Uetersen (jhf) Ding-Dong: "Haben Sie einen Hund?" Die Stadt Uetersen will Kontrolleure zu sämtlichen Haushalten schicken, damit diese die Zahl der dort lebenden Hunde überprüfen. “Falls nicht gemeldete Hunde festgestellt werden, müssen die betroffen Hundehalter/-innen mit einer rückwirkenden Steuerfestsetzung rechnen”, kündigt die Stadtverwaltung an. Außerdem droht sie mit einem Bußgeld von bis zu 500 Euro. “Es wird daher allen Hundehalter/-innen empfohlen, ihre Lieblingstiere schnellstens anzumelden. Nur so können sich die Bürger/-innen Unannehmlichkeiten ersparen”, warnt Matthias Spielmann aus der Steuerabteilung.
Wenn das Gebell den Hund verrät
Die Stadt erfasste die Zahl der Hunde bereits 2016. Der Erfolg: Hinterher waren rund 100 Tiere mehr als vorher angemeldet. Aus Sicht von Bettina Horn, Leiterin des Amts Interner Service und Finanzen, funktioniert die Methode aus zwei Gründen: Zum einen bringe bereits die Ankündigung die Menschen dazu, ihre Hunde nachträglich anzumelden. Zum anderen könnten die Kontrolleure selbst bei nicht ganz aufrichtigen Menschen Hinweise auf Hunde entdecken, wenn sie zum Beispiel Gebell hören.
Nicht alle Halter melden ihre Hunde an
1112 Hunde sind in Uetersen angemeldet. Die Halterinnen und Halter müssen eine Steuer in Höhe von 120 Euro für den ersten Hund, 170 Euro für den zweiten und 220 Euro für jeden weiteren zahlen. “Leider musste in der zurückliegenden Zeit festgestellt werden, dass nicht alle Hundehalter/-innen der Pflicht zur Anmeldung ihrer Hunde nachgekommen sind”, berichtet Spielmann. Die Stadt will die Hundebestandsaufnahme durchführen, um für Steuergerechtigkeit zu sorgen. Sie beauftragt dazu eine Firma, deren Mitarbeitende Hausbesuche vornehmen sollen. Diese werden wochentags zwischen 9 und 19 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 17 Uhr unterwegs sein. Sie tragen eine von der Stadt Uetersen ausgestellte Legitimation, werden die Wohnungen nicht betreten und weder Steuern noch Gebühren vor Ort erheben.
Amortisierung nach einem Jahr
Die Aktion kostete vor zehn Jahren rund 16.000 Euro. Im Mai beschloss der Finanz- und Rechnungsausschuss mehrheitlich, die Bestandsaufnahme zu wiederholen. Die Verwaltung beauftragte damit die Firma Springer Kommunale Dienste GmbH, die pro Haushalt zwei Euro abrechnen darf. Sollte die Aktion erneut dazu führen, dass 100 Hunde mehr angemeldet werden, könnte die Stadt pro Jahr 12.500 Euro einnehmen. Horn rechnet daher damit, dass sich die Kosten nach einem Jahr amortisiert haben werden.