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Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack ruft auf zum

Mitmachen beim Warntag

Kiel (mm) – Schleswig-Holsteins Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack hat heute (28. November) die Menschen in Schleswig-Holstein zum Mitmachen beim Warntag am 8. Dezember 2022 aufgerufen. Zugleich betonte die Ministerin, dass der Wiederaufbau eines flächendeckenden Sirenennetzes in ganz Deutschland und damit auch in Schleswig-Holstein noch am Anfang stehe.

„Der Bund, Länder und auch unsere Kommunen testen am 8. Dezember 2022 gemeinsam ihre Warnmittel. Bestehende Schwachstellen sollen erkannt und im Anschluss behoben werden. Das schaffen wir am besten, wenn möglichst viele Menschen sich beteiligen und den Behörden Rückmeldungen geben“, sagte Sütterlin-Waack in Kiel. Das Bundesamt für Bevölkerungs- und Katastrophenschutz werde am Warntag um 11 Uhr extra für diesen Zweck auf der Internetseite www.umfrage-warntag.de und in der Warn-App NINA ein Rückmeldeformular freischalten.

Besonders wichtig sei dies beim erstmals getesteten „Cell-Broadcasting“. Dieses in vielen anderen Staaten bereits verfügbare System soll bundesweit bis Februar 2023 einsetzbar sein. Beim Cell-Broadcasting werden alle Menschen gewarnt, deren Handy gerade in einer bestimmten Funkzelle angemeldet ist, in deren Bereich Alarm ausgelöst wird. „Voraussetzung dafür, dass Smartphones auslösen, sind jedoch notwendige Updates der Betriebssysteme“, betonte die Ministerin.
Das Bundesamt für Bevölkerungs- und Katastrophenschutz biete auf seiner Internetseite unter dem Link: Cell Broadcast – BBK (bund.de) eine umfangreiche Übersicht, welche Modelle Cell-Broadcasting fähig sind, und was Nutzer gegebenenfalls noch tun müssen, damit die Testwarnung empfangen werden kann.
„Wer mitmachen möchte, und dafür werbe ich, sollte sich also vergewissern, dass auf seinem Smartphone die notwendigen Updates installiert wurden“, betonte Sütterlin-Waack. Bei Handys „alter Bauart“ lasse sich trotz enger Zusammenarbeit mit den Herstellerfirmen nicht verlässlich sagen, ob diese Cell-Broadcastingfähig sind. Dies hänge unter anderem vom Gerätehersteller, der Firmenhardware, dem Betriebssystem, und der SIM-Karte ab.

„Fachleute gehen davon aus, dass nur etwa die Hälfte aller Geräte am 8. Dezember 2022 auslösen werden. Umso wichtiger ist es, dass Nutzer dem BBK mitteilen, ob ihre Geräte ausgelöst haben. Dafür werbe ich“, so die Ministerin.
Sütterlin-Waack betonte, anders als in Zeiten des Kalten Krieges gebe es heute einen umfangreichen Warnmittelmix, der digital, zentral und zeitgleich angesteuert werden könne. Neben dem künftigen Warnmittel Cell-Broadcasting, Handy-Apps – in Schleswig-Holstein vorrangig NINA, digitalen Anzeigetafeln – wie beispielsweise der an der Kreuzung am Holsteinstadion in Kiel, Rundfunksendern und Medienhäusern werden am 8. Dezember um 11 Uhr auch die Leitstellen angesteuert. Um 11:45 Uhr werde der Probealarm dann auf dem gleichen Weg wieder aufgehoben.

Über die Leitstellen würden um 11 Uhr, wie bereits vor zwei Jahren noch nicht digital, in den teilnehmenden Kommunen die im Land noch vorhandenen oder bereits neu aufgebauten Sirenen ausgelöst. „Sirenen waren noch bis vor zwei Jahren im Warnmittelmix ein Auslaufmodell. Es war eine Erkenntnis des Warntages – und leider auch der dramatischen Ereignisse im Ahrtal – dass Sirenen als `Wachrüttler´ unverzichtbar bleiben“, so die Ministerin. Bis zum flächendeckenden Wiederaufbau des Sirenennetzes in Deutschland und damit von etwa digital anzusteuernden 5 000 Sirenen in Schleswig-Holstein werde es allerdings noch einige Jahre dauern.

„Ich erwarte am 8. Dezember für Schleswig-Holstein in diesem Jahr eine ähnliche Anzahl an ausgelösten Sirenen wie beim Warntag 2020“, sagte die Ministerin.

Mit Blick auf traumatisierte Menschen machte Sütterlin-Waack auf das durch das BBK mehrsprachig zur Verfügung gestellte umfangreiche Informationsmaterial aufmerksam. Im Laufe der kommenden Woche solle speziell für Flüchtlinge aus Kriegsgebieten ein Flyer in mehreren Sprachen online gehen. „Insbesondere für Flüchtlingsunterkünfte ist dies sehr wertvoll, und kann hoffentlich Ängste nehmen“.

Die Bevölkerung insgesamt rief Sütterlin-Waack dazu auf, sich neben dem Thema „Warnung“ auch mit der persönlichen Vorsorge für den Fall – beispielsweise – eines Blackouts zu befassen. „Warnungen helfen mir am besten, wenn ich auch in Notfällen handlungsfähig bin. Dazu gehört die persönliche Vorsorge mit einem ausreichenden Vorrat an Trinkwasser, geeigneten Nahrungsmitteln, meinen Medikamenten und anderen notwendigen Dingen“, so Sütterlin-Waack. Sie verwies dazu auf die seit Jahren bewährten Ratgeber des Bundeamtes: Vorsorge für den Notfall – BBK (bund.de)

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