Aufopfernder Einsatz im anderthalb Stunden-Takt

Lehrerin rettet Jungvogel und päppelt ihn auf

In ein paar Tagen kann der Vogel in die Freiheit entlassen werden. Foto: Zeuch

Ellerhoop (jz) Endlich Sommerferien!“, denkt sich Svenja Ohlsen, als sie entspannt in ihrem Garten sitzt. Die Lehrerin  an einer Glückstädter Gemeinschaftsschule hat – Corona geschuldet – ein turbulentes Schuljahr hinter sich. Dass es in den nächsten Tagen für sie aufregend bleiben sollte, damit hatte sie nicht gerechnet. Die Rettung eines Jungvogels kam der Frau aus Ellerhoop in die Quere.

Der Vogel zieht ins Gästezimmer ein

Lautes Vogelgeschrei machte Ohlsen zunächst  aufmerksam. Da sah sie auch schon eine Katze mit einem kleinen Vogel im Maul durch den Garten streunern. Ein Sperling, wie sie kurz darauf feststellte, aus seinem Nest geraubt. Die Katze ließ fürs erste los, der Vogel saß „völlig fertig“, aber noch unversehrt in einer Ecke. „Ich konnte ihn da nicht einfach so seinem Schicksal überlassen“, sagte Ohlsen und nahm sich der Sache aufopfernd an. Jede Mühe, dass die Eltern „Pieps“, wie sie ihn nannte, wieder aufnahmen und weiterfütterten, scheiterte. Unter anderem über die Internetseite Wildvogelhilfe.org informierte sie sich ausführlich und fütterte den Piepmats alle anderthalb Stunden rund um die Uhr. Mit den zwanglosen Ferien war es erst mal vorbei. Der Besucher bekam einen Platz im Gästezimmer – in einer Art Terrarium.

Wildtierstation übernimmt, bis der Piepmatz flügge ist

Nach zehn Tagen fing der Kleine dann plötzlich an zu fliegen. „Ich konnte ihm nicht mehr gerecht werden“, sagt die 30-Jährige. Gut, dass sie den Sperling der Wildtierstation in Klein-Offenseth-Sparrieshoop überlassen konnte. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

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    Elmshorner Stadtmagazin 2021 27