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Bürgerinitiative enttäuscht von Staatssekretärin Henckel

Kurzfristige Absage vor Treffen zum Thema Gleise 3 und 4

Arbeitstreffen im Esinger Heimathaus: Vertreter des Kieler Verkehrsministeriums, von Nah.SH, DB InfraGO AG und der Bürgerinitiative Starke Schiene tauschten sich am Freitag über aktuelle Bahn-Themen aus. (Foto: Frank)

Tornesch (jhf) „Ich bin entsetzt“, sagt Gisela Hüllmann, Gründerin der Bürgerinitiative Starke Schiene. Sie hatte Susanne Henckel, Staatssekretärin im Kieler Verkehrsministerium, zu einem Gespräch mit Landrätin Elfi Heesch, Bürgermeistern und Verwaltungsmitarbeitern aus dem Kreis Pinneberg über aktuelle Bahnthemen eingeladen. Doch Henckel habe ihre Teilnahme am Abend vor dem Treffen um 18.25 Uhr abgesagt. „Warum hat sie einen anderen Termin angenommen? Unsere Sache ist doch sehr wichtig. 100.000 Leute stehen hinter uns“, so Hüllmann.

Kritik: Zu wenig Verbindungen nach Altona

Die BI-Gründerin hatte gehofft, dass sich Henckel für mehr Zugverbindungen aus dem Kreis Pinneberg nach Hamburg-Altona einsetzt. Seit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember verkehren zwischen 7.48 Uhr und 15.48 Uhr keine Züge von Tornesch nach Altona. Fahrgäste mit diesem Ziel müssen auf die S-Bahn umsteigen. Die Nah.SH begründete die Reduzierung mit Bauarbeiten am neuen Bahnhof Altona-Nord. Doch Hüllmann berichtet: „Die Menschen sind am Limit, haben Burnout.“ Angestellte müssten mit Kündigungen rechnen, wenn sie wegen der schlechten Bahnverbindungen nicht rechtzeitig am Arbeitsplatz erschienen. Aus Hüllmanns Sicht müssten die Arbeitgeber Stellung zu dem verringerten ÖPNV-Angebot beziehen. „Wir befinden uns wieder auf einem Dorfbahnhof.“ Wenn sich nichts ändere, werde sie eine Demo-Kette von Dithmarschen nach Hamburg organisieren.

Nah.SH: “Die Strecke ist dicht”

Jochen Schulz, Bereichsleiter Angebot bei Nah.SH, wies darauf hin, dass der neue Fahrplan erst seit Kurzem gelte. „Es braucht in der Anfangszeit ein bisschen Geduld.“ Doch er kündigte an: „Wir werden schauen, wie wir die Verbindungen nach Altona stärken werden, aber die Strecke ist dicht.“ Die Idee aus den Reihen der BI, den RE6 von Itzhoe nach Altona zusätzlich in Tornesch halten zu lassen, sieht er kritisch. Die Linie käme dadurch später in Altona an.

Gute Nachricht: Länder geben Gleisen 3 und 4 Priorität

BI-Sprecher Erhard Wasmann zeigte sich erfreut über eine gute Nachricht: „Zu den 43 Projekten, die von den Ländern bevorzugt gefördert werden, gehören auch das 3. und 4. Gleis.“ Die norddeutschen Länder hatten bei der Küsten-Wirtschafts- und Verkehrsministerkonferenz am 6. November in Büsum die Büsumer Liste verabschiedet. Die Verkehrsminister stellten darin die aus ihrer Sicht 43 bedeutendsten Straßen-, Schienen- und Wasserstraßenprojekten Norddeutschlands zusammen. Erst am Freitag erfuhr die BI, dass die Gleise 3 und 4 enthalten sind. Damit sei die Voraussetzung dafür geschaffen, dass der Bundesrat bei der Beantragung der Finanzierung sein Einverständnis geben werde. „Dann wird es durchgewunken“, sagte Wasmann.

BI-Sprecher Erhard Wasmann: S-Bahn-Variante wird durchfallen

Zugleich zeigte er sich zuversichtlich, dass langfristig Regionalbahnen auf den neuen Gleisen fahren werden. „Die Bahn hat deutlich bestätigt, dass die Zielvariante der Regionalbahnverkehr ist.“ Die Option einer S-Bahn von Elmshorn nach Hamburg werde aufgrund der Fahrtzeit von rund einer Stunde bei der Nutzen-Kosten-Berechnung sicherlich durchfallen.

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