Land plant: Windräder sollen für Vögel bremsen

Lob vom Wildtierzentrum Sparrieshoop für neue Schutzsysteme

Das IdentiFlight-System erkennt einen Vogel im Anflug und kann in Sekundenbruchteilen das Windrad stoppen, auf das er zusteuert. (Foto: e3 GmbH)

Kiel/Sparrieshoop (jhf) Immer wieder werden Vögel von Rotorblättern von Windkraftanlagen geschreddert. Bürger melden dem Wildtier- und Artenschutzzentrum in Klein Offenseth-Sparrieshoop pro Jahr insgesamt zehn bis 

15 verletzte oder tote Vögel, die sie im Umfeld der Türme fanden. Leiter Christian Erdmann versucht, jährlich fünf bis zehn Opfer aufzupäppeln – meist vergeblich.

Künftig könnten Antikollisionssysteme (AKS) diese tödlichen Zusammenstöße verhindern. Das Gerät IdentiFlight etwa arbeitet mit Kameras und Künstlicher Intelligenz. Wie die Firma im Internet erläutert, wird das System im Windpark auf einem zehn Meter hohen Mast aufgestellt.

Sobald eine Weitwinkelkamera einen Vogel in bis zu 1000 Metern Entfernung bemerkt, aktiviert sie eine hochauflösende Stereokamera. Diese erfasst mit zwei Objektiven Farbe, Form, Flugbahn und Distanz des Tieres. Aus den Daten ermittelt Künstliche Intelligenz die Vogelart. Wenn diese unter Schutz steht und sich das Exemplar einem Windrad nähert, bremst IdentiFlight die Anlage ab. Der Vogel kann unbeschadet vorbeifliegen. Ist er weit genug weg, schaltet das System den Rotor wieder ein. Andere Geräte arbeiten nur mit Weitwinkelkameras oder mit Radar.

Das Land will die Einführung solcher Systeme vorbereiten. Im September startet ein Forschungsprojekt, in dem Anforderungen für die technische und fachliche Genehmigung der Geräte entwickelt werden sollen. „Ziel ist es, allen wirksamen Systemen einen Marktzugang zu ermöglichen sowie die Wirksamkeit und einen hohen technischen Standard zu gewährleisten“, sagte Matthias Kissing, Sprecher des Kieler Umweltministeriums, auf Anfrage. Mehr in der kostenlosen heutigen Print-Ausgabe der Holsteiner Allgemeinen

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