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Elmshorn: Mehr als 200 Bürger demonstrieren

Gegen Rechtsextremismus und für das Klima

Mehr als 200 Menschen zogen mit Plakaten durch den Wedenkamp. (Foto: Frank)

Elmshorn (jhf) Ein Regenschauer kurz vor Demo-Beginn hielt sie nicht auf. Mehr als 200 Menschen gingen am Freitag, 31. Mai, in Elmshorn gegen Rechtsextremismus und für den Klimaschutz auf die Straße. Das Bündnis für Demokratie Elmshorn und die Fridays For Future-Ortsgruppe Elmshorn (FFF) hatten dazu aufgerufen. Zum Vergleich: Am 21. Januar waren in Pinneberg etwa 3500 Menschen gegen Rechts auf die Straße gegangen.

Impressionen von der Demonstration

"Gemeinsam dem Rechtsruck entgegen!"

In Elmshorn versammelten sich anfangs bei einer Kundgebung auf dem Alten Markt 150 Bürger, schätzte die Polizei. An einem Protestzug durch den Wedenkamp, die Gerber-, Schul-, Holsten- und Königstraße beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter mehr als 230 Personen. Sie trugen Plakate mit Aufschriften wie "Gemeinsam dem Rechtsruck entgegen!", "Nazis raus", "Katzis statt Nazis", "Jeder ist wertvoll", "Ohne entschiedene Maßnahmen wird unsere Erde so heiß wie ein Fusionreaktor", "Omas For Future". Zu sehen waren Fahnen von SPD, DGB, ödp, Fridays For Future. Die Polizei sperrte für den Umzug jeweils eine Straßenseite ab.

Gewerkschaftlerin: "Fremdenfeindlichkeit ist nicht mit unserem Wirtschafts- und Gesellschaftssystem vereinbar."

Lara Gerecke, Regionalsekretärin des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), rief zur Teilnahme an der Europawahl am 9. Juni auf. Die Wähler sollten zeigen, dass Demokratiefeinde wie die AfD keine Chance haben dürften. "Denn wir sind mehr!" Gerecke beschrieb sich als überzeugte Europäerin. "Die EU ist ein riesiges Projekt und es bereichert uns alle jeden Tag." Als Beispiele zählte sie die Reisefreiheit, den Arbeitsschutz, Fördergeld, die Möglichkeit, überall in Europa arbeiten zu dürfen, und Anstrengungen für den Klimaschutz auf. "Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass dieses Projekt weitergeführt werden kann, und nicht den populistischen Kräften das Ruder überlassen", forderte sie die Demonstranten auf und betonte: "Fremdenfeindlichkeit ist nicht mit unserem Wirtschafts- und Gesellschaftssystem vereinbar." Die AfD stelle sich als "Retter in der Not" dar, doch ihre Funktionäre und -Kandidaten hätten sich in den vergangenen Woche als "lupenreine Rechtsextremisten" gezeigt. Gerecke betonte: "Die Antwort auf aktuelle Krisen darf kein Rassismus sein!"

Applaus für Anstrengungen zur Integration

FFF-Sprecher Björn Hildebrand verlas die Elmshorner "Resolution zur wehrhaften Demokratie", die das Stadtverordneten-Kollegium im März einstimmig beschlossen hatte. Diese verurteilt damit "die durch das Recherchemedium Correctiv aufgedeckten Pläne von Funktionären der AfD, Identitärer Bewegung und anderen Rechtsextremen, wonach Millionen Menschen aus Deutschland vertrieben werden sollen". Bei dem Satz "Die Stadt Elmshorn unternimmt große Anstrenungen, die Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte zu fördern", applaudierte die Versammlung.

16-Jährige: "Das macht mich wütend!"

Ihre Bestürzung über den Klimawandel brachte die 16-jährige FFF-Aktivistin Blue Evers aus Pinneberg zum Ausdruck. "Wie zur Hölle sollen wir das eigentlich noch schaffen?!" Sie lese immer wieder, dass der Klimawandel schnell voranschreite, aber die Politik zu langsam dagegen angehe. "Das macht mich wütend!" Die Jugend werde ignoriert, obwohl es um deren Zukunft gehe. "Es sollte klar sein, dass wir ein Recht auf Zukunft haben, die bunt und vielfältig ist." Die Jugendliche rief die Politik auf, die Verkehrswende entschiedener voranzutreiben. Bei der Europawahl, an der sich erstmals bereits 16-Jährige beteiligen dürfen, könnten die Menschen die Verantwortlichen dahingehend beeinflussen.

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