Caroline Hartig aus Elmshorn spielt in Blackout und Sophie Scholl

Beide Produktionen mit Ex-EBS-Schülerin sollen 2022 ins TV kommen

Viel gefragt: Caroline Hartig als Traute Lafrenz, der Freundin von Hans Scholl, im Instagram-Projekt „Ich bin Sophie Scholl“, das die Widerstandskämpferin als Bloggerin ins Hier und Jetzt holt. (Foto: Rebecca Rütten)

Sie verstanden sich bestens: Caroline Hartig (li.) und Schauspieler-Kollegin Lea van Acken in Genua. (Foto: Hartig)

... und hier mit der Schweizerin Luna Wedler, die Sophie Scholl verkörpert. (Foto: Hartig)

Elmshorn (rs) Der Weg der in Elmshorn aufgewachsenen Schauspielerin Caroline Hartig führt steil nach oben. Nach Hauptrollen in Krimis wie Tatort oder Ein starkes Team, Serien wie Weingut Wader und In aller Freundschaft oder dem ARD-Abendfilm Kilimandscharo ist die 24-Jährige in zwei ganz großen Produktionen zu sehen: Im Instagram-Projekt von SWR und BR „Ich bin Sophie Scholl“, das viel Aufsehen erregt, und der Verfilmung des Marc Elsberg Bestsellers Blackout als Mini-Serie der App Joyn.

Caroline Hartig lebt zurzeit in Hamburg

Beide Produktionen sollen 2022 auch ins Fernsehen kommen. Wir hatten die Gelegenheit, zum Jahresende ein Interview mit Caroline Hartig zu führen, die nach einer Zeit in Berlin aktuell in Hamburg lebt.

Wie sind Sie bisher durch die Corona-Zeit gekommen?

Caroline Hartig: Corona hat sich beruflich vor allem dadurch bemerkbar gemacht, dass Castings vorwiegend über Zoom und Skype stattgefunden haben. Zu Beginn wurden auch einige Projekte abgesagt oder geschoben. Aber ich durfte auch in den letzten zwei Jahren einiges machen und kann mich nicht beschweren.

... und privat?

Privat habe ich es gerade am Anfang der Pandemie stärker gespürt. Ich bin jemand, der viel raus geht und unterwegs ist und die Einschränkung hat mir, wie vermutlich vielen, wirklich zu schaffen gemacht. Ich finde es schade zu sehen, wie Corona die Gesellschaft spaltet und würde mir wünschen, dass wir kommendes Jahr die Pandemie in den Griff kriegen.

In 2021 war die Mini-Serie der Verfilmung des Stromausfall-Thrillers nach dem Buch „Blackout“ von Marc Elsberg im Stream zu sehen. Kommt sie 2022 auch ins TV?

Ja, ein genaues Datum kann ich nicht sagen, aber ich habe gehört, dass die Serie Anfang des Jahres auf Sat.1 zu sehen sein soll.

Sie spielen darin neben Moritz Bleibtreu, Heiner Lauterbach, Herbert Knaup und weiteren Top-Stars. Ging’s am Set eher ernst oder lustig zu?

Da ich Jessica Schwarz in Jung verkörpere, hatte ich vor allem mit dem jüngeren Cast zu tun. Wir haben uns unfassbar gut verstanden und hatten eine Menge Spaß beim Dreh. Mit dem Nachtzug sind wir nach Italien und an freien Tagen ans Meer gefahren und haben gesurft.

Wie gut lernt man sich dabei kennen?

Auslanddrehs haben immer etwas von Klassenfahrt. Man verbringt eine wahnsinnig intensive Zeit vor und hinter der Kamera mit der Crew und dem Cast. Da bleibt das Kennenlernen nicht aus. Es gibt aber auch einige Kollegen, die sich gerne in den Pausen zurückziehen und mit denen das Verhältnis dann professioneller ist. Herbert Knaup habe ich bei diesem Dreh gar nicht getroffen, aber mit ihm durfte ich meinen ersten Tatort „Level X“ drehen und davon kann ich nur Positives berichten.

Wie fordernd war Ihre Rolle im Thriller als Aktivistin beim G8-Gipfel in Genua?

Wir hatten für die Folter- und Prügel-Szenen zwei Tage Stuntproben und trotzdem bin ich immer voller Adrenalin, wenn solche Szenen das erste Mal gedreht werden und neben einem dann wirklich Autos explodieren und Leute zu Boden gerissen werden.

Ist demnächst noch weiteres Neues mit Ihnen im TV oder Stream zu sehen?

Anfang des Jahres kommt ebenfalls ein Netflixfilm raus, in dem ich eine kleine Rolle übernehmen durfte. Zudem soll auch Sophie Scholl ins Fernsehen kommen. Da durfte ich Traute Lafrenz verkörpern und auch „Die wahre Schönheit“ hat gerade Premiere auf dem Braunschweig  Filmfestival gefeiert. Soweit ich weiß, soll der Film dann nächstes Jahr auch auf einem Streamingdienst angeboten werden oder ins Kino kommen.

Woran arbeiten Sie gerade?

Dieses Jahr durfte ich mein erstes internationales Projekt drehen. Derzeit bereite ich neue Castings vor und konzentriere mich auf mein Studium.

Dürfen Sie Näheres zur Produktion verraten?

Beim dem internationalen Projekt handelt es sich um eine Romanverfilmung von Filip, in der ich die Hauptrolle der Lisa übernommen habe. Ein historisches Zweites Weltkriegsdrama, was wir überwiegend in Polen und der Umgebung gedreht haben. Es war unfassbar spannend, in die Kostüme zu schlüpfen und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, historisch zu drehen.

Noch eine private Frage: Wo und wie feiern Sie Silvester?

Dieses Jahr werde ich es auf jeden Fall klein angehen lassen, mit meinen Liebsten im engsten Kreise.

Wie oft sind Sie noch in Elmshorn?

Da ich zurück nach Hamburg gezogen bin und immer noch Familie und Freunde dort habe, kommt es in der letzten Zeit häufiger vor, dass ich wieder da bin.

Was haben Sie in Berlin vermisst?

Das Meer und natürlich meine Familie und Freunde. Es ist schön, wieder ganz in der Nähe zu wohnen.

Wer mehr zu Caroline Hartig und ihren Arbeiten in „Ich bin Sophie Scholl“ und „Blackout“ oder Ihr Engagement als Botschafterin der Welttierschutzgesellschaft erfahren möchte, dem sei das ausführliche Interview von Webtalker Nico Gutjahrs mit der Schauspielerin ans Herz gelegt, zu finden auf YouTube.

  • Elmshorner Stadtmagazin

    Elmshorner Stadtmagazin 2022 23

  • 880 Jahre Elmshorn

    880 Jahre Elmshorn 2021 34