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@himmel.hier: Glauben authentisch posten

Barmstedter Vikarin Christiane Ehrengruber setzt auf Instagram

Christiane Ehrengruber engagiert sich als Vikarin in der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Barmstedt. Die 29-Jährige erreicht Menschen nicht nur in der Heiligen-Geist-Kirche, sondern auch auf Instagram. (Foto: Frank)

Barmstedt (jhf) „Wenn dein Tag ein Essen gewesen wäre, welches wäre er gewesen?“ Mit dieser Frage erreichte die angehende Pastorin Christiane Ehrengruber dieses Jahr bei Instagram viele Menschen. „Das kam richtig gut an.“ Dass die Reaktionen persönlich ausfielen, berührte die 29-Jährige. „Die Menschen haben sich damit beschäftigt, wie es ihnen geht, und es dann mit mir geteilt.“

“Den Himmel hier suchen”

Ehrengruber arbeitet seit September 2024 als Vikarin der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Barmstedt. Damals eröffnete sie neben ihrem privaten einen beruflichen Instagram-Kanal, dessen Name @himmel.hier lautet. Die Theologin will damit keineswegs den Eindruck erwecken, dass Instagram der Himmel auf Erden wäre. Die Bezeichnung drücke vielmehr ihr Leitmotiv aus: „Es ist unser aller Auftrag, den Himmel hier zu suchen, zu entdecken und dazu beizutragen.“

Follower kommen in den Gottesdienst

Leichter ums Herz kann es Menschen werden, die ihr per Direktnachricht Probleme anvertrauen. „Die Hemmschwelle ist bei Instagram deutlich niedriger.“ Einige Follower tauchen nach dem Chat bei Instagram im Gottesdienst auf. „Das finde ich toll. Menschen haben mehr Vertrauen zur Kirche, wenn sie die Personen kennen.“ Andere Kontakte bleiben anonym. So fragten Siebt- oder Achtklässler die Vikarin im Chat nach Themen aus dem Religionsunterricht aus. „Ich weiß bis heute nicht, wo sie leben, aber das ist okay.“

Einblicke in die Glücksmomente einer Vikarin

In ihren Posts und Reels wirbt Ehrengruber nicht nur für kirchliche Veranstaltungen. „Ich produziere Content, der mir Spaß macht.“ So gibt sie Einblicke in Glücksmomente wie den Fund eines Zettels am Spiegel eines öffentlichen WCs mit der Aufschrift „Wow, was für eine Frau!“. In kurzen Videos zeigt sie Orte, an denen sie sich wohl fühlt, die für sie Safe Spaces sind. Mal erläutert sie, was der Buß- und Bettag ist. Mal gewährt sie einen Blick hinter die Kulissen der Gottesdienstvorbereitung. Oft zeigt die 29-Jährige in ihren Posts ihr Gesicht und spricht die Nutzer fröhlich lächelnd an. Sie ist überzeugt: „Wenn zwischen Beauty-Tipps und Music-Clip was von der Kirche auftaucht, ist es cool. Es kann nicht genügend Menschen geben, die authentisch erzählen, was sie glauben.“

Konfirmaden folgt die Vikarin nicht

Obwohl Instagram ein junges Medium ist, setzt Ehrengruber es nicht ein, um jüngere Menschen zu erreichen. Ihren Konfirmanden und Konfirmandinnen folgt sie nicht. „Das fände ich grenzüberschreitend. Die sollen ihr Privatleben haben.“ Ihre Zielgruppe seien Frauen in ihrem Alter bis Mitte 40.

Am liebsten mittendrin

Ehrengruber wurde in der Nähe von Kassel geboren. Vor dem Vikariat arbeitete sie bei der Evangelischen Mission Weltweit in der Digitalen Kommunikation. „Aber ich habe festgestellt, dass ich lieber mittendrin bin, als darüber zu berichten.“

Kontakt zu Menschen schaffen

Sie betont: „Ich finde es total wichtig, dass die Kirche bei den Menschen ist und sich Wege sucht, um mit ihnen in Kontakt zu kommen und ihnen zu helfen, eine Beziehung mit Gott zu finden, die sich für sie gut anfühlt.“ Instagram sei einer der Wege.

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