Moin Jobfinder

Denkmalschutz bremst Elmshorner Stadtumbau

Behörde zieht Genehmigung zum Abriss von Mantelhalle und Citastromhaus zurück

Die Stadt will wenigstens das Citastromhaus (vorn) abreißen, um Platz für den Ausbau der Berliner Straße zu erhalten. Dahinter schließen sich die Mantelhalle, das Kranhaus und die Knechtschen Hallen an. (Foto: Frank)

Elmshorn (jhf) Rückschlag für den Stadtumbau: Auf Druck der Oberen Denkmalschutzbehörde des Landes hob die Untere Denkmalschutzbehörde des Kreises Pinneberg Anfang Januar ihre Genehmigung zum Abriss des Citastromhauses und der Mantelhalle auf. „Das ist ärgerlich, da es uns Zeit kostet“, sagt Baustadtrat Marius Munk.

Verzögerung von mehreren Monaten

Die Stadt will die Grundstücke nutzen, um die Berliner Straße (Bundesstraße 431) von einer Einbahnstraße zu einer Trasse mit Verkehr in beide Richtungen umzubauen und mit Fuß- und Radwegen sowie einem „Grünen Band“ aus Parkplätzen unter Bäumen zu säumen. Munk kritisiert, dass die Kehrtwende des Denkmalschutzes das Projekt um Monate zurückwerfen und erhebliche Mehrkosten verursachen werde: Je länger die Stadt mit dem Baubeginn wartet, umso mehr Verzugszinsen müsse sie für nicht abgerufene Darlehen der Städtebauförderung zahlen. Munk hatte den Abriss im Juli beantragt. „Aus unserer Sicht war der Antrag ausreichend begründet“, sagt er. Im Oktober erteilte der Kreis die Genehmigung, doch bereits Mitte November meldete das Land Bedenken an. Es hieß, dass es zwischen den Behörden Klärungsbedarf gebe. „Uns wurde gesagt, wir sollten erstmal abwarten“, berichtet Munk. Letztlich wies das Land den Kreis an, die Genehmigung zurückzuziehen. „Seitens der Unteren Denkmalschutzbehörde sei nicht hinreichend abgewogen worden, ob die Maßnahme verhältnismäßig ist“, zitiert er aus der Begründung. Die Stadt sei die Leidtragende von Unklarheiten im Binnenverhältnis der Denkmalschutzbehörden in Kiel und Elmshorn.

Neuer Antrag: Nur Citastromhaus abreißen

Doch Munk gibt nicht auf. Noch im Januar will er beim Denkmalamt einen neuen Antrag stellen, diesmal nur für den Abriss des Citastromhauses. „Aus dem Aufhebungsbescheid des Kreises geht hervor, dass die Fachaufsichtsbehörde (Landesamt) unter anderem den genehmigten Abriss-Umfang bemängelt hat“, erläutert Munk. Daher werde er den neuen Antrag auf den Abriss des Citastromhauses beschränken. Ihm fehle das Verständnis dafür, dass der Kreis nicht gleich einen Teilabriss genehmigte. Inzwischen hätten die Behörden signalisiert, dass die Stadt noch einmal begründen solle, warum der Abriss des Citastromhauses für den Stadtumbau notwendig sei. „Ich habe den Eindruck, dass es in Kiel noch nicht durchgedrungen ist, welche Bedeutung das für die Stadt und für das Land hat“, sagt Munk. Er hofft, dass der Kreis Pinneberg die Drei-Monats-Frist zur Entscheidung nicht wie beim ersten Mal bis auf den letzten Tag ausreizt. Zugleich betont er aber: „Das wichtigste ist, dass wir einen Bescheid haben, der Bestand hat.“

Mit Mantelhalle wird‘s eng

Geplant wurde der Ausbau der Berliner Straße unter der Annahme, dass das Citastromhaus und die Mantelhalle abgerissen werden. „Ohne Abriss des Citastromhauses funktioniert es gar nicht“, betont Baustadtrat Marius Munk. Aber auch wenn die dahinter liegende Mantelhalle stehen bleibt, müsse die Stadt ihre Pläne ändern. „Wir müssten das Grüne Band an der Stelle sehr stark reduzieren. Es wäre zu prüfen, ob der Fahrrad- und Fußweg trotzdem zu realisieren ist.“ Die Berliner Straße werde auf jeden Fall sehr dicht an der Mantelhalle entlang verlaufen.

zu den aktuellen Ausgaben

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass bei der Aktivierung des Magazins eine Verbindung zum Anbieter Yumpu aufgebaut wird und Daten übermittelt werden.

aktuelle Beilagen

Beim aktivieren des Elements werden Daten an Facebook übertragen.