Kreise Pinneberg/Steinburg (rs) Die WarnApp leuchtete dunkelrot. Und so kam es Dienstagabend auch. Über Elmshorn entlud sich mit Macht eine heftige Gewitterzelle. Auch das Umland war betroffen. In Horst etwa gingen riesige Hagelkörner zu Boden.
Das Unwetter war so heftig, dass in Elmshorn der Ausnahmezustand herrschte. Sämtliche großen Bahnunterführungen liefen voll. Erschwerend kam für die Feuerwehr hinzu, dass um 18:44 Uhr, vermutlich nach einem Blitzeinschlag, ein Dachstuhl an der Hebbelstraße brannte.
Beim Eintreffen der ersten Kräfte entwickelte sich aus der schwarzen Rauchentwicklung im Firstbereich offene Flammen. Einsetzender Starkregen und die über Elmshorn festsitzende Gewitterzelle verhinderten den Einsatz der beiden bereitstehenden Drehleitern: Wegen der Blitzschlaggefahr durften diese nicht genutzt werden.
Mittels Innenangriff unter schweren Atemschutz konnte das Feuer im Dachgeschoss gelöscht werden. Parallel wurde das Einfamilienhaus zweimal auf die im Gebäude vermutete Bewohnerin abgesucht. Eine Person wurde nicht angetroffen. Noch während des laufenden Einsatzes kamen Paralleleinsätze, fast ausschließlich durch Starkregen verursacht, hinzu.
Für die Feuerwehr Elmshorn wurde Vollalarm ausgelöst. Die Nachbarfeuerwehr Klein Nordende sowie ein Löschzug der Feuerwehr Pinneberg wurden alarmiert. Innerhalb kürzester Zeit waren Straßen überflutet, Keller und Tiefgaragen unter Wasser sowie die Bahnunterführungen „Badewanne“ (Hamburger Straße), Wasserstraße, Geschwister Scholl Straße und Bauerwerg vollgelaufen. Weitere drei Brandeinsätze wurden ebenfalls gemeldet. In der Wasserstraße „schwammen“ ein Polizeifahrzeug und ein weiterer Pkw. Die Polizisten hatten wegen des Starkregens die Flut nicht bemerkt. Das Deutsche Rote Kreuz baute die Verpflegungsstation für die sich im Einsatz befindlichen Kräfte auf dem Parkplatz des Edeka-Marktes am Wedenkamp auf. Am späten Abend entspannte sich die Wetterlage. In der Spitze waren mehr als 220 Kräfte von Feuerwehr, THW, Rettungsdienst, DRK und Polizei im Dauereinsatz. Auch Elmshorns Verwaltungsspitze machte sich ein Bild von der Lage.
Mega-Gewitterzelle entlädt sich über Elmshorn
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