Barmstedt (jhf) Zwei Beißattacken erschreckten Passanten am Donnerstag, 15. Januar 2026, in Barmstedt. Die Tierschutzorganisation Peta fordert deshalb die Einführung eines Hundeführerscheins in Schleswig-Holstein. Nach Angaben der Polizei führte ein Mann gegen 20.40 Uhr in der Stettiner Straße seinen Hund aus, als dieser plötzlich losrannte und mit den Zähnen eine Katze fing. Als der Hund kurz von ihr abließ, floh sie und versteckte sich unter einem Auto. Doch der Halter ging unbekümmert weiter. Es reagierte auch nicht, als zwei Frauen ihn auf den Vorfall ansprachen.
Zwei Fälle - ein Hund?
Gut 20 Minuten später kam es zu einer zweiten Beißattacke in der Kleinen Gärtnerstraße. Diesmal biss ein freilaufender Hund eine Katze. Ein 38-jähriger Pinneberger versuchte, sie aus dem Maul des Hundes zu reißen, woraufhin beide Tiere ihn so stark bissen, dass er in einem Krankenhaus behandelt werden musste. In beiden Fällen war der Hund 50 bis 55 Zentimeter groß. Die Zeugen an der Stettiner Straße erinnerten sich an ein graues oder braunes, eher kürzeres Fell. An der Kleinen Gärtnerstraße wurde ein Exemplar mit einem kurzen, hellen Fell gesichtet. Der Hundehalter war etwa 1,80 Meter groß, trug eine Jacke sowie eine Mütze in Schwarz. Die Polizei bittet um Hinweise unter Telefon 04123 684080. Wer kann Angaben zu dem Hund und seinem Halter machen? Wer hat an der Kleinen Gärtnerstraße die zweite verletzte Katze gesehen? Sie soll ein graues Fell haben.
Peta: Das Problem sind die Halter, nicht die Hunde
Peta-Fachreferent Björn Thun sagt: „Meist liegt das Problem nicht bei den Hunden selbst, sondern bei ihren Halterinnen und Haltern." Viele hätten Schwierigkeiten, das Verhalten, die Signale und die Körpersprache der Vierbeiner richtig zu interpretieren und zu verstehen. “Die eigentliche Ursache von Beißvorfällen ist somit in der Unwissenheit der Menschen zu suchen, nicht beim Tier”, sagt Thun. Unabhängig von der Rasse könne jeder falsch gehaltene Hund potenziell für Mensch und Tier gefährlich werden.
Der Hundeführerschein
Peta fordert, dass Menschen vor Aufnahme eines Hundes einen Hundeführerschein machen. Dazu gehöre ein Theoriekursus, in dem sie das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Anschließend sollen Halter und Hund gemeinsam an einem Praxisseminar in einer Hundeschule teilnehmen. “Ein solcher Nachweis kann sicherstellen, dass Menschen, die Hunde halten, fachkundig mit dem Tier umgehen und die Signale des Vierbeiners richtig deuten”, erläutert die Tierschutzorganisation. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter sei unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern.