Sieben Elmshorner Schulen drehen Film

Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus

Die Schüler Elna Röbe-Oltmanns (von links), Vladimir Ney, Madina Mohammadi und David Lenk laden zu der Filmvorführung in der Erich Kästner Gemeinschaftsschule Elmshorn ein. (Foto: Jan-Hendrik Frank)

Elmshorn (jhf) Mit einem multimedialen Projekt wollen sieben Elmshorner Schulen an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Sie drehten gemeinsam einen knapp 90-minütigen Film unter dem Titel „Wunden heilen, Narben bleiben!“, der am Freitag, 13. Mai, gleichzeitig bei dem Fernsehsender Offener Kanal Kiel und im Forum der Erich Kästner Gemeinschaftsschule Elmshorn (KGSE) gezeigt wird. Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Der Eintritt in der KGSE ist frei.

Theater, Musik, fiktive Gespräche

Zu sehen und hören sind Theaterstücke, fiktive Gespräche, Vorträge aus Tagebüchern und Musikstücke. Schüler der Boje-C.-Steffen-Gemeinschaftsschule beschäftigten sich mit den Tagebüchern jüdischer Kinder und entwickelten daraus ein Theaterstück. Schülerin Elna Röbe-Oltmanns: „Es war schon emotional.“ Sie empfindet die heutige Zeit als belastend. „Es ist nicht einfach, wenn man in der Schule so schwere Themen durchnimmt und gleichzeitig die Weltlage so schwierig ist“, sagt sie mit Blick auf den Krieg in der Ukraine.

Einblicke in das Leben von Esther Bejarano

Neuntklässler der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule inszenieren ein fiktives Gespräch zwischen Menschen jüdischen Glaubens aus zwei Generationen: Erna litt unter den Nationalsozialisten, Lukas wird auf der Straße wegen seiner Religion beleidigt. An der Bismarckschule las das Geschichtsprofil des Q1-Jahrgangs Protokolle der Auschwitz-Prozesse. Die Schüler rekonstruierten Erlebnisse von Überlebenden und versuchten, die Motivation der Täter zu erforschen. Ihre Erkenntnisse präsentieren sie in szenischen Veranschaulichungen. Das Musikprofil der Elsa-Brändström-Schule spielt jüdische Lieder. Zwölftklässer der KGSE stellen das Leben der KZ-Überlebenden Esther Bejarano in Musik, Zitaten und Bildern vor. Schüler der Leibniz-Privatschule führen ein Theaterstück über Hitlers heimliche Geliebte Eva Braun auf. Die Freie Waldorfschule präsentiert eigene Statements über Fragen nach Schuld und Vergebung.

Schüler schnitten den Film selbst

Die Stadt, die AG Stolpersteine für Elmshorn und der Verein „engagiert in Elmshorn“ unterstützten das Projekt. Die Studio-AG der KGSE unter Leitung von Lehrer Jens Bernhard nahm die Beiträge auf und schnitt den Film. Der Streifen soll die Veranstaltung „Gegen das Vergessen“ ersetzen. Diese fand sonst am 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialimus statt, fiel in diesem Jahr aber Corona bedingt aus. Das Werk soll zwei Wochen in der Mediathek des Offenen Kanals Kiel abrufbar sein.

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