Elmshorn (jhf) Die Zeit drängt. Sobald die Verwaltung Ende 2028 oder Anfang 2029 das neue Rathaus beziehen wird, wird das alte leerstehen. Die SPD setzt bei der Suche nach einer neuen Nutzung auf Ideen der Bürgerinnen und Bürger, die von Experten geprüft und in eine Ausschreibung zur Konzepterstellung fließen sollen. Doch die FDP sieht den Vorstoß skeptisch. Das denkmalgeschützte Gebäude weise einen Investitionsbedarf von vermutlich mehr als 20 Millionen Euro auf. Zudem sei mit komplexen genehmigungsrechtlichen Anforderungen zu rechnen. „In einem solchen Fall besteht das Risiko, dass ein sehr aufwendiges Beteiligungsverfahren am Ende Erwartungen erzeugt, die sich unter den gegebenen Voraussetzungen nur schwer realisieren lassen“, mahnt Stadtverordneter Mark Clausen. Stattdessen würden sich FDP, CDU und Grüne dafür einsetzen, das Gebäude am Markt anzubieten, um einen Investoren oder Betreiber zu finden, "der das Potenzial des Standorts erschließt und das Gebäude langfristig sichert". Der Hauptausschuss, in dem Clausen die FDP vertritt, soll am Dienstag, 21. April, einen Grundsatzbesschluss zur Veräußerung des alten Rathauses fassen.
FDP setzt auf private Investoren
In einer Pressemitteilung heben die Liberalten “die Bedeutung erfahrener privater Akteure” hervor. Die Entwicklung des denkmalgeschützten und sanierungsbedürftigen Gebäudes stelle hohe Anforderungen. „Für ein solch komplexes Projekt braucht es spezialisierte Expertise und Erfahrung in der Umsetzung“, sagt Clausen. „Private Investoren und Projektentwickler bringen genau diese Kompetenzen mit, um auch ein solch anspruchsvolles Vorhaben erfolgreich zu realisieren.“
Liberale: Verwaltung nicht noch stärker belasten
Die FDP räumt zwar ein, dass die Bürgerbeteiligung ein wichtiger Bestandteil moderner Stadtentwicklung sei und bei vielen Projekten einen Mehrwert biete. Doch das alte Rathaus warte mit “besondere Rahmenbedingungen” auf. Da der Stadtumbau und der Rathausneubau ohnehin schon viele Kapazitäten binden, will die FDP die Verwaltung nicht noch mehr belasten. „Ein klar strukturiertes Vermarktungsverfahren entlastet die Verwaltung und schafft gleichzeitig die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Entwicklung“, betont Fraktionsvorsitzender Pascal Mangels.