Moorrege (jhf) Großer Schreck in Moorrege: Vermutlich griff ein Wolf am Mittwoch, 7. Oktober, gegen 20 Uhr ein Pferd auf einer Koppel in Oberglinde in der Nähe der Wald-Kita „WaldZauber“ an. Er soll dem Wallach, der ein Stockmaß von 1,70 Meter hat, zwei große Verletzungen am Hinterteil zugefügt haben.
17-Jährige sah den Wolf mehrfach: “Blanke Panik”
Die Eigentümerin berichtete, dass ihre 16-jährige Tochter zwar nicht den Angriff beobachtete. Sie habe aber gesehen, wie der Wolf weglief. Anschließend zeigte sich, dass das Pferd verletzt war. Am Donnerstag sei die Jugendliche dem Wolf sogar begegnet. Gegen 20 Uhr habe er sich ihr bis auf etwa fünf Meter genähert. Nicht einmal ein Zaun trennte das Mädchen noch von dem Tier. „Sie stand auf einer Metalltonne und hat mit einem Besenstiel darauf eingekloppt, um sich zu verteidigen. Das war die blanke Panik“, berichtete ihre Mutter. An dem Abend hätten auch Nachbarn den Wolf gesichtet.
Wunde ausgewaschen: Kein Beweis
Einen Beweis gibt es für den Wolf nicht. Die Eigentümerin versorgte die Wunden des Wallachs mit einer Jodwaschung, sodass sich keine DNA-Spuren nehmen ließen. „Das Pferd würde mir immer vorgehen“, begründete die Besitzerin ihr Vorgehen, betont jedoch: „Alle, die ihn gesehen haben, sagen: Es war ein Wolf. Aber wir sind keine Spezialisten.“ Zudem könne sie nicht mit Sicherheit sagen, dass es sich bei den Sichtungen immer um denselben Wolf gehandelt habe.
Land bestätigt Wolfsangriff nicht
Vorsichtig äußert sich Vivien Matzen, Sprecherin des schleswig-holsteinischen Umweltministeriums, zu dem Fall: „Nach derzeitigem Kenntnisstand liegen uns Informationen über ein verletztes Pferd sowie eine Wolfssichtung im südlichen Kreis Pinneberg vor. Ob zwischen beiden Ereignissen ein Zusammenhang besteht, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.“ Dem Ministerium seien weder die Ursache noch die Art der Verletzung oder die näheren Umständen bekannt. „Sobald belastbare Erkenntnisse vorliegen, kann der Sachverhalt entsprechend bewertet werden.“
Wald-Kita: Betrieb läuft weiter
Die Wald-Kita zog sich am Donnerstag und Freitag nach dem mutmaßlichen Wolfsangriff in ihr Schlechtwetter-Domizil auf dem benachbarten Freibadgelände zurück, aber wegen dem Sturm, nicht wegen dem Wolf. Seit Montag halten sie sich wieder in ihrem gewohnten Areal im Wald auf, berichtete Bürgermeister Wolfgang Balasus. „Es ist erschreckend, wenn plötzlich in einer Region mit Freizeitangeboten Wölfe auftauchen“, sagte er. Für die Wald-Kita sieht er aber keine Gefahr. „Die Kinder sind relativ laut und der Wolf vermeidet Lärm.“ Zudem vermutet Balasus, dass sich der Wolf auf der Durchreise befand. „Es ist davon auszugehen, dass er weitergeht.“ Er sei inzwischen nicht mehr gesehen worden.
Koppel-Eigentümerin stellt Wolfszaun auf
Das Pferd befindet sich in tierärztlicher Behandlung. Die Eigentümerin ließ zudem einen mobilen Wolfszaun aufstellen und beantragte einen dauerhaften Zaun.