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Hanna Werner gewinnt Elmshorner Jugend-Kulturpreis

Stadt zeichnet 22-jährige Künstlerin aus / Nachwuchspreis für Breakdancer Crossing Borders aus Hainholz

Die Breakdance-Gruppe Crossing Borders mit ihrem Trainer Chris Jackson (3. von links) und Initiatorin Kerstin Thiel (rechts) nimmt die Jugend-Kulturpreisträgerin Hanna Werner in ihre Mitte. (Foto: Frank)

Elmshorn (jhf) Hanna Werner ist ein wahres Multi-Talent. Die 22-jährige Kiebitzreiherin singt, tanzt, zeichnet, malt, stand bereits auf vielen Bühnen, übernahm Verantwortung hinter den Kulissen, bewies sich als Poetry Slammerin und hat große Ziele. Die Stadt Elmshorn verlieh ihr dafür den Jugend-Kulturpreis. Das Preisgeld von 1000 Euro will die Künstlerin zum Teil an den Palestine Children‘s Relief Fund und das Tierheim Elmshorn spenden, in dem sie viele Jahre als Teamerin mitarbeitete.

Kunst als Ventil für Umgang mit psychischer Krankheit

„Ich mache Kunst, seit ich denken kann“, sagt Hanna Werner. Ganz offen berichtet sie, dass sie seit ihrem 4. Lebensjahr an einer Angststörung leidet, später auch an Depressionen. „Malerei ist für mich ein enormes Ventil für den Umgang mit psychischer Krankheit.“ Zudem sang Hanna Werner zehn Jahre in einem Kinderchor, nahm ab 14 Jahren Gesangsunterricht, kam 2023 ins Finale des Elmshorner Poetry Schulslams, trug im selben Jahr bei „Elmshorn liest“ einen Beitrag vor, trat in einer Band auf. In der Musical-AG der Elsa-Brändström-Schule sammelte sie Erfahrungen als Regisseurin und Verantwortliche für Inszenierung, Organisation, Probenplanung und Requisite. Die Gruppe entwickelte dreieinhalb Jahre das Musical „Road to Hadestown“ und führte es im März zum Schuljubiläum auf. Hanna Werner spielte eine Hauptrolle.

Ihr Traum: "Prinzessin Lillifee" zu spielen

Zurzeit absolviert sie eine Ausbildung als Bühnendarstellerin bei der Norddeutschen Musical Akademie in Pinneberg, mit der sie mehrmals aufgetreten ist. Nebeneffekt: „Ich darf da lernen, wie viel Spaß es macht, mit Kindern zu arbeiten.“ Daher will sie Theaterpädagogik als Aufbaustudium lernen. Ihr Ziel aber sind Engagements bei Musicals. Nach ihrem Abschluss will sie sich für Castings bewerben. Ihr Traum ist die Hauptrolle im Muscial „Prinzessin Lillifee“. Das wird zurzeit zwar nirgends aufgeführt, aber Werner würde es auch selbst inszenieren. Erste Erfahrungen hat sie, die künstlerische Motivation allemal.

Von Hainholz zu den großen Tanz-Battles

„Ich bin in Hamburg in einer Straße groß geworden, in der es rauer zugeht“, sagt Chris Jackson. Als Zwölfjähriger begann er mit Breakdance. Heute leitet der 39-Jährige nicht nur die Tanzschule Breakdance World in Hamburg, sondern gibt sein Können zwölf Jungs aus dem Stadtteil Hainholz weiter. Sie nennen sich Crossing Borders. Jeden Freitag trainiert Jackson die Zwölf- bis 20-Jährigen im Haus der Begegnung – mit Erfolg: Einige Mitglieder nahmen 2023 am Hip-Hop Grand Slam in Hamburg und am Battle of the Year in Hannover teil. Zudem hat Jackson immer ein offenes Ohr für die Jungs: „Die Gespräche zwischen den Einheiten sind viel wichtiger als die Moves, die man den Kids beibringt.“

Breakdancer Kingsley: "Es hat mich diszipliniert gemacht"

Kingsley Boampong besuchte 2015 die 3. Klasse, als er Kerstin Thiel vom Beratungs- und Therapiezentrum der Awo Elmshorn auf die Idee brachte, eine Breakdance-Gruppe zu gründen. Sie startete mit 20 Kindern von der Grundschule Hainholz, der Erich Kästner Gemeinschaftsschule und der Anne-Frank-Schule. Kingsley stellt fest: „Es ist echt gut, dass ich dran geblieben bin. Es hat mich ziemlich diszipliniert gemacht.“ Die Stadt zeichnete die Crossing Borders mit dem Nachwuchspreis 2025 aus. Jackson will das Preisgeld von 500 Euro in die Fahrten zu den Wettbewerben investieren. Das Land finanziert das Integrationsprojekt mit 12.000 Euro pro Jahr.

Die Preise

Die Stadt verleiht alle zwei Jahre im Wechsel entweder den Kulturpreis für Erwachsene oder den Jugend-Kulturpreis für Künstler bis 25 Jahre samt dem Nachwuchspreis für Kulturschaffende bis 18 Jahre.

Die Jury

In der Jury für den Jugend-Kultupreis und den Nachwuchspreis 2025 saßen Sängerin Anna Haentjens als Vorsitzende und Expertin für die Sparte „Musik“, Malerin und Kulturpreisträgerin Susanne Berger für die Sparte „Bildende Kunst“, Stadtbücherei-Leiter und Kabarettist Arne Tiedemann für die Sparte „Literatur“, Tanzschulleiterin Souzan Alavi für die Sparte „Theater“, Sven Bracke, Leiter des Industriemuseums Elmshorn, für die Sparte „Heimatpflege“, der Erste Stadtrat Dirk Moritz sowie die Stadtverordneten Jan Berning (CDU) und Karin Kunkel (Linke). Ihnen lagen insgesamt acht Bewerbungen vor.
 

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