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EU-Wahnsinn: Elmshorn muss Krokuswiese roden

Behörde bemängelt mangelnde Artenvielfalt

Blickfang und beliebtes Fotomotiv: Doch die Krokuswiese vor Elmshorns Rathaus entspricht nicht den geltenden EU-Vorgaben für öffentliches Grün. Die Stadt Elmshorn soll die Wiese roden und deutlich vielfältiger bepflanzen, um Vorschriften zur Artenvielfalt zu genügen. Auch andere Kommunen werden noch Post aus Brüssel erhalten. (Foto: Strandmann)

Elmshorn (rs) Das Schreiben aus Brüssel traf Donnerstagvormittag im Elmshorner Rathaus ein – und sorgte in der Verwaltung für eine Mischung aus blankem Unverständnis und Entsetzen. 
Die erst 2024 gegründete „Behörde für Umsetzung und Durchsetzung von Artenschutz- und Klimazielen der EU“ fordert die Krückaustadt auf, Rasenflächen in „Flächen von hoher Artenvielfalt“ umzugestalten. Dazu zählt die Behörde alle innerstädtischen Areale, die nicht ausdrücklich anderen Zwecken wie Sport- oder Freizeitaktivitäten gewidmet sind. Betroffen ist damit auch das Propstenfeld mit seiner imposanten Krokusblüte. Denn die Frühblüher allein reichen nicht, um die Brüsseler Vorgaben zu erfüllen. 
Ähnlich lautende Schreiben der Behörde sollen auch andere Kommunen erhalten haben oder noch bekommen. Die EU zieht damit die Konsequenz daraus, dass Deutschland Fristen bewusst versäumt und Anordnungen nicht in deutsches Recht umgesetzt hat.
Die Betroffenheit im Rathaus und unter Politikern, die Oberbürgermeister Erik Sachse sofort informiert hat, ist groß. „Wir sollen jetzt eine Wiese roden, die die Menschen lieben und unser historisches Rathaus schmückt?“,  sagt der OB. Ein Protestschreiben an die Behörde mit einem Widerspruch hat er noch am selben Tag in Abstimmung mit der Politik abgeschickt. Doch Sachses Hoffnung, dass Brüssel einlenkt, ist nicht groß. „Am Ende bleibt uns wahrscheinlich nur, der Anordnung Folge zu leisten.“ Denn es droht ein Zwangsgeld von bis zu 100.000 Euro. 
„Das können wir nicht riskieren, zumal die Zahlung den Bescheid nicht aufheben würde.“ So sieht es auch die Politik. Alle hoffen, dass der Protest auch der anderen Kommunen so groß wird, dass Brüssel noch einen Rückzieher macht. Doch dafür ist die Behörde nicht bekannt.  

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