Elmshorn (jhf) Fußballfieber in der Krückaustadt: Der FC Elmshorn will hoch hinaus und die gesamte Stadt mitziehen. „Wir wollen in den Profifußball, in die Bundesliga“, sagt der neue Sportdirektor Jörn Maier, der 1992 das Football-Team Fighting Pirates gründete und 26 Jahre später in die Bundesliga führte. Noch spielen die 1. FCE-Herren in der Bezirksliga 01. Der ambitionierte Zeitplan: Aufstieg 2026 in die Landesliga, 2028 in die Oberliga, 2030 in die Regionaliga und 2032/2033 in die 3. Bundesliga. Parallel will der Verein neue Sportstätten bauen: 2027 einen Kunstrasen-Trainingsplatz, ab 2029 einen Vereinscampus, ab 2030 ein Stadion, ab 2032 ein Nachwuchsleistungszentrum.
Ziel: 3. Standort für Profifußball in Schleswig-Holstein
Maier will sich nicht auf die Jahreszahlen versteifen. Es gehe um das Ziel: „Wir wollen Elmshorn nach Kiel und Lübeck als 3. Standort für Profifußball etablieren.“ Er und Sylvia Nowak, die bereits bei den Fighting Pirates mit ihm zusammenarbeitete, stiegen im Januar beim FCE ein. „Wir wollen den Weg des FCE mitgehen, und der Weg soll nach oben gehen“, so Maier. 2012 scheiterten Aufstiegspläne der Fußballer, unter anderem weil ein Stadion fehlte. Der Verein hat daraus gelernt. Mit Torben Semmelhaack vom gleichnamigen Wohnungsunternehmen sitzt ein Immobilienfachmann im Vorstand. Er steht im Austausch mit der Verwaltung, kann sich Flächen in Elmshorn oder im Umland vorstellen, schweigt aber noch zu möglichen Orten. „Ohne mit der Stadt und den Eigentümern gesprochen zu haben, können wir dazu nichts sagen.“
Ehrgeiziger Plan: Stadion mit Gastronomie und Konferenzzentrum
Klar sei: „Wir werden keinen zweiten Volkspark bauen, aber wir werden eine Multifunktionalität schaffen“, so Semmelhaack. Auch Football, Hockey und der Frauenfußball könnten das Stadion nutzen. Denkbar seien eine Gastronomie und ein Konferenzzentrum. „Es hätte einen großen wirtschaftlichen Nutzen.“ Sportlich will der Verein den Aufstieg durch intensive Nachwuchsarbeit schaffen. Trainer Seyhmus Atug hat bereits die B+ Lizenz und soll die A-Lizenz anstreben. „Gut wäre ein Co-Trainer mit Lizenz, der mich hinterfragen kann, damit ich mich entwickeln kann“, sagt Atug. Zudem setzt er auf Leistungsdiagnostik, ein Upgrade der Trainingslager und die Einstellung von Athletiktrainern.
Verein will Trainer besser bezahlen
Maier will die Trainer insgesamt stärker fördern und auch besser bezahlen. Abgesehen von diesen organisatorischen Punkten geht es ihm darum, die Begeisterung der Bevölkerung zu wecken. „Es ist ein Projekt, das nur gelingen kann, wenn die ganze Stadt und Region dahintersteht.“ Nicht zuletzt werden weitere Sponsoren gesucht. Uwe Altemeier, bekannt vom EMTV, begleitet den Prozess als neutraler Sportfunktionär: „Elmshorn ist eine starke Sportstadt mit hoher Vereinsdichte, großem Ehrenamt und breiter sportlicher Basis. Was jedoch häufig fehlt, ist eine klare leistungsorientierte Perspektive für junge Talente.“ Ein starker Profifußball fördere auch den Breitensport.
Erstmal ein eigenes Clubheim
Ein erster Schritt auf dem Weg zu eigenen Immobilien soll mit der nächsten Saison kommen. Der Verein, der die Anlagen des FFE mitnutzt, will ein
eigenes Clubheim eröffnen – eine sportliche Heimat.