Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf: Finanziell bergauf

Die Zahl der Mitglieder sinkt aber kontinuierlich

Stellten den Haushaltsplan 2022 des Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf vor: Verwaltungsleister Thomas Janßen (von links) sowie die Pröpste Thielko Stadtland und Thomas Bergemann. (Foto: Jan-Hendrik Frank)

Kreise Pinneberg/Steinburg (jhf) Das steigende Steueraufkommen bremst die finanzielle Talfahrt des Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf ab. 2020 waren in der Corona-Krise die Einnahmen gegenüber dem Plan um rund 750.000 Euro auf 13 Millionen Euro gesunken, weil die Kirchen- an die Einkommensteuer gekoppelt ist und mehr Bürger von Kurzarbeit betroffen waren. Der Kirchenkreis setzte daher für 2021 Einnahmen von 11,9 Millionen Euro an. Die Synode beschloss den Haushaltsplan 2022 nun mit erwarteten Zuweisungen von 12,5 Millionen Euro.

Mehr Geld für die Gemeinden

Der Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf kann seinen 38 Gemeinden im kommenden Jahr voraussichtlich mehr Geld als in 2021 geben. Laut Haushaltsplan soll der Zuschuss pro Gemeindeglied von 32,63 Euro auf 35 Euro steigen (plus 7,2 Prozent).  Hintergrund ist, dass die Landeskirche aufgrund einer Steuerschätzung des Bundes mit höheren Kirchensteuereinnahmen als im vergangenen Jahr rechnet. Insgesamt sollen  2,76 Millionen Euro an die Kirchengemeinden fließen. Außerdem bezuschusst der Kirchenkreis zu jeweils 50 Prozent die Jugendarbeit mit 337.000 Euro und die Kirchenmusik mit 407.000 Euro.

Mitgliederzahl sinkt um rund 2,5 bis 3 Prozent jährlich

Während die Einnahmen aus der Kirchensteuer voraussichtlich steigen, verlieren die Gemeinden aber pro Jahr rund 2,5 bis drei Prozent an Mitgliedern. Dem Kirchenkreis gehören zurzeit 88.992 Christen an. Als Grund des Schwunds nannte Propst Thielko Stadtland bei einem Pressegespräch den demografischen Wandel, Austritte, eine sinkende Zahl an Eintritten und eine abnehmende Taufquote.

Zunehmender Pastorenmangel erwartet

Die 50 Pastorenstellen sind zurzeit allesamt besetzt und sollen bis 2030 aufrecht erhalten werden, betonte Synodenpräses Beate Raudies. Allerdings rechnet der Kirchenkreis damit, dass er bis 2030 ein Drittel der Stellen nicht mehr besetzen kann, weil bis dahin die geburtenstarken Jahrgänge der Pastoren in den Ruhestand gehen und es nicht genügend frisch ausgebildete Geistliche geben wird, um die Lücke aufzufüllen. „Das hat keine finanziellen Gründe. Wir könnten auch in fünf bis sieben Jahren noch alle Stellen besetzen“, betonte Propst Thomas Bergemann.

"Quereinsteiger werden kommen"

Für die fünf Kirchengemeinden in Elmshorn und Klein Nordende bedeutet dieser Trend, dass die Zahl der Pastoren von zehn auf sechs schrumpfen wird. „Es ist eine Belastung. Wir muten den Kollegen viel zu“, sagte Propst Stadtland. Er geht davon aus, dass auf Dauer auch das Geld für 50 Pastoren nicht reichen wird. „Quereinsteiger werden kommen. Wir bilden Ehrenamtliche aus“, sagte er.

Jugendarbeit wird dezentraler als bisher aufgestellt

Das Ehrenamt soll auch in der Jugendarbeit eine stärkere Rolle spielen. Die Synode beschloss im Juni, die Vollzeitstelle für die Leitung des Jugendwerks Ende 2022 zu streichen. Die Mitarbeiterin suchte sich daraufhin einen anderen Job. Die Stelle ist vakant. Einerseits soll durch den Schritt Geld gespart werden. Andererseits stellte Propst Stadtland fest: „Es gab eine Unzufriedenheit, dass die Vernetzung nicht gelungen ist.“ Künftig soll die Jugendarbeit stärker dezentral organisiert werden. „Es ist eine Basisbewegung geworden“, so Stadtland. Er koordiniert die 17 Jugendmitarbeiter, die in der Regel halbe Stellen haben und zu 50 Prozent vom Kirchenkreis  finanziert werden. Sie sollen ein sechsköpfiges Leitungsteam bilden. Ziel ist es, neue Projekte zu starten. Dafür stehen 5000 Euro bereit.

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