Grüne gegen LNG-Leitung durch die Marsch

Hetlingen: Gefahr für Moore und Landwirtschaft

Die Marsch-Landschaft ist einzigartig. Hier ein Blick von den Elbmasten bei Hetlingen. (Foto: Strandmann/Archiv)

Moorrege/Hetlingen (rs) Die Grünen in der Marsch machen mobil gegen den Bau der Gasleitung vom geplanten LNG-Terminal in Brunsbüttel. Zusammen mit dem Ortsverband Moorrege und den Grünen in Hetlingen schaltet sich der Kreisverband von Bündnis 90/ Die Grünen in die Debatte um das Planungsverfahren ein.  Das verkürzte Auslegungsverfahren sei „bezüglich des furchtbaren Angriffskrieges von Russland in der Ukraine nachvollziehbar, jedoch würden Betroffene und Verbände vor zu hohe Hürden gestellt“. Durch das LNG-Beschleunigungsgesetz seien sie gezwungen worden, in nur einer Woche ab dem 19. Juli die ausgelegten Planfeststellungsunterlagen zu lesen (40 Aktenordner) und beim Amt für

Planfeststellung Energie (AfPE) bis zum 1. August 2022 gegebenenfalls eine detaillierte Stellungnahme abzugeben. „Das war für viele mitten in der Ernte und Ferienzeit nahezu unmöglich“, so Grünen-Kreissprecherin Dr. Hildegard Bedarff. 

In einem Beschluss haben die Kreisgrünen bereits 2020 festgelegt, die lokalen Grünen-Umweltverbände „Klimabündnis gegen LNG“ (darunter die Deutsche Umwelthilfe) sowie „Arge Umweltschutz Haseldorfer Marsch“ in ihrem Widererstand gegen das geplante LNG-Terminal Brunsbüttel und die Trasse durch die Marschund zu unterstützen. Bedarff  erläutert, der Ukrainekrieg und die Drosselung der russischen Gasimporte zwinge die Grünen zur Neubewertung von Entscheidungen und zu schmerzlichen Kompromissen. „Unter den Mitgliedern in unserem Kreisverband wird derzeit die Entscheidung der Bundesregierung, den Bau eines LNG-Terminals in Brunsbüttel voranzutreiben, kontrovers diskutiert.“ Der Kreisverband setze weiterhin auf eine enge Zusammenarbeit mit den Umweltverbänden und fordere die Landesregierung auf, die Einwände im Planfeststellungsverfahren sehr ernst zu nehmen und zu prüfen, ob nicht ein anderer Trassenverlauf entlang die Trasse entlang der vorhandenen Gasleitung inKlein Offenseth/Lutzhorn des regionalen Versorgers SH Netz gewählt werden kann. Die Grünen sehen bei der aktuellen Planung Niedermoore und Landwirtschaft in der Marsch in Gefahr. 

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