Elmshorn (jhf) Eine Katastrophe für Rollstuhl- und Rollatorfahrer, Eltern mit Kinderwagen und Bahnreisende mit Fahrrädern: Der einzige Aufzug im Elmshorner Bahnhof fällt voraussichtlich ein halbes Jahr aus. Noch können Fahrgäste damit die Gleise 2 und 3 erreichen, doch die Bahn will den Lift von Montag, 9. Februar 2026, bis Anfang September außer Betrieb nehmen und durch ein neues Modell ersetzen.
Nach Hamburg per Bus und S-Bahn
Wer keine Treppen steigen kann, muss in der Bauphase für Fahrten von oder nach Elmshorn bis zu eine Stunde mehr Zeit einplanen. Die Bahn bietet Menschen mit eingeschränkter Mobilität vor Ort keine Alternative zum Aufzug. Diese sollen stattdessen Umwege über andere Bahnhöfe nehmen: Wer von Elmshorn Richtung Hamburg fahren will, soll die Buslinie X95 nach Pinneberg nutzen und dort in die S3 umsteigen (plus 45 Minuten mehr Fahrtzeit) oder mit der Buslinie X89 nach Wedel und von dort mit der S1 nach Altona oder zum Hauptbahnhof fahren (plus 60 Minuten Fahrzeit).
Der Weg zum barrierefreien Gleis: nach Tornesch und zurück
Menschen mit eingeschränkter Mobilität, die mit der RB60/RB61 aus Richtung Itzehoe kommen, sollen bis Tornesch weiterfahren, dort in eine Regionalbahn Richtung Itzehoe oder Wrist umsteigen und in Elmshorn an Gleis 1 aussteigen, das stufenfrei erreichbar ist (plus 20 Minuten Fahrzeit). Der Weg in die Innenstadt führt für sie durch den Bauerweg-Tunnel. Denselben Umweg über Tornesch sollen gehbehinderte Fahrgäste nehmen, die mit dem RE 6 aus Richtung Westerland oder dem RE 7 oder RE 70 aus Richtung Flensburg oder Kiel kommen. Sie müssen dazu in Elmshorn in eine Regionalbahn umsteigen, die in Tornesch hält (plus 45 bis 55 Minuten Fahrtzeit). Wer mit der RB71 aus Richtung Wrist kommt, soll bis Pinneberg weiterfahren und von dort mit einer Regionalbahn Richtung Itzehoe oder Wrist nach Elmshorn fahren (plus 45 Minuten mehr Fahrzeit). Züge aus Richtung Hamburg werden nicht wie sonst an Gleis 2, sondern an Gleis 1 halten.
Kaum Infos vor Ort
Diese Informationen verbreitet die Bahn aktuell nur im Internet auf regional.bahn.de/regionen/schleswig-holstein/services/barrierefreie-reise, zum Teil auch bei den Online-Reiseplänen. Am Aufzug selbst hängt lediglich der Hinweis: „Ich werde in Kürze ausgetauscht“ – ohne Angaben des Zeitraums und der Alternativen für Rollstuhlfahrer.
Aufzug ist veraltet
Das Gerät war nach Informationen der Holsteiner Allgemeine in den vergangenen Monaten oft defekt. Es werde ausgetauscht, weil es seine technische Lebensdauer erreicht habe, erläuterte eine Bahnsprecherin. Aufzüge seien „Maßanfertigungen“. Deren Erneuerung dauere in der Regel sechs bis acht Monate. Das Elmshorner Exemplar soll nach derzeitigem Stand im September eingeweiht werden. Das neue Modell wird mit einem Kommunikationsbaustein zur Fernüberwachung ausgestattet.
Neues Modell mit Fernüberwachung
Dieser wird permanent den Zustand erfassen und an die Betriebszentrale weiterleiten. „Störungen werden durch die eingebauten Sensoren sofort gemeldet. So können Mitarbeitende die Reparatur schneller beauftragen und Ausfälle schneller beheben.“
Service-Nummer
Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität können bei der Mobilitätsservice-Zentrale unter 030 65212888 oder per E-Mail an msz@deutschebahn.com Unterstützung anfordern.