Neuer Hausherr will Schloss Düneck für Kultur öffnen

Bürger sollen herrschaftliches Landhaus mit Park in Moorrege erleben können

Der Hamburger Unternehmer Andreas Hanitsch hat das Schloss Düneck gekauft. Er will es als Rückzugsort für seine Familie herrichten, dort aber auch Konzerte und Ausstellungen anbieten. (Foto: Jan-Hendrik Frank)

Schlossherr Andreas Hanitsch will sich dieses Eckzimmer im Obergeschoss als Schlafzimmer einrichten. Es ist mit einem Kamin und einem Kronleuchter ausgestattet. (Foto: Jan-Hendrik Frank)

Aus seinem Schlafzimmer kann der Schlossherr durch das Fenster den Blick über seinen Park auf die Uetersener Klosterkirche genießen. (Foto: Jan-Hendrik Frank)

Am Haupteingang wurde ein altes Fliesenmuster freigelegt. (Foto: Jan-Hendrik Frank)

In diesem Salon feierten der ehemalige Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg und seine Stellvertreter Georg Plettenberg im August ihren Abschied. Handwerker Marjusz Nalencz hat die Tapete abgezogen. Darunter zeigen sich Ornamente aus dem Baujahr 1871. (Foto: Jan-Hendrik Frank)

Auf der Rückseite von Schloss Düneck ließ der neue Eigentümer Bäume und Büsche zurückschneiden. (Foto: Jan-Hendrik Frank)

In den Keller sollen eine Küche eingebaut und ein Weinkeller eingerichtet werden. (Foto: Jan-Hendrik Frank)

Moorrege (jhf) Er hat bereits mehrere denkmalgeschützte Immobilien in Hamburg und Berlin restauriert. Das neuste Liebhaberprojekt des Hamburger Unternehmers Andreas Hanitsch ist das Schloss Düneck in Moorrege. Der 59-Jährige hat das 1871 errichtete, im Volksmund liebevoll als Schloss bezeichnete Landhaus zum 1. Oktober einem Frankfurter Privatier abgekauft.

Ein „Hideaway“ für die Familie

Hanitsch und seine Lebenspartnerin Thani Huynh leben in Blankenese am Falkensteiner Ufer in einem ehemaligen Wasserwerk von 1859, das sie bis Herbst 2020 aufwendig sanierten. Das Schloss Düneck wollen sie als Rückzugsort für ihre Familie herrichten, in den Räumen und im Park aber auch kulturelle Events ausrichten.

„Der wunderbare Park, die gute Substanz, die Nähe zu Hamburg“

„Ich sehe mir grundsätzlich spannende Immobilien an, die mir angeboten werden“, sagt der Gründer der Beteiligungsgesellschaft SundayVentures. Auf das Schloss Düneck wurde er vor etwa neun Wochen aufmerksam und war sofort begeistert: „Der wunderbare Park, die gute Substanz, die Nähe zu Hamburg“, schwärmt er.

Bei Ausstellungen könnten Künstler im Schloss wohnen

Die Bürger sollen das Schloss künftig öfter als bisher erleben. Hanitsch und Huynh haben viele Idee: ein öffentliches Picknick im Park, Konferenzen zu gesellschaftlichen Themen, Firmenemfänge, eine Skulpturenausstellung. Die Künstler könnten im Schloss wohnen. Im Keller wird an historischem Ort eine Küche für das Catering eingebaut.

Grundrisse aus den USA angefordert

Der neue Hausherr von Schloss Düneck will dessen historische Bausubstanz freilegen. Andreas Hanitsch ließ sich aus einem Archiv der Columbia University in New York die Grundrisse schicken, nach denen der amerikanische Architekt Detlef Lienau das Landhaus 1871 für Michael Lienau errichtet hatte. Die Brüder waren in den USA zu Geld gekommen.

Ziel: Historische Architektur mit modernen Möbeln kontrastieren

„Es hat wirklich Qualität, was sie damals gebaut haben“, stellt Hanitsch fest. Nach amerikanischem Vorbild waren Gitter im Boden eingelassen worden, durch die Hitze aufsteigen konnte. Nach 1871 wurde vieles verändert. Seit Wochen werden Tapeten von den Wänden gekratzt, Teppiche herausgerissen, nachträglich verlegte Fliesen weggeklopft, zugemauerte Türen freigelegt, abgehängte Decken entfernt, Parkettböden abgezogen. „Die Idee ist, die alte Hülle wieder aufzuarbeiten und durch Möbel ein modernes Flair reinzubringen, sodass es konstrastiert wird. Denn wir sind eine moderne Familie“, so der Unternehmer. Er rechnet mit Sanierungskosten in Millionenhöhe.

Treppenhaus wird inszeniert

Am Haupteingang legten Handwerker ein Fliesenmuster frei. Im Salon tauchten hinter der Tapete rot und grau gefärbte Wände mit dunklen Ornamenten auf. „Wir wollen das erhalten, auch mit der Patina“, sagt Hanitsch. Die weißen Rahmen der rund 100 Fenster sollen in einem dunklen Farbton angestrichen werden, den der Investor mit dem Denkmalschutz abstimmt. Ob die Tapeten im Speisesaal aus der Bauzeit stammen, will Hanitsch mit dem Deutschen Tapetenmuseum klären. Das Treppenhaus will er zusammen mit einem Mailänder Designer „inszenieren“.

Neun Zimmer mit jeweils einem Bad

In den 400 Quadratmeter großen Keller will der Schlossherr eine Küche und einen Weinkeller einbauen lassen. Die Gerichte sollen mit einem Speiseaufzug in ein Anrichtezimmer im Erdgeschoss transportiert  werden. Im Obergeschoss wird ein Salon mit einer Weintheke eingerichtet. Auf dieser Ebene und der einstigen Gesinde-Etage darüber entstehen insgesamt neun Zimmer, jeweils mit einem Bad.

Arbeitstitel: „Der kleine Gatsby“

Der Entschluss zum Schlosskauf reifte in Griechenland. „Wir haben den Film ,The Great Gatsby‘ mit DiCaprio und dann die alte Fassung mit Redford geschaut. Unser Arbeitstitel für das Schloss war ,Der kleine Gatsby‘.“ Der Film handelt vom Leben des fiktiven Millionärs Jay Gatsby 1922 in New York. Hanitsch: „Wir haben uns von der Art, wie man damals feierte, inspirieren lassen.“

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