Kreis Pinneberg gewinnt bei Bundeswettbewerb „Klimaaktive Kommune 2022“

Wirtschaftsminister Robert Habeck ehrt Team von Landrätin Elfi Heesch

Niemand geringeres als Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Mitte) ehrte Landrätin Elfi Heesch (links neben Habeck) und ihr Team. (Foto: Peter Husel/Difu)

Kreis Pinneberg (em) Der Kreis Pinneberg gehört zu den Gewinnern beim Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2022“. Sein umfassendes Gesamtkonzept für die Umstellung auf einen digitalen Elektro-Fuhrpark unter dem Motto „Neue E-Flotte – smart und digital“ wurde ausgezeichnet, teilte die Kreisverwaltung mit. Landrätin Elfi Heesch nahm den mit 25.000 Euro dotierten Preis bei der Kommunalen Klimakonferenz 2022 in Berlin entgegen.

Kreis will Preisgeld in E-Bikes für Mitarbeiter und Fahrrad-Abstellanlage investieren

Das Deutsche Institut für Urbanistik mit Förderung der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz hat den Wettbewerb ausgeschrieben. Kooperationspartner sind der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund. Der Kreis soll das Preisgeld in Klimaprojekte investieren. „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung“, sagt Heesch. „Das Preisgeld nutzen wir, um für die Mitarbeitenden E-Bikes zur dienstlichen Nutzung anzuschaffen und eine neue Fahrrad-Abstellanlage mit extensiver Grünbedachung und Lademöglichkeit zu bauen.“

Ein Drittel der Kreismitarbeiter fährt im Dienst 30 Kilometer

Klimaschonende Mobilität ist ein wichtiges Thema im Kreis Pinneberg, bei dem die Verwaltung als gutes Vorbild vorangehen will. Schon im Dezember 2016 hatte der Kreistag einstimmig beschlossen, nur noch Elektrofahrzeuge für den kreiseigenen Fuhrpark zu beschaffen. Um den Umstieg möglichst reibungslos zu gestalten, setzte der Kreis auf eine umfangreiche Mobilitätsanalyse, zu der auch eine Befragung der Mitarbeitenden gehörte. Das Ergebnis: Etwa ein Drittel der täglichen Strecken im Dienstverkehr der Kreisverwaltung hat eine Länge von 30 Kilometern, die maximale Distanz liegt in der Regel bei 200 Kilometern. Damit können rund 95 Prozent aller Fahrten rein elektrisch zurückgelegt werden.

23 elektrische Kleinwagen

Im Sommer 2020 ging dann der Elektro-Fuhrpark, bestehend aus 32 rein elektrischen Kleinwagen, dem elektrischen Dienstwagen der Landrätin sowie fünf Hybrid-Fahrzeugen für lange Strecken, an den Start. Damit die Fahrzeuge zuverlässig geladen werden können, erweiterte der Kreis die vorhandene Carportanlage und stattete sie mit 36 Ladepunkten zu je elf Kilowatt Ladeleistung aus. Um die Energieversorgung des Fuhrparks möglichst nachhaltig zu gestalten, kam eine Photovoltaikanlage mit 64 Kilowattpeak auf das Dach des Carports. An einem sonnigen Tag kann so bis zu 75 Prozent des benötigten Ladestroms direkt vor Ort erzeugt werden. Wird die volle Strommenge nicht benötigt, fließt die Solarenergie in den Betrieb des Kreishauses. Sollte der Strom einmal ausfallen, versorgt ein integrierter Speicher von 50 Kilowattpeak die Ladeinfrastruktur klimafreundlich mit gepuffertem Strom für bis zu zwei Autos. Gleichzeitig erfüllt dieser die Funktion eines Notstromaggregats für den Katastrophenfall. Um den zusätzlichen Strombedarf zu decken, bezieht die Kreisverwaltung Ökostrom. Auch an allen Außenstellen des Kreises lassen sich die Dienstwagen mit Ökostrom laden.

Einfache Nutzung schafft hohe Akzeptanz

Eine smarte Buchungsplattform stellt sicher, dass den Mitarbeitenden jederzeit ein ausreichend geladenes Fahrzeug zur Verfügung steht. Die Kreisverwaltung hat die Software von einem externen Partner auf die konkreten Bedürfnisse und Gegebenheiten im Kreis Pinneberg anpassen lassen. Über eine extra entwickelte App kann das Fahrzeug nicht nur gebucht, sondern auch schlüssellos geöffnet sowie nach Fahrtende wieder verschlossen werden. Gebuchte Fahrzeuge, die nicht abgeholt werden, können nach 30 Minuten von anderen Nutzer*innen erneut gebucht werden. Dies ermöglicht eine optimale Auslastung und verhindert, dass Mitarbeitende auf private PKW zurückgreifen müssen. Die Fahrzeuge und die Buchungs-App zu bedienen, haben die Mitarbeitenden in Schulungen gelernt. Zusätzlich gab es das Angebot zahlreicher Fahrsicherheitstrainings, um Sicherheit im Umgang mit den neuen Fahrzeugen zu geben und die Akzeptanz für die Elektroautos zu erhöhen.

Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“

Der Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“ wird seit 2009 im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative ausgelobt. In diesem Jahr wurden insgesamt 107 Beiträge in vier unterschiedlichen Kategorien eingereicht. Der Kreis Pinneberg hat sich mit dem Projekt „Neue E-Flotte – smart und digital“ in der Kategorie „Klimagerechte Mobilität“ beworben. In dieser Kategorie gab es 28 Bewerbungen, aus denen drei Gewinner-Projekte ausgewählt wurden. Weitere Informationen zum Wettbewerb und zum ausgezeichneten Projekt unter: https://www.klimaschutz.de/wettbewerb2022 Weitere Informationen zur Preisverleihung auf der Kommunalen Klimakonferenz unter: https://www.klimaschutz.de/klimakonferenz2022

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