauliche Zustand der alten Krankenhäuser für einen Neubau: Während der vergangenen zehn Jahre seien zwar mehr als 50 Millionen Euro in die Regio-Gebäude investiert worden. Es bestehe aber ein erheblicher Sanierungsbedarf, auch aufgrund von Sanierungsstaus in der Vergangenhei. Die Geschäftsführer Hein und Thurm wollen jahrelange Bauarbeiten im Bestand vermeiden, die Mitarbeiter und Patienten belasten und nur zu Kompromissen führen würden. Dagegen lasse sich ein Neubau uneingeschränkt an künftigen medizinischen Anforderungen ausrichten und nach modernen ökologischen Maßstäben bauen. Dadurch könne die Klinik in den folgenden Jahrzehnten klimaschonend betrieben werden.

Ziel: ein moderner, schöner Gesundheitscampus

Regina Hein: „Wir möchten die Fachbereiche der beiden Kliniken in Elmshorn und Pinneberg gemeinsam mit weiteren gesundheitsbezogenen Angeboten in einem modernen, schönen Gesundheitscampus zusammenführen.“ Wichtig seien optimale Voraussetzungen für innovative Medizin und Pflege, die Gestaltung guter Arbeitsmöglichkeiten in einer angenehmen Umgebung ud attraktive, helle Räumlichkeiten für die Patienten. Die Idee für einen Neubau sei auf Basis zahlreicher Gespräche mit Mitarbeitern und externen Experten entstanden. Der Aufsichtsrat habe die Ziele bestätigt.

Bürger können sich zu den Plänen per E-Mail äußern

Gundolf Thurm kündigte die nächsten Schritte an: „Wir freuen uns auf anstehende Gespräche mit unseren beiden Gesellschaftern, mit Vertretern der Lokal- und Landespolitik, den zuständigen Behörden und natürlich mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Bürgerinnen und Bürgern des Kreises. Wir stehen ganz am Anfang des Prozesses.“ Gesprächsrunden und Informationsveranstaltungen seien geplant. Bürger können sich per E-Mail an zusammenwachsen@(*** please remove ***)sana.de zu den Plänen äußern.

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