In 30 Jahren noch nie erlebt

Seltener Besuch aus Grönland

Foto: Erdmann

Klein Offenseth-Sparrieshoop (jz) Da staunte Stationsleiter Christian Erdmann vom Wildtier- und Artenschutzzentrum in Klein Offenseth-Sparrieshoop  nicht schlecht, als ihm am 6. November ein Krabbentaucher aus der Lüneburger Heide gemeldet wurde. „Kollegen aus der Wildtierstation bei Soltau haben den nordischen Gast zu uns gebracht. Er wurde in Tostedt auf einer Terrasse gefunden“, berichtet der engagierte Tierschützer. In 30 Jahren haben Erdmann und sein Team auch schon exotische Tiere aufgenommen, doch dieser gefiederte Gast war noch nie dabei.

Vogel könnte Sturmopfer sein

Die größten Brutkolonien finden sich im Nordwesten Grönlands sowie auf Spitzbergen. Während des Winterhalbjahres kommen Krabbentaucher von der Grenze des Treibeises höchstens bis ins östliche Großbritannien vor. Der Stationsleiter weiß, dass ungünstige Windverhältnisse Hochseevögel viele hundert Kilometer bis ins Binnenland abdriften lassen. So ist wohl auch der Krabbentaucher hier ein Sturmopfer.

Bald geht es wieder Richtung Nordsee

Der kleine Gast bringt gerade einmal 126 Gramm auf die Waage und erholt sich jetzt bei Fisch und Krabben. Ansonsten sei er aber unversehrt, berichtet Erdmann. „Sobald er wieder bei Kräften ist, bringen wir ihn zurück zur Nordsee.“ Vorab wird der Vogel jedoch noch einmal tierärztlich untersucht und geprüft, ob er auch wirklich wildtiertauglich ist. Dies sollte in wenigen Tagen der Fall sein.

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