Mette aus Seestermühe: Schönstes Ouessantschaf Deutschlands

80-jähriger Züchter Willi Hüllmann erhält hohe Auszeichnung

Züchter Willi Hüllmann präsentiert seine Siegerin: Mette setzte sich bei der Bundesausstellung der Ouessantschafe in Nordrhein-Westfalen gegen 150 Exemplare ihrer Rasse durch. (Foto: Jan-Hendrik Frank)

Seestermühe (jhf) Sie gelten als kleinste Schafrasse der Welt. Ouessantschafe, auch bretonische Zwergschafe genannt, stammen von der gleichnamigen französischen Insel im Atlantik und erreichen eine Schulterhöhe von knapp 50 Zentimetern.

Mette setzte sich gegen 64 Artgenossen durch

Willi Hüllmann aus Seestermühe züchtet sie mit großen Erfolg. Sein Schaf Mette ist am 2. Oktober zum bundesweit schönsten weiblichen Exemplar erklärt worden. Bei dem Jahrestreffen der Interessengemeinschaft Ouessantschaf in Bad Sassendorf, Nordrhein-Westfalen, setzte sich die zweijährige Aue (weibliches Schaf) gegen 64 Artgenossinnen durch.

Züchter ist gerührt

„Da wurden die Augen schon feucht“, sagt Hüllmann. Die Tiere des Hobbyzüchters belegten in den vergangenen Jahren oft den 2. Rang. Mette ist seine erste Siegerin. Die Preisrichter achten darauf, ob die Wolle dicht und der Rücken gerade ist. Wichtig sind gute Zähne und geschlossene Hufe. Die Tiere sollen mit leicht angewinkelten Beinen gerade stehen. Die Schulterhöhe der Auen darf höchstens 46 Zentimeter betragen.

Herde aus neun Tieren hinter dem Haus

Hüllmann züchtet die Rasse seit zehn Jahren. Der 80-Jährige besitzt eine Herde aus acht Auen und einem Bock, die er neben der historischen Lindenallee auf einer Weide hinter seinem Elternhaus hält. Er ist in Seestermühe verwurzelt. „Hier bin ich geboren. Hier will ich auch sterben.“

Deutschlandweit rund 80 Züchter

Bretonische Zwergschafe sind in Deutschland selten. Armin Bergmann, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Ouessantschaf (IGOU), berichtet, dass es in Deutschland für diese Rasse rund 80 Züchter gibt, die Herdbücher führen. Er geht von bundesweit etwa 700 eingetragenen Mutterschafen aus.

Schulterhöhe: 41,5 Zentimeter, Gewicht: 15,6 Kilogramm

Willi Hüllmann ist nach seiner Kenntnis der einzige erfolgreiche Herdbuchzüchter von Ouessantschafen im Kreis Pinneberg. Bevor er sich ihnen widmete, züchtete er große Schafe der Rasse Texel. Mit seinem ersten Lamm wurde er 2006 Landessieger. „Aber die wurden mir zu schwer.“ Ein Texel-Mutterschaf wiege gut 40 Kilogramm. „Bei der Klauenpflege muss man sie auf den Hintern setzen. Das schafft man irgendwann nicht mehr“, so der 80-Jährige. Seine Siegerin Mette bringt bei einer Schulterhöhe von 41,5 Zentimetern gerade einmal 15,6 Kilogramm auf die Waage. Beim Fototermin kann er sie gut auf den Arm nehmen.

Abstammung und Haltung sind entscheidend

Hüllmann fing mit vier Auen und einem Bock des IOGU-Vorsitzenden Bergmann an. Der Seestermüher achtet auf eine gute Abstammung. Mettes Vater Pierre kommt aus Holland und stammt aus der Linie „Michel“. Die Mutter heißt Marie. Ebenso wichtig ist eine artgerechte Haltung. Hüllmanns Herde hat auf der rund 2000 Quadratmeter großen Weide viel Auslauf.

Beliebt auch als „Rasenmäher“

Während die große Schafe oft zwei Lämmer werfen, bringen Ouessants pro Jahr nur eines zur Welt. Um Inzucht zu vermeiden, tauscht Hüllmann regelmäßig die Böcke aus. Wenn die Schafe für die Zucht zu alt werden, gibt er sie ab. Manch einer nehme sie gern als „Rasenmäher“. Interessenten melden sich unter T. 04125 658 oder per E-Mail an willi-gunda.huellmann@(*** please remove ***)t-online.de.

Hüllmann hat schon das nächste Ziel im Blick: die Bundesschau aller Schafrassen Ende September, Anfang Oktober 2022 in Alsfeld (Hessen).

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