Städtische Behindertenbeauftragte entsetzt

Bahnhof: Treppen und Lifte statt Tunnel mit flachen Aufgängen

Foto: Strandmann

Elmshorn (rs) Die Planung des künftigen Elmshorner Bahnhofs wird konkreter. Der Ausschuss für Stadtumbau hat mit 10 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung grünes Licht für die von Planern entwickelten Leitziele gegeben. Diese orientieren sich im Wesentlichen an den Ergebnissen des Europan-Wettbewerbs von 2009.
Stand jetzt wird der ZOB in ovaler Form auf den Holstenplatz, direkt vor die Gleise verlegt, um einen bequemen Umstieg von Bahn auf Bus und umgekehrt zu ermöglichen. Angedacht war ursprünglich, einen Teil der bisherigen Kurzzeitparkplätze zu erhalten. Das ist nicht mehr vorgesehen: Der ZOB soll mit Stellfläche für acht Busse größer werden als zunächst beabsichtigt. Die Kurzzeitparkplätze werden auf den jetzigen ZOB verlegt. Dadurch entsteht auf dem Holstenplatz Raum für eine dringend benötigte Fahrradabstellfläche. Den ZOB-Planungen fällt die große Platane zum Opfer.

Kiss&Go-Bereiche und Überdachungen des Bahnhofs

Neben einem Bahnhofsgebäude ist jeweils ein Fahrradparkhaus östlich und westlich der Gleise vorgesehen. Abstand genommen haben die Planer schon vor einiger Zeit von einer einzigen großen Überdachung des Bahnhofs. Stattdessen soll es drei kleinere geben. Der östliche Teil der Königstraße wird für den Schwerlastverkehr – Ausnahme Lieferverkehr – gesperrt. Busse und Pkw können den Tunnel der Geschwister-Scholl-Straße weiter passieren.
Die Bushaltestelle am Tunnel vor Da Gino wird zum kleinen Kiss&Go-Bereich. Um den Individualverkehr auf der Westseite zu reduzieren, soll die Jürgenstraße auf der Ostseite zum primär benutzten Kiss&Go-Bereich werden; die Mühlenstraße wird dadurch entlastet und eventuell zur Fußgängerzone. Dann  könnten Geschäfte auch die Straße stärker nutzen.

Behindertenbeauftragte kritisierte Treppen- und Liftlösung

Hitzige Diskussionen, insbesondere der Bürger in der Sitzung, gab es zur Querung zwischen Mühlenstraße und Kö. Ihre Kritik: Die statt der jetzigen Unterführung vorgesehenen Treppen und Lifte erhöhten die trennende Wirkung. Die Bahn plant eine solche Lösung, weil die bisherige Lösung nicht den Anforderungen nach Barrierefreiheit entspricht: Die Rampen sind zu steil.
Ursula Kleinert, die Behindertenbeauftragte der Stadt, kritisierte die Treppen- und Liftlösung stark. Schließlich sei bekannt, dass Aufzüge nicht immer funktionierten. Da es sich um Bahngelände handelt, gilt der Einfluss der Stadt allerdings als begrenzt.  
Eine zweite Bahnhofsanbindung für Fußgänger und Radfahrer ist südlich der Krückau geplant mit einem Durchstich zum Quartier Krückau-Vormstegen.

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