Kreis Pinneberg (jhf) Durchbruch für ein jahrzehntelang umkämpftes Verkehrsprojekt: Der Kreis Pinneberg hat Baurecht für die Kreisstraße 22 bekommen. „Das ist wirklich ein Meilenstein“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete und Tornescher Bürgervorsteher Daniel Kölbl. Er hofft auf einen Spatenstich im Jahr 2028.
Keine neuen Klagen eingereicht
Am 23. März endete die Frist, in der beim Oberverwaltungsgericht in Schleswig Klagen gegen den Planänderungs- und Ergänzungsbeschluss des Landes zum Aus- und Neubau der K22 hätten eingereicht werden können. Kölbl erhielt die Auskunft, dass niemand davon Gebrauch machte. Der Kreis Pinneberg könne nun mit der Ausführungsplanung beginnen und müsse die finanziellen Mittel bereitstellen. Er habe den größten Anteil zu tragen, die Städte Tornesch und Uetersen würden in geringerem Maße herangezogen werden. Nach Informationen unserer Zeitung war eine Gesamtsumme von 60 Millionen Euro im Gespräch. Der Kreis Pinneberg teilte mit, dass die Aktualisierung der Kosten und der Termin des Baustarts noch offen seien.
Verhandlungen mit der Bahn stehen an
Für den Neubau der K22 muss eine Eisenbahnunterführung hergestellt werden, die die beschrankten Bahnübergänge im Gärtnerweg und in der Denkmalstraße ersetzen wird. Der Kreis hat die Aufgabe, dazu eine Eisenbahnkreuzungsvereinbarung mit der Deutschen Bahn zu treffen. Dabei müssen die Verhandlungspartner eine Sperrzeit des Zugverkehrs festlegen, in der die Bauarbeiten erfolgen. Kölbl hofft, dass diese innerhalb der nächsten fünf Jahre ablaufen. Zudem muss die Kostenaufteilung festgelegt werden. Herauszuhören war bereits, dass die Bahn nur das Geld für eine zweigleisige Unterführung bereitstellen will, da der Bau der Gleise 3 und 4 noch nicht abschließend festgezurrt ist. Kölbl rechnet daher damit, dass vor einer Einigung zunächst der Wischmöhlenweg ausgebaut wird. „Er ist in einem katastrophalen Zustand.“ Es spreche viel dafür, dort 2028 mit dem Spatenstich anzufangen.
Entlastung um 14 bis 25 Prozent
Die K22 soll den Ortskern von Tornesch und den Süden der Stadt Uetersen vom Durchgangsverkehr der Ahrenlohe Straße, der Esinger Straße und der Wittstocker Straße entlasten. Wie Wolfgang Bätcke vom Verein K22-jetzt berichtet, prognostiziert das zugrundeliegende Verkehrsgutachten eine Minderung in der Tornescher Ortsdurchfahrt um bis zu 25 Prozent. Zugleich könnte aber mehr Verkehr aus dem näheren Umfeld auf die Straße drängen, wodurch die Entlastung in Höhe der Eisenbahnunterführung auf 14 Prozent sinken würde. Verkehrsberuhigende Eingriffe könnten dem Trend aber gegensteuern, so Baetcke.
45 Jahre Kampf gegen die K22
Die IG Südtangente als größte Kritikerin des Projekts hatte sich vor einem Jahr aufgelöst. Sie kämpfte nach eigenen Angaben 45 Jahre gegen die Trasse durch Esingen und für eine Umgehungsstraße um Tornesch herum.