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Elmshorner Boot kommt ins Kino

Film „Adams Acht“: Ruder-Club ERC steuert Requisiten und einen Komparsen bei

Schauspieler und Ruder-Sportler saßen für diesen Kinofilm in einem Boot. Leonard Kunz im Vordergrund schlüpfte in die Rolle des Ruderers Manfred Rulffs. Gedreht wurde unter anderem auf dem Ratzeburger See. (Foto: Majestic)

Bewarb sich erfolgreich auf eine Komparsenrolle: Frederik Seidel, Jugendtrainer im Elmshorner Ruder-Club (ERC), rudert in dem Kinofilm im Schweizer Achter mit. (Foto: Peter Westphal/ERC)

Diese Riemen hatte der Elmshorner Ruder-Club (ERC) dem Film-Team zur Verfügung gestellt. Die Crew ließ die ERC-Vereinsfarben Blau und Weiß mit der rot-weißen kanadischen Flagge übermalen. Nach dem Dreh erhielt der Verein die Requisiten zurück. Petra Westphal (von links) aus der Vereinsverwaltung, die Jugendtrainer Annika Bunk, Florian Busch und Frederik Seidel sowie Jugendleiterin Finja Westphal präsentieren sie auf einem Bootssteg an der Krückau. (Foto: Peter Westphal)

Elmshorn (jhf) Ein Stück Elmshorn auf der großen Leinwand: Der Elmshorner Ruder-Club (ERC) hat den Kinofilm „Adams Acht“ mit Requisiten ausgestattet. Ein Holz-Renn-Achter aus den 1950er-Jahren und Holz-Riemen aus den 1980er-Jahren aus der Krückaustadt verleihen dem Streifen historischen Charme.

Komparsen-Rolle für ERC-Jugendtrainer Frederik Seidel

Regisseur Hannu Salonen erzählt in der Filmbiografie, wie der deutsche Ruderachter 1960 bei den Olympischen Spielen in Rom die Gold-Medaille holte. Trainer Karl Adam, gespielt von Oliver Masucci, brachte seine Mannschaft gegen große Widerstände an die Spitze. Der Streifen ist mit Axel Milberg und Heino Ferch hochkarätig besetzt und kommt am Donnerstag, 17. September 2026, ins Kino. ERC-Vorsitzender Peter Westphal zeigt sich begeistert. „Dass so ein Boot für den Film verwendet wird, passiert nicht alle Tage.“ Mit Glück wird auch ERC-Jugendtrainer Frederik Seidel zu sehen sein. Der 21-Jährige erhielt eine Komparsen-Rolle. Ob die Szenen mit ihm hineingeschnitten wurden, bleibt abzuwarten.

Lingolf von Lingelsheim: “Schwer begeistert” vom Elmshorner Achter

Die Idee zu dem Film hatte Lingolf von Lingelsheim, langjähriger Bootsmeister des Deutschen Ruderverbands und ein alter Bekannter von Westphal. Bereits vor knapp drei Jahren hatten sie sich über das Filmprojekt ausgetauscht. „Ich habe so ein Ruderboot“, bemerkte Westphal. Nachdem das Drehbuch stand, besichtigte von Lingelsheim den Elmshorner Achter. „Er war schwer begeistert.“ Die Werft Friedrich Pirsch in Berlin baute das Boot zwischen 1955 und 1960. Der ERC übernahm es 1986 von einem Hamburger Ruderverein und setzte es bis zum Drehstart im Freizeitsport ein. Die Ruder aus Elmshorn wurden für den Film mit der kanadischen Flagge bemalt.

Fünf Original-Holzboote zusammengetragen

Für Gold reicht es nicht. Aber immerhin darf das historische Ruderboot aus Elmshorn im Kino die Tschechoslowakei zur Bronze-Medaille bringen. Für die authentische Ausstattung sorgte vor allem Lingolf von Lingelsheim, langjähriger Bootsmeister des Deutschen Ruderverbands und ehemaliger Vorsitzender des Ratzeburger Ruder-Clubs. Wie die Ruderakademie Ratzeburg auf ihrer Website berichtet, trug er fünf Original-Holzboote zusammen und ließ sie restaurieren. Eines davon stellte der Elmshorner Ruder-Club (ERC) ihm bereits 2023 zur Verfügung. Das Baujahr des Achters ist zwar nicht bekannt, doch ERC-Vorsitzender Peter Westphal vermutet, dass es zwischen 1955 und 1960 lag. Damit passt das Ruderboot perfekt in die Kulisse.

Elmshorner legt sich im Schweizer Boot in die Riemen

2023 wurde es in Ratzeburg eingelagert. Die Crew von Regisseur Hannu Salonen drehte dort neun Tage im August 2025, anschließend in Bratislava (Slowakei). Im Schweizer Boot ruderte als Komparse der ESC-Jugendtrainer Frederik Seidel mit. „Er musste sich richtig bewerben“, berichtet Westphal. Er kennt Lingelsheim gut. Als dieser noch Trainer im Ratzeburger Ruder-Club war, trainierte bei ihm Westphals Tochter Martje.

Echte Ruderer an Bord

Von Lingelsheim gelang für den Film ein Coup. Er organisierte das Originalboot von Karl Adams erstem Deutschland-Achter, der 1959 die Europameisterschaft in Mâcon gewann. Regisseur Hannu Salonen berichtet, dass von Lingelsheim es aus dem Staub holte, restaurierte und für den Film ertüchtigte. „Zugleich bedeutete das für alle Beteiligten eine enorme Herausforderung, denn in diesen musealen Booten zu rudern ist sehr viel schwieriger, als man vermuten würde“, stellt der Finne fest. Aber nicht nur die Boote verleihen dem Streifen Authentizität, auch die Ruderer. Im Film-Achter sitzen nicht nur die Schauspieler Felix Kammerer („Im Westen nichts Neues“) als Hans Lenk, Leonard Kunz (spielte in der Serie „Das Boot“) als Manfred Rulffs, Nick Romeo Reimann („Die Wilden Kerle“) als Moritz von Groddeck und Vito Wiesner als Steuermann Willi Padge. In die Riemen legen sich auch fünf echte Ruderer, darunter  Moritz Wolff, Deutscher Meister in verschiedenen Bootsklassen, und Oscar Krause, der bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften mehrfach Gold im Doppelvierer holte.

Wer will den Film-Achter ausstellen?

Das Elmshorner Boot liegt noch im Lager in Ratzeburg. Westphal sucht ein Museum oder eine ähnliche Einrichtung, die es gern ausstellen würde. Bei Regatten kam es aufgrund seines hohen Gewichts ohnehin nicht mehr zum Einsatz. Das galt auch für einige Holz-Riemen, die der Verein der Film-Crew zur Verfügung stellte. „Heute nimmt man Riemen aus Kohlefaser“, erläutert Westphal. Der Club erhielt die Ruder inzwischen zurück – im neuen Design. Sie wurden für den Dreh mit der kanadischen Flagge bemalt.

Club-Abend im Kino

Gut 50 Club-Mitglieder haben bereits Interesse angemeldet, sich den Streifen gemeinsam im Elmshorner Cineplex anzusehen. „Alle, die länger dabei sind, sind daran interessiert“, sagt Westphal.

 

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